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Project AWARE Tauchen Kapstadt: Cleanup mitmachen
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Südafrika 11. Oktober 2026 Marc 9 Min.

Project AWARE Tauchen Kapstadt: Cleanup mitmachen

Project AWARE Tauchen Kapstadt: Wie Dive-Against-Debris-Cleanup-Tauchgänge ablaufen, wo du mitmachst und was du dafür brauchst.

Was ist ein Project-AWARE-Cleanup-Tauchgang (Dive Against Debris) in Kapstadt?

Ein Cleanup-Tauchgang nach PADI Project AWARE ist ein normaler Tauchgang, bei dem du zusätzlich Müll vom Meeresboden sammelst und die Funde auf einer Debris Survey Card dokumentierst. In Kapstadt organisieren das lokale Dive Center meist an der False-Bay-Seite oder rund um Hout Bay, oft mehrmals im Jahr rund um den World Oceans Day im Juni und den International Coastal Cleanup im September. Eine eigene Zertifizierung brauchst du dafür nicht. Ein kurzes Briefing am Boot reicht.

Project AWARE in Kapstadt: Hintergrund und Partner

Ich tauche seit über zehn Jahren in diesen Gewässern, und ehrlich gesagt: die Menge an Plastik, Angelschnur und verlorenen Netzen, die sich zwischen den Kelpwäldern von Oudekraal bis zu den Felsspalten in Simon's Town ansammelt, hat mich am Anfang überrascht. Project AWARE ist genau dafür gemacht. Die globale Non-Profit wurde 1989 von PADI gegründet und 1992 unabhängig und bindet Taucher weltweit in eine standardisierte Datenerhebung ein.

Was ist Project AWARE / Dive Against Debris

Dive Against Debris ist das Citizen-Science-Programm von Project AWARE. Seit 2011 melden Taucher weltweit über eine App oder Papier-Survey-Card, was sie am Grund finden. Der Zweck geht über reines Aufräumen hinaus: Die Funde fließen als Daten in Studien zu Meeresmüll ein, die unter anderem an UNEP gehen und von Meeresbiologen zitiert werden, wenn es um Plastikverschmutzung in südlichen Ozeanen geht. Kapstadt ist dabei kein Nebenschauplatz. Die Stadt liegt an der Kreuzung von zwei Strömungssystemen. Was der Atlantik anspült, bleibt oft in den Kelpwäldern hängen, wo es Jahre liegen kann, bevor es jemand findet.

Lokale Cleanup-Initiativen: City of Cape Town und False-Bay-Dive-Center

Die City of Cape Town koordiniert über ihr Coastal Management jährlich Strand- und Unterwasser-Cleanups, meist in Zusammenarbeit mit Tauchbasen in Simon's Town und Hout Bay. Einige False-Bay-Center, die ich seit Jahren kenne, bauen Cleanup-Tauchgänge inzwischen fest in ihren Kalender ein, oft kombiniert mit einem regulären Fun-Dive. So bekommst du für den Aufwand noch einen schönen Tauchgang in der Cape Fur Seal Colony oder bei den Castle Rocks. Wer regelmäßig an der Küste taucht, merkt schnell: An stark frequentierten Spots wie Long Beach ist die Debris-Dichte oft höher als an abgelegeneren Plätzen, schlicht weil dort mehr Menschen unterwegs sind.

Wie läuft ein Dive-Against-Debris-Tauchgang ab?

Technisch unterscheidet sich ein Cleanup-Dive kaum von einem normalen Tauchgang. Der Unterschied liegt im Tempo und in der Dokumentation. Du tauchst langsamer, achtest bewusster auf den Boden und bringst am Ende einen Mesh-Beutel mit Fundstücken an die Oberfläche.

Debris Survey Card: Datenerfassung

Nach dem Tauchgang füllst du gemeinsam mit deinem Buddy die Debris Survey Card aus: Kategorie des Mülls (Plastik, Metall, Glas, Fischereiausrüstung), geschätzte Menge, Fundort mit GPS-Koordinaten der Einstiegsstelle und ob ein Tier im Müll verfangen war. Die Dive Center, die regelmäßig Cleanups anbieten, laden diese Daten anschließend über die Project-AWARE-App hoch. Das dauert pro Boot vielleicht zehn Minuten extra. Aus meiner Erfahrung lohnt sich das trotzdem, weil die aggregierten Zahlen tatsächlich in Berichten zur Fischereiregulierung in der Region auftauchen.

Typischer Müll an Kapstadts Spots

Was wir am häufigsten finden: verlorene Angelschnur und Monofil-Reste rund um die Felsriffe an der Atlantikseite, Plastikflaschen und Verpackungsmüll in den flacheren Zonen bei False Bay, verrottende Fischernetze und Reusenteile, die sich im Kelp verhaken, und erstaunlich oft Blei, verlorene Tauchergewichte, die irgendwann jemand nicht mehr zurückholen konnte. Netz- und Leinenreste sind das Gefährlichste: Sie verfangen sich an Kelpstielen und werden zur Falle für Seehunde und Seevögel, die dort regelmäßig jagen.

Ausrüstung für Cleanup-Dives: was du wirklich brauchst

Hier wird es konkret, und hier mache ich auch keine Kompromisse: Mit der Standard-Ausrüstung für einen Spaß-Tauchgang in Kapstadt kommst du bei einem Cleanup nicht weit. Du fasst Dinge an, die scharfkantig, verrottet oder mit Fischhaken durchzogen sind. Bei 8 bis 14 °C an der Atlantikseite willst du dafür ausgerüstet sein.

Handschuhe: keine Mesh-Handschuhe

Was viele Taucher aus wärmeren Gewässern mitbringen, sind Mesh- oder Netz-Handschuhe, weil sie griffig und leicht sind. In Kapstadts Marine Protected Areas ist das aber keine Option. Mesh-Handschuhe sind dort wegen der Abalone-Poaching-Vorschriften ausdrücklich verboten. Details dazu findest du in meinem Artikel zum Permit für Marine Protected Areas in Kapstadt. Für Cleanup-Dives empfehle ich ohnehin robuste Neopren-Handschuhe statt Mesh, schon allein wegen der Kälte und wegen scharfkantigem Müll. An der Atlantikseite, wo du bei 8 bis 14 °C tauchst, nehme ich die Waterproof G2 3-Finger Semidry Handschuhe mit 7 mm Neopren. Die 3-Finger-Konstruktion gibt dir trotz dicker Isolierung noch genug Tastgefühl, um Leinen zu greifen, damit dir nach 40 Minuten nicht die Hände taub werden. Für einen sommerlichen False-Bay-Dive bei 18 bis 20 °C reichen dünnere Handschuhe mit 3 mm Neopren, immer noch kein Mesh, aber beweglicher bei höheren Temperaturen.

Tauchermesser zum Durchtrennen von Leinen und Netzen

Ein stumpfes Taschenmesser bringt dir nichts, wenn du dich an verknotetem Monofil abarbeitest, während die Strömung zieht. Ich habe seit Jahren das Cressi Grip Edelstahl-Tauchermesser am Bein, so um die 25 bis 35 Euro, mit einer gezahnten Kante speziell für Schnüre und einer glatten für sauberere Schnitte. Für Cleanup-Dives ist ein Messer kein nettes Extra, sondern Pflichtausrüstung. Du wirst garantiert auf eine Leine oder ein Netzfragment stoßen, das sich nicht einfach mit der Hand lösen lässt.

Lampe für Felsspalten und Kelpdickicht

Viel Müll liegt nicht offen auf Sand, sondern in Felsspalten oder tief zwischen Kelpstielen, wo selbst bei guter Sicht kaum Licht hinkommt. Eine kräftige Lampe macht hier den Unterschied zwischen "nichts gefunden" und einem vollen Beutel. Ich nutze die Wurkkos DL20R mit 3200 Lumen, günstig im Bereich 40 bis 50 Euro und trotzdem hell genug, um auch in den dichten Kelpwäldern bei Oudekraal in die Zwischenräume zu leuchten, wo sich erfahrungsgemäß die meisten vergessenen Netzreste sammeln.

Wo und wann mitmachen: Spots, Termine, Anmeldung

Die Wahl des Spots hängt stark von der Jahreszeit ab, und das Kaltwasser-Profil Kapstadts gilt hier genauso wie bei jedem anderen Tauchgang.

False Bay vs. Atlantikseite

False Bay ist von Juni bis August am klarsten und mit 14 bis 20 °C deutlich wärmer als der Atlantik. Das ist die beste Zeit für längere, gründliche Cleanup-Tauchgänge, bei denen du nicht nach 25 Minuten wegen der Kälte abbrechen musst. Die Atlantikseite, etwa rund um Oudekraal oder Camps Bay, liegt bei 8 bis 14 °C und ist von November bis März am sichtbarsten. Dort braucht es definitiv 7 mm Neopren, eine Haube und die oben genannten Handschuhe, sonst wird der Tauchgang schnell unangenehm statt produktiv.

Wie man einen Cleanup-Dive findet

Am zuverlässigsten fragst du direkt bei den Dive Centern in Simon's Town und Hout Bay nach ihrem Cleanup-Kalender. Viele kündigen Termine rund um den World Oceans Day (8. Juni) und den International Coastal Cleanup Day (dritter Samstag im September) an. Alternativ lohnt sich ein Blick auf die Project-AWARE-Webseite, die registrierte Partnerzentren weltweit listet, und auf lokale Facebook-Gruppen von Kapstadts Tauchszene, wo spontane Cleanup-Aktionen oft kurzfristig organisiert werden.

Taucher als Umweltbotschafter: warum das zählt

Was mich nach über 1.000 Tauchgängen in diesen Gewässern am meisten überzeugt: Taucher sind die einzigen, die regelmäßig sehen, was unter der Oberfläche wirklich passiert. Ein Strandspaziergänger sieht angeschwemmten Müll. Er sieht nicht das Netz, das sich seit Monaten im Kelp bei zwölf Metern Tiefe verfängt und langsam eine Robbe bedroht. Diese Perspektive macht jeden Cleanup-Tauchgang zu mehr als Aufräumarbeit. Es ist die einzige verlässliche Datenquelle für das, was tatsächlich am Grund liegt. Wenn du grundsätzlich nachhaltiger tauchen willst, nicht nur bei Cleanup-Terminen, findest du in meinem Artikel über nachhaltiges Tauchen in Südafrika weitere konkrete Ansatzpunkte, vom richtigen Sonnenschutz bis zum Verhalten gegenüber Wildtieren.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Spezialausbildung für Dive Against Debris?+

Nein, eine eigene Zertifizierung ist für die Teilnahme nicht nötig. Die PADI Dive Against Debris Specialty gibt es zwar, sie ist aber optional und vertieft nur Methodik und Datenauswertung. Für einen normalen Cleanup-Tauchgang reicht ein kurzes Briefing am Boot direkt vor dem Einstieg.

Ist ein Cleanup-Tauchgang für Anfänger geeignet?+

Grundsätzlich ja, solange du als Open-Water-Diver zertifiziert bist und dich in Kaltwasser mit 7 mm Neopren wohlfühlst. Wichtiger als Erfahrung ist ruhige Tarierung, damit du beim Müllsammeln nicht versehentlich Kelp oder Riff beschädigst. Im Zweifel schwimmst du lieber als Buddy mit, statt selbst den Beutel zu führen.

Darf ich Mesh-Handschuhe für den Cleanup-Dive nutzen?+

Nein. In Kapstadts Marine Protected Areas sind Mesh- und Netz-Handschuhe wegen der Abalone-Poaching-Vorschriften explizit verboten, unabhängig davon, ob du aufräumst oder normal tauchst. Nimm reguläre Neopren-Handschuhe, idealerweise 7 mm an der kalten Atlantikseite oder 3 mm im wärmeren False-Bay-Sommer.

Wo melde ich mich für einen Cleanup-Tauchgang in Kapstadt an?+

Am direktesten über die Dive Center in Simon's Town und Hout Bay, die Cleanups meist rund um den World Oceans Day im Juni oder den International Coastal Cleanup Day im September ansetzen. Die Project-AWARE-Webseite listet zudem registrierte Partnerzentren, und lokale Tauch-Facebookgruppen kündigen oft spontane Termine an.

Wie teuer ist die Teilnahme an einem Cleanup-Tauchgang?+

Meist kostet die Teilnahme nicht mehr als ein regulärer Fun-Dive, oft zwischen <strong>600 und 900 Rand</strong> inklusive Ausrüstungsverleih, manche Center bieten Cleanup-Termine sogar vergünstigt oder kostenlos an, um Teilnehmer zu gewinnen. Eigene Handschuhe, Messer und Lampe lohnen sich trotzdem, weil Leihausrüstung selten auf Cleanup-Bedingungen ausgelegt ist.

Über den Autor

Marc – PADI Divemaster

Marc

PADI Divemaster · Cape Town

Ich zeige dir, wie du in Kapstadt sicher tauchst und die richtigen Spots für dein Level auswählst.

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