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TauchenInKapstadt

Cape Town & Umgebung

Tauchregionen rund um Kapstadt

Vier Regionen, vier komplett verschiedene Unterwasserwelten. Hier erfährst du, was dich wirklich erwartet – nicht das, was die Tourismusprospekte schreiben.

Von Lena

Warum Kapstadt mein liebster Tauchspot auf der Welt ist

Nach fünf Jahren Tauchen in Kapstadt werde ich immer noch gefragt: “Aber ist das Wasser nicht viel zu kalt?” Und ja, 12 bis 16 Grad sind nicht gerade das, woran man denkt, wenn man an Südafrika denkt. Aber genau das ist es, was Kapstadt zu einem der unglaublichsten Tauchorte der Welt macht. Das kalte Wasser des Benguela-Meeresstroms pumpt so viel Nährstoffe in diese Bucht, dass die Biodiversität hier Sachen übertrifft, die ich auf Malediven, in Ägypten oder auf den Philippinen je gesehen habe.

Mein erster Tauchgang in der False Bay war ehrlich gesagt ein kleiner Schock. Ich bin ins Wasser gegangen, habe den Kelp-Wald vor mir gesehen – und dann ist da dieser massive Cowshark an mir vorbeigeschwebt. Drei Meter, sieben Kiemen, absolut ruhig. Er hat mich kaum eines Blickes gewürdigt. In diesem Moment wusste ich: Hier bleibe ich. Kapstadt hat mich nicht losgelassen.

Auf dieser Seite teile ich alles, was ich über die vier Hauptregionen weiß. Nicht oberflächlich, sondern so detailliert, wie ich mir das damals gewünscht hätte, bevor ich meinen ersten Urlaub hier geplant habe. Wo du parkst. Wie der Einstieg ist. Welche Jahreszeit wirklich die beste ist. Und was dich dort wirklich erwartet.

Region 1

False Bay

Simon's Town · Miller's Point · Partridge Point · Smitswinkel Bay

🦈 Cowsharks Sept–Mai🌊 Sicht: 5–15m🌡️ 12–16°C⭐ Anfänger bis Fortgeschrittene

Die False Bay ist für mich das Herzstück des Tauchens in Kapstadt. Sie liegt auf der östlichen Seite der Halbinsel, geschützt vor dem südatlantischen Wellengang und damit deutlich planbarer als die Atlantik-Spots auf der anderen Seite. Hier triffst du die meiste Zeit auf akzeptable bis gute Bedingungen, und die Artenvielfalt ist absolut beeindruckend.

Was die False Bay besonders macht: Sie ist warm genug, um üppigen Kelp wachsen zu lassen, aber kalt genug, um Arten anzuziehen, die man im tropischen Tauchen niemals sieht. Der Breitnasen-Siebenkie­mer – der sogenannte Cowshark – ist der absolute Star. Von September bis Mai tauchen diese urzeitlichen Haie in Gruppen auf und driften an dir vorbei, als wärst du Luft. Es ist eines der ruhigsten, würdevollsten Tiererlebnisse, das ich je unter Wasser hatte.

Die Spots entlang der M4 südlich von Simon's Town sind per Mietwagen sehr gut erreichbar. Du fährst die Küstenstraße entlang und hast innerhalb weniger Kilometer Zugang zu komplett unterschiedlichen Tauchgebieten: flache Anfänger-Spots, dichter Kelp-Wald, Tieftauchgänge mit Wracks und reine Boot-Spots für die echten Haifisch-Begegnungen.

Ein wichtiger Hinweis zur Planung: In der False Bay weht der Südostwind (der berüchtigte “Cape Doctor”) im Sommer oft stark. Das bedeutet choppy Bedingungen an der Oberfläche, trübes Wasser durch Sediment und manchmal auch geschlossene Zufahrten. Prüfe immer Wind- und Wetterberichte, bevor du losfährst. Im Winter und Herbst sind die Bedingungen oft stabiler.

Tauchspots in der False Bay

Miller's Point

Anfänger geeignet5–18m Tiefe

Miller's Point ist mein absoluter Liebling für Taucher, die die False Bay zum ersten Mal entdecken. Der Einstieg über den breiten Sandstrand ist einfach, die Bedingungen sind vergleichsweise geschützt und die Artenvielfalt ist sofort da – du musst nicht weit rausschwimmen, um etwas Spannendes zu sehen.

Direkt unter der Oberfläche beginnt dichter Kelp, der bis zu 6 Meter hoch wird. Dazwischen wimmelt es von Klipfischen, Riesenfelsenkrabben und Okopussen, die sich in jedem Spalt verstecken. An guten Tagen – vor allem zwischen September und Mai – patrouillieren hier Cowsharks langsam durch den Kelp. Die Tiere sind völlig entspannt und ignorieren Taucher meistens komplett. Trotzdem: Keine schnellen Bewegungen, keinen Augenkontakt suchen, einfach im Wasser bleiben und beobachten.

Pyjama-Haie schlafen tagsüber gerne in den Kelp-Wurzeln. Wenn du ruhig bist und genau hinschaust, findest du immer ein paar davon. Ihr wunderschönes Streifenmuster ist unverkennbar.

Anfahrt & Zugang

Auf der M4 Richtung Cape Point, ca. 5 Min südlich von Simon's Town. Kostenloser Parkplatz direkt am Strand. Einstieg über Sandstrand – leicht.

Meerestiere

Cowsharks, Pyjama-Haie, Riesenfelsenkrabben, Oktopusse, Klipfische, Nudibranchs, gelegentlich Thornback-Rochen

Beste Jahreszeit

Ganzjährig möglich. Für Cowsharks: September bis Mai. Sicht: März–Juni am besten (bis 15m).

⚠️ Achtung

Bei starkem Südostwind kann das Wasser sehr trüb werden. Bootsverkehr in der Nähe – Sicherheitsboje mitführen.

Windmill Beach

Perfekt für Anfänger5–10m Tiefe

Windmill Beach liegt direkt in Simon's Town und ist der geschützteste Einstiegspunkt in der gesamten Region. Der Strand ist flach, der Sandgrund sanft abfallend, und der Seegang ist selbst bei mittelstarkem Wind oft noch akzeptabel. Für Open-Water-Taucher, die ihre ersten Tauchgänge in Südafrika machen, ist das der ideale Startpunkt.

In den flachen Zonen findest du echtes Leben: Seeigel, Seesterne, Nudibranchs in leuchtenden Farben, kleine Kellerfische und jede Menge kleiner Krebse. Es ist kein Adrenalin-Spot, aber ein wunderbarer Ort, um in Ruhe die südafrikanische Unterwasserwelt kennenzulernen. Auch sehr gut für Unterwasserfotografie mit Makroobjektiv.

Direkt in Simon's Town gibt es mehrere Restaurants und Cafés – kombinier den Tauchgang gerne mit einem Mittagessen und einem Besuch bei den Pinguinen am Boulders Beach, der nur wenige Minuten entfernt ist.

Anfahrt & Zugang

Im Zentrum von Simon's Town an der M4. Kostenpflichtiger Parkplatz (ca. 30–50 ZAR). Sandstrand-Einstieg, sehr einfach.

Meerestiere

Nudibranchs, Seeigel, Seesterne, Klipfische, Seenadeln, kleine Krabben, gelegentlich Pyjama-Haie

Beste Jahreszeit

Ganzjährig. Dank der geschützten Lage auch bei leichtem Wind gut tauchbar.

Partridge Point

Fortgeschrittene10–22m Tiefe

Partridge Point liegt ca. 10 Minuten südlich von Miller's Point auf der M4 und ist ein deutlich anspruchsvollerer Spot. Der Einstieg ist felsig, eine kurze Freischwimmstrecke bringt dich in tieferes Wasser, und der Kelp ist hier besonders dicht – fühlt sich manchmal an wie ein Dschungel unter Wasser.

Der Grund dafür, warum erfahrene Taucher diesen Spot lieben: Die Cowshark-Sichtungen hier sind noch verlässlicher als bei Miller's Point. Die tieferen Bereiche um 18–22 Meter sind geradezu berühmt dafür. Ich habe hier schon Gruppen von 8–10 Cowsharks gesehen, die gemächlich durch den Kelp gedriftet sind. Ein Erlebnis, das man nicht vergisst.

Wichtig: Du brauchst gute Tarierung für diesen Spot. Im Kelp den Überblick zu behalten und gleichzeitig ruhig und neutralboyantig zu bleiben ist eine Herausforderung. Mit einem Guide oder Buddy, der den Spot kennt, ist er deutlich entspannter.

Anfahrt & Zugang

M4 südlich von Miller's Point. Kleiner Parkplatz am Straßenrand. Felsiger Einstieg, Neopren-Schuhe empfohlen.

Meerestiere

Cowsharks (sehr verlässlich), Pyjama-Haie, Kelp-Krabben, Okopusse, diverse Knochenfische

⚠️ Achtung

Felsiger Einstieg, dichter Kelp, tieferes Wasser. Nicht für erste Tauchgänge in Kapstadt geeignet. Mindestens Advanced Open Water empfohlen.

The Pinnacles

Nur per Boot20–30m Tiefe

The Pinnacles ist der Spot für alle, die die ultimative Cowshark-Erfahrung in der False Bay suchen. Er ist nur per Boot erreichbar, liegt in 20–30 Meter Tiefe und bietet dramatische Felsenformationen, um die herum sich regelmäßig Gruppen von Cowsharks versammeln. Auf einem guten Tauchgang hier kannst du leicht 15–20 Tiere auf einmal sehen.

Die Felsformationen selbst sind spektakulär: massive Basaltsäulen, die aus dem Sandboden ragen, bedeckt mit Seeanemonen, Schwämmen und dem typischen bunten Bewuchs der False Bay. Das Licht, das durch das Wasser filtert, macht diesen Spot zu einem der fotogensten in ganz Südafrika.

Für Pinnacles brauchst du Advanced Open Water mindestens, besser noch einen geführten Tauchgang mit einem lokalen Operator, der den Spot kennt. Die Tiefe und die Entfernung zur Küste machen eigenständiges Tauchen hier unratsam.

Anfahrt & Zugang

Nur per Tauchboot. Lokale Tauchschulen in Simon's Town organisieren regelmäßige Trips, vor allem in der Cowshark-Saison.

Beste Zeit

September bis Mai für Cowsharks. Beste Sicht oft April/Mai.

⚠️ Achtung

Advanced Open Water Pflicht. Nur mit geführtem Operator. Tiefenlimit beachten (30m), Deko-Planung wichtig.

Smitswinkel Bay — SAS Pietermaritzburg

Wrack-Tauchgang18–30m Tiefe

Die SAS Pietermaritzburg ist DAS Wrack von Kapstadt. Das 91 Meter lange ehemalige südafrikanische Kriegsschiff wurde im Jahr 2000 absichtlich in der Smitswinkel Bay versenkt, um ein künstliches Riff zu schaffen – und dieser Plan ist aufgegangen. Heute ist das Wrack dicht bewachsen mit Korallen, Seeanemonen und Schwämmen, und dient als Lebensraum für hunderte von Fischarten.

Das Gute: Das Wrack liegt in 18–30 Meter Tiefe, ist also mit einem Open-Water-Brevet zumindest an der Oberkante erreichbar. Die flachsten Teile – Deck und Aufbauten – liegen bei rund 18 Metern. Für das vollständige Erlebnis empfehle ich Advanced Open Water, damit du auch in die tieferen Bereiche tauchen kannst.

Das Wrack selbst ist noch weitgehend intakt und begehbar. Die großen Ladebuchten, die Maschinenräume und das Deck sind mit gutem Licht und in Begleitung wunderschön zu erkunden. Riesige Muränen und Schollen leben in den Spalten. In den Sommermonaten tauchen hier auch regelmäßig Cowsharks auf.

Anfahrt & Zugang

Nur per Tauchboot von Simon's Town. Smitswinkel Bay ist nicht per Auto erreichbar. Mehrere Operator bieten regelmäßige Trips an.

Meerestiere

Muränen, Schollen, diverse Felsenfische, Seepferdchen, Gelegentlich Cowsharks, Hornhai

Beste Jahreszeit

Ganzjährig. Beste Sicht: Winter (Juni–August), oft 10–15m.

Wann tauchen in der False Bay?

Jan
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Feb
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Mär
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Apr
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Mai
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Jun
Jul
Aug
Sep
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Okt
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Nov
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Dez
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Türkis = gute Taucbbedingungen · 🦈 = Cowshark-Saison aktiv

Region 2

Atlantic Seaboard

Oudekraal · Sandy Bay · Camps Bay · Sea Point

🌿 Spektakuläre Kelp-Wälder🌊 Sicht: 4–15m (wetterfensterabhängig)🌡️ 10–14°C⚠️ Fortgeschrittene

Die Atlantikseite von Kapstadt ist wild, kalt und absolut faszinierend – aber sie ist auch weniger planbar als die False Bay. Der offene Südatlantik macht hier keinen Unterschied zwischen touristischen Erwartungen und Realität. Wenn der Swell kommt, dann kommt er. Und er kann innerhalb von Stunden zunehmen. Das bedeutet: Der Atlantic Seaboard belohnt Flexibilität.

Wenn das Wetterfenster aber stimmt – und das tut es mehrmals die Woche, vor allem im Herbst und Winter – dann sind die Kelp-Wälder hier das Schönste, was ich je unter Wasser gesehen habe. Riesige Eklonia-Maxima-Algen, die bis zu 8 Meter in die Höhe wachsen, gefiltertes Licht das durch die Fronde fällt, weißer Sand am Boden und eine absolute Stille. Es fühlt sich an wie ein Wald – nur unter Wasser und zehn Grad kälter.

Die Spots am Atlantic Seaboard liegen alle auf der M6, der Küstenstraße, die von Sea Point über Camps Bay und Llandudno bis nach Hout Bay führt. Oudekraal ist der einfachste Zugang, aber auch Sandy Bay und die kleineren Einstiegspunkte lohnen sich. Ich empfehle, die Bedingungen am Morgen zu checken und dann spontan zu entscheiden – ein geplanter Atlantik-Tauchgang kann sich innerhalb von einer Stunde erledigt haben, wenn der Swell kommt.

Ein wichtiges Sicherheitsthema: Strömungen. Am Atlantic Seaboard gibt es gelegentlich starke Strömungen, die dich entlang der Küste treiben können. Geh nie alleine. Immer mit einem Buddy, immer mit Sicherheitsboje, immer mit Kenntnis der Ausstiegspunkte in der Umgebung.

Tauchspots am Atlantic Seaboard

Oudekraal

Mittleres Niveau5–20m Tiefe

Oudekraal ist mein Lieblings-Kelp-Spot in ganz Kapstadt. Er liegt ca. 20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt auf der M6 Richtung Hout Bay, direkt neben dem gleichnamigen Naturschutzgebiet. Der Zugang ist über einen felsigen Einstieg, der mit Neopren-Schuhen gut machbar ist. Es gibt einen kleinen, aber ausreichenden Parkplatz.

Was Oudekraal besonders macht, ist die Kombination aus tiefem Kelp-Wald und weißen Sandflecken am Boden. Die Kelp-Dichte hier ist beeindruckend – du tauchst buchstäblich durch ein grünes Gewölbe, während das Licht von oben in Strahlen einfällt. In den Sandlücken findest du regelmäßig Oktopusse, die sich in ihrer Tarnung quasi unsichtbar machen. Nur die kleinen Sandhäufchen vor ihrem Versteck verraten sie.

Gelegentlich tauchen hier auch Delfine auf – Große Tümmler vor allem, die manchmal neugierig Taucher umkreisen. Das passiert nicht oft, aber wenn es passiert, ist es eines der unvergesslichsten Erlebnisse, die Kapstadt zu bieten hat.

Anfahrt & Zugang

M6 von Camps Bay Richtung Hout Bay, ca. 20 Min von Kapstadt. Kleiner Parkplatz (Eintrittsgeld ca. 50 ZAR). Felsiger Einstieg.

Meerestiere

Oktopusse, Kelp-Krabben, Klipfische, gelegentlich Delfine, Pyjama-Haie, Riesenfelsenkrabben

⚠️ Achtung

Strömung möglich! Immer Wetter und Swell prüfen. Bei NW-Wind und hohem Swell nicht tauchen. Sicherheitsboje Pflicht.

Camps Bay Reef

Stadtnahe Lage8–15m Tiefe

Camps Bay ist für die meisten Besucher ein Strandbad. Aber direkt vor dem Strand liegt ein kleines Riff, das bei ruhigen Bedingungen einen soliden Tauchgang bietet. Der Einstieg ist vom Strand aus möglich, die Infrastruktur mit Dusche und Toilette ist vorhanden, und nach dem Tauchgang kannst du direkt in eines der vielen Restaurants.

Das Riff selbst ist vielfältig bewachsen: Weichkorallen, Seeanemonen, bunte Schwämme in orange und violett. Ein idealer Spot für Makrofotografie. Nudibranchs sind hier regelmäßig anzutreffen, und die kleinen Felsenfische, die zwischen den Korallen lauern, bieten stundenlange Beobachtungsmöglichkeiten.

Anfahrt & Zugang

Direkt am Camps Bay Beach. Kostenpflichtiges Parken. Sandeinstieg, sehr einfach. Nur bei ruhigem Swell.

Meerestiere

Nudibranchs, Seeanemonen, Klipfische, Seenadeln, gelegentlich Pyjama-Haie

Sandy Bay

Nur Experten10–25m Tiefe

Sandy Bay ist Kapstadts “Geheimspot” – ein abgelegener Strand ohne direkte Infrastruktur, der nur bei absolut ruhigem Wetter und für sehr erfahrene Taucher zu empfehlen ist. Der Weg zum Strand führt über einen 20-minütigen Fußpfad, ausrüstungsbepackt eine echte Herausforderung.

Wenn die Bedingungen stimmen, ist Sandy Bay dafür außergewöhnlich: ursprünglicher Kelp-Wald ohne Touristenmassen, tiefes klares Wasser und eine wilde Kulisse mit den Felsklippen des Twelve Apostles im Hintergrund. Für lokale Taucher, die neue Spots erkunden wollen, definitiv einen Besuch wert – aber plant eure Tauchgänge mit einem erfahrenen lokalen Buddy.

⚠️ Wichtig

Keine Infrastruktur, langer Fußweg mit Ausrüstung, keine Rettungskräfte in der Nähe. Nur für sehr erfahrene Taucher mit lokalem Buddy.

Anfahrt

Parkplatz am Ende der Llundudno Road. 20 Min Fußweg zum Strand. GPS-Koordinaten vorher speichern.

Region 3

Hout Bay & Duiker Island

Duiker Island · Stone Steps · Hout Bay Hafen

🦭 75.000 Kapfellrobben🌊 Sicht: 4–10m🌡️ 12–15°C⚠️ Fortgeschrittene empfohlen

Hout Bay ist das Drama unter den Kapstadt-Tauchregionen. Hier geht es nicht um ruhige Kelp-Wälder und entspannte Haifisch-Beobachtung – hier geht es um Robben. 75.000 Kapfellrobben leben auf Duiker Island, einem kleinen Felsenvorsprung vor der Bucht. Und wenn du mit dem Boot hinausfährst und ins Wasser gehst, wirst du innerhalb von Sekunden umzingelt sein.

Das Robbentauchen in Hout Bay ist eins der chaotischsten, aufregendsten und ausgelassensten Taucherlebnisse, die ich kenne. Die Tiere schossen an dir vorbei, spielen mit deinen Flossen, pusten dir Luftblasen ins Gesicht und verschwinden dann blitzschnell ins Blaue. Sie können bis zu 35 km/h schwimmen – du wirst niemals annähernd so schnell sein. Lass die Kontrolle los und beobachte einfach.

Wichtig zu wissen: Beim Robbentauchen wird es nie “ruhig”. Das Wasser ist relativ flach, die Robben machen viel Bewegung, und die Sicht ist oft nicht besonders gut. Es ist kein Spot für Unterwasserfotografen mit großen Setups. Aber als Erlebnis ist es absolut unvergleichlich. Ich habe schon gestandene Open-Water-Taucher nach diesem Tauchgang mit leuchtenden Augen aus dem Wasser kommen sehen.

Praktischer Hinweis: Das Robbentauchen kann nur mit einem lizenzierten Operator gemacht werden – Duiker Island liegt in einem Meeresschutzgebiet und der Zugang ist reguliert. Es gibt mehrere gute Anbieter im Hout Bay Hafen, die täglich Trips durchführen, vorausgesetzt das Wetter spielt mit.

Tauchspots in und um Hout Bay

Duiker Island — Seal Island

Nur per Boot5–15m Tiefe

Die Bootsfahrt von Hout Bay Hafen zu Duiker Island dauert ca. 20 Minuten und lohnt sich für jeden Taucher, der in Kapstadt ist. Schon auf der Überfahrt siehst du die Robbenkolonie auf den Felsen – und riechst sie. 75.000 Kapfellrobben auf einem kleinen Felskegel sind eine eindrucksvolle Angelegenheit.

Im Wasser läuft das folgendermaßen ab: Du rollst rückwärts ins Wasser, und innerhalb von 30 Sekunden sind die ersten Robben da. Sie sind absolut unerschrocken und extrem neugierig. Junge Robben besonders – sie kommen ganz nah heran, stupsen deine Kamera an und beobachten ihr eigenes Spiegelbild im Objektiv. Es ist herzerwärmend und aufregend gleichzeitig.

Die Robben sind sehr schnell und sehr wendig. Du wirst sie nie “fangen” können – was auch gut so ist. Halte Abstand, mach keine ruckartigen Bewegungen, und niemals versuchen, eine Robbe zu berühren oder zu füttern. Lass die Tiere zu dir kommen. Auf der Rückfahrt siehst du oft Kapkormorane, Jackass-Pinguine und manchmal auch Delfine.

Buchung & Zugang

Nur mit lizenziertem Operator vom Hout Bay Hafen. Preis ca. 600–900 ZAR pro Person inkl. Ausrüstung. Täglich (wetterabhängig).

Voraussetzungen

Open Water Brevet mindestens. Gute Tarierung empfohlen – im Robbentauchen bist du ständig in Bewegung.

Beste Jahreszeit

Ganzjährig möglich. Beste Bedingungen Mai–September (ruhige See). Sommer oft choppy, aber die Robben sind immer da.

Stone Steps

Küstenspot5–18m Tiefe

Stone Steps ist ein solider Kelp-Spot direkt an der Küste von Hout Bay, der gut per Auto erreichbar ist. Der Name kommt von den natürlichen Felsenstufen, die als Einstiegshilfe dienen. Bei ruhigem Wetter ist der Einstieg machbar, wenn auch etwas athletisch.

Unter Wasser wechseln sich Kelp-Wald, Sandpatches und kleine Felsformationen ab. Robben tauchen hier gelegentlich auf – sie streifen von Duiker Island manchmal entlang der Küstenlinie und tauchen kurz bei Tauchern auf. Es ist keine Garantie, aber es passiert. Außerdem: Pyjama-Haie, Klipfische, Riesenfelsenkrabben.

Anfahrt & Zugang

Beach Road in Hout Bay. Kleiner Parkplatz. Felsiger Einstieg über natürliche Stufen. Neopren-Schuhe unbedingt!

⚠️ Achtung

Bei Swell > 1m nicht empfohlen. Der Einstieg kann bei Wellen sehr schwierig werden. Immer lokale Bedingungen prüfen.

Region 4 — Tagesausflug

Gansbaai

Shark Alley · Dyer Island · Kleinbaai — 2,5 Std. von Kapstadt

🦈 Weißer Hai🚗 180km auf der N2📅 Ganztägiger Ausflug✅ Kein Taucherbrief nötig

Gansbaai ist nicht Kapstadt – es ist ein Tagesausflug, der von Kapstadt aus problemlos machbar ist und für viele Taucher ein absolutes Highlight ihrer Südafrika-Reise darstellt. Die Kleinstadt liegt 180 Kilometer südöstlich von Kapstadt auf der N2, und die Fahrt dauert je nach Verkehr ca. 2 bis 2,5 Stunden. Ich empfehle, sehr früh aufzubrechen – die meisten Käfigtauchen-Trips starten um 7 oder 8 Uhr morgens.

Gansbaai ist die weltweite Hauptstadt des Weißen-Hai-Cage-Divings. In der Meeresenge zwischen Dyer Island und Geyser Rock – dem berühmten “Shark Alley” – jagen Weiße Haie auf die Robbenkolonien. Von September bis März ist die Sichtungsrate außergewöhnlich hoch. Mehrere Operatoren fahren täglich mit Booten hinaus und bieten Käfige an, in die du ohne Scuba-Ausrüstung einsteigen kannst – Schnorcheln oder sogar nur bis zur Brust im Wasser stehen ist möglich.

Wichtig zu verstehen: Das Käfigtauchen in Gansbaai ist kein “echtes” Tauchen in dem Sinne, dass du aktiv durch das Wasser schwimmst. Du hängst im Käfig, der am Boot befestigt ist, während die Haie um dich herum schwimmen. Manche Operatoren bieten auch echtes Scuba-Cage-Diving für Taucher mit Brevet an, bei dem du tiefer gehen und länger bleiben kannst. Beides ist unvergesslich – ich habe beides gemacht und würde beides wieder machen.

Neben dem Käfigtauchen gibt es in der Nähe noch Dyer Island mit ca. 50.000 Brillenpinguinen – ein weiteres Highlight, das sich für den Tagesausflug lohnt. Das kleine Hermanus, bekannt für seine Walbeoabachtung von der Klippe, liegt ebenfalls nur 40 Kilometer vor Gansbaai und passt gut als Zwischenstopp.

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Shark Alley

Die Meeresenge zwischen Dyer Island und Geyser Rock ist der berühmteste Weißer-Hai-Spot der Welt. Die Robbenkolonie auf Geyser Rock (ca. 40.000 Tiere) lockt von September bis März regelmäßig Weiße Haie an. Sichtungsrate in dieser Zeit: sehr hoch.

Kein Taucherbrief nötig. Mindestalter je nach Operator 10–12 Jahre. Preise: ca. 2.000–3.500 ZAR pro Person, inklusive Frühstück und Transfer zum Boot.

🔴 Beste Saison: September bis März (Predator Season)
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Dyer Island & Pinguine

Auf Dyer Island leben ca. 50.000 Brillenpinguine (Jackass Pinguine), die man von speziellen Booten aus beobachten kann. Viele Käfigtauchen-Operatoren kombinieren den Trip mit einer Pinguin-Beobachtung auf dem Hin- oder Rückweg.

Außerdem zu sehen: Kapkormorane, Tölpel, Cape Gannets. Die Landschaft der felsigen Küste ist dramatisch und fotogen.

🐧 Ganzjährig · Beste Beobachtung: Oktober bis März

Anreise von Kapstadt nach Gansbaai

Route

N2 Richtung Hermanus, ca. 120km. Dann weiter auf der R43 nach Gansbaai, ca. 40km. Gesamtstrecke: ca. 180km.

Fahrzeit

2–2,5 Stunden ohne Stops. Frühzeitig losfahren – die meisten Trips beginnen um 7–8 Uhr.

Tipp

Direkt in Gansbaai übernachten ist schöner als frühmorgens zu pendeln. Kleinbaai und Hermanus haben gute Guesthouses.

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Lern die Meerestiere kennen, denen du an diesen Spots begegnen wirst – mit allen Details zu Verhalten, Sicherheit und Fotografie.

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