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Unterwasserfotografie Kapstadt: Tipps, Spots & Ausrüstung
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Ausrüstung 20. Februar 2026 Marc 9 Min.

Unterwasserfotografie Kapstadt: Tipps, Spots & Ausrüstung

Unterwasserfotografie in Kapstadt: Kelp-Wälder, Robben und Haie richtig fotografieren — Kamera-Tipps, Einstellungen und die besten Spots.

Warum Kapstadt für Unterwasserfotografen ein Geheimtipp ist

Während die meisten deutschen Taucher für Unterwasserfotos nach Ägypten oder Thailand fliegen, bietet Kapstadt Motive, die es so kaum irgendwo sonst auf der Welt gibt: Kelp-Wälder aus Ecklonia maxima mit bis zu 10 Metern Höhe, neugierige Kap-Pelzrobben, die aktiv mit Tauchern spielen, majestätische Cowsharks in klarem False-Bay-Wasser, und Nudibranchia-Arten in einer Farbenpracht, die selbst erfahrene Tropentaucher zum Staunen bringt.

Das Besondere: Die charakteristisch grün-blaue Atmosphäre des nährstoffreichen Kapstädter Wassers erzeugt eine Bildästhetik, die sich sofort von jedem Tropenklischee unterscheidet. Wer einzigartige Bilder will, kommt hierher.

Licht & Sicht: Was Kapstadt anders macht

Für Unterwasserfotografen ist Licht alles — und Kapstadt ist in dieser Hinsicht komplex. Das kalte, nährstoffreiche Atlantikwasser trägt suspendierte Partikel, die das Licht anders brechen als in tropischen Gewässern.

  • Vorteil: Das gefilterte Licht schafft eine charakteristische blau-grüne Atmosphäre. Im Kelp-Wald entstehen dramatische Lichtstrahlen (Gott-Strahlen), wie du sie sonst nur in Tropfsteinhöhlen oder im Wald kennst. Diese Shots sind unverkennbar Kapstadt.
  • Nachteil: Sicht zwischen 5 und 20 Metern — selten mehr. Im Sommer in False Bay kann sie auf 3 bis 5 Meter einbrechen (Algenblüte). Das begünstigt Weitwinkel- und Makrofotografie, macht Großwild-Shots aus Distanz aber schwierig.

Beste Lichtverhältnisse: 2 bis 4 Stunden nach Sonnenaufgang, wenn das Sonnenlicht flach durch den Kelp-Baldachin fällt. Plane Tauchgänge morgens — nachmittags dreht der Kapstädter Südostwind auf, und die Bedingungen verschlechtern sich schnell.

Die besten Spots für Unterwasserfotos in Kapstadt

1. Oudekraal — Kelp-Lichtstrahlen am Atlantik

Oudekraal ist mein Go-to-Spot für dramatische Weitwinkelbilder im Kelp. Die Ecklonia-maxima-Pflanzen wachsen auf einer felsigen Unterlage von 6 bis 15 Metern Tiefe, und bei guter Sicht entsteht der perfekte Tunnel-Effekt: dunkler Kelp-Baldachin oben, Lichtstrahlen von der Seite, dein Buddy als Silhouette in der Mitte. Technisch ist der Spot moderat — achte auf leichte Strömung beim Einsteigen vom Ufer.

2. Hout Bay — Robben-Action

Die Kap-Pelzrobben rund um Hout Bay sind die natürlichen Entertainers des Kapstädter Tauchens. Sie schwimmen aktiv um dich herum, kommen auf wenige Zentimeter an die Linse, pusten Luftblasen in dein Gesicht und drehen Pirouetten unter Wasser. Für Robben-Fotos empfehle ich ein Fisheye oder Ultraweitwinkel (10–17mm auf APS-C) — du willst so nah wie möglich ran, und die Robben kommen von allein. Burstmodus ist essenziell, da die Tiere extrem schnell und unvorhersehbar sind.

3. The Pinnacles (Miller's Point, False Bay) — Cowsharks

The Pinnacles ist der bekannteste Spot für Breitnasen-Siebensiemer-Haie in Kapstadt. An guten Tagen zwischen April und September tauchen hier 5 bis 10 Exemplare auf, mit 2 bis 3 Metern Körperlänge. Das Licht ist hier herausfordernder als am Atlantik, aber das Wildleben entschädigt. Empfehlung: 15–35mm Weitwinkel, starke Video-Leuchte für Farbkorrektur, RAW-Format für maximale Nachbearbeitungsflexibilität.

4. Smitswinkel Bay — Wracks & Nudibranchen-Makro

In Smitswinkel Bay liegen fünf versenkbare Wracks auf 18 bis 30 Metern Tiefe, bewachsen mit Weichkorallen, Seeigeln und einer spektakulären Vielfalt von Nacktschnecken. Das ist das beste Makro-Revier in Kapstadt. Besonders von September bis November findest du hier Phyllidia, Hypselodoris und Chromodoris-Arten — leuchtend orange, lila und cyan. Für Makro empfehle ich 60mm oder 100mm Makroobjektiv mit Schnorchelblinker als Fülllicht.

Kamera-Ausrüstung für Kapstadt: Meine Empfehlungen

Einstieg: Action-Cameras und iPhone-Gehäuse

Für den Anfang ist eine GoPro HERO13 Black ideal — wasserdicht bis 10 Meter, robust, passt in jeden BCD-Pocket. Das Manko: Begrenzte Kontrolle über Belichtung und Schärfentiefe. Eine sehr gute Alternative für iPhone-Nutzer ist das DIVEVOLK Seatouch 4 Max Plus — das einzige Unterwassergehäuse, bei dem du auch unter Wasser den Touchscreen bedienen kannst. Gerade für Robben und Cowsharks, die keine Zeit lassen, macht das einen riesigen Unterschied. Außerdem solltest du Kamera und Lampe immer mit einem elastischen Cressi Laynyard am BCD sichern — was einmal in einem Kelp-Wald oder einem Wrack verloren geht, ist verloren.

Mittelstufe: Kompakte Systemkameras

Für ernsthaftere Bilder empfehle ich die Sony RX100 VII im Fantasea-Gehäuse oder die OM System TG-7 mit optionalem Weitwinkel-Vorsatz. Beide ermöglichen RAW-Aufnahmen und haben genug Dynamikumfang für die kontrastreichen Kapstadt-Lichtsituationen. Der Sony-Sucher mit 20 Bilder/Sekunde ist ideal für die flinken Robben.

Profi-Setup: Spiegellose Systemkameras

Wer das volle Potenzial ausschöpfen will: Sony A7 IV oder Canon EOS R6 Mark II in einem Nauticam-Gehäuse mit 230mm Dome-Port für Weitwinkel im Kelp. Alternativ 100mm Makroobjektiv für Nudibranchien in Smitswinkel. Diese Setups kosten 5.000 bis 12.000 Euro in der Vollausstattung — und liefern Bilder auf Magazin-Niveau.

Licht & Blitz: Besonderheiten für Kapstadts nährstoffreiches Wasser

Unterwasser-Strobes sind wichtig für Farbkorrektur, aber: Das nährstoffreiche Kapstädter Wasser hat viele Schwebeteilchen, die bei Direktblitz zu weißen Punkten im Bild führen (Backscatter). Lösungen:

  • Strobes weit außen montieren (ca. 90° Winkel zur optischen Achse)
  • Niedrigere Blitzleistung — lieber nachbelichten als überstrahlen
  • Im Kelp-Wald bei guter Sicht oft gar kein Kunstlicht, sondern auf das natürliche Gegenlicht setzen

Für Video: Rote Filter (z.B. Flip Filters) sind von 0 bis 8 Metern sehr effektiv. Darunter lieber einen echten Videoscheinwerfer verwenden. Meine Empfehlung für kompaktes Videolicht: BigBlue BL2600P.

Praktische Checkliste für Unterwasserfotografen in Kapstadt

  • Mindestens 2 Akkus und 2 SD-Karten pro Tauchgang (Kälte entlädt Akkus schneller als in tropischen Gewässern)
  • Kleiner Reinigungsschwamm oder Mikrofasertuch für die Außenlinse des Gehäuses zwischen den Tauchgängen
  • O-Ring-Fett und Reservedichtung für das Kameragehäuse (Kälte macht Dichtungen spröde)
  • Handschuhe schützen Hände beim Ein- und Aussteigen am felsigen Ufer — für Fotografen wichtig, weil du die Hände brauchst
  • Suction-Cup oder Kamera-Mount für den Sturz-Schutz auf dem Boot bei Dünung

Der richtige Zeitpunkt für die beste Bildausbeute

Mein persönlicher Geheimtipp für Unterwasserfotografen: Tauche im April und Mai. Die Algenblüte in False Bay ist vorbei, der Südostwind schläft noch, und sowohl Cowsharks als auch Nudibranchen sind in ihrer aktivsten Phase. Die Robben in Hout Bay haben gerade Jungtiere — verspielter als je sonst. Und das Morgenlicht durch den Kelp-Baldachin ist in dieser Jahreszeit besonders intensiv.

Häufige Fragen

Brauche ich eine professionelle Kamera für gute Unterwasserfotos in Kapstadt?+

Nein. Eine moderne GoPro Hero oder DJI Osmo Action liefert bei gutem Licht und richtiger Positionierung sehr ansprechende Ergebnisse — besonders für Robben-Fotos und Kelp-Videos. Für Makro-Motive (Nudibranchen) und anspruchsvolle Haifisch-Shots brauchst du mehr Kontrolle, die kompakte Systemkameras wie die Sony RX100 VII bieten.

Warum sind meine Unterwasserfotos in Kapstadt immer grünstichig?+

Das liegt am nährstoffreichen Kaltwater des Benguela-Stroms, der grüne Wellenlängen dominieren lässt. Lösung: Roten Kanal im RAW-Entwickler (Lightroom, Capture One) gezielt anheben, oder beim Filmen einen roten Filter (Flip Filters) bis ca. 8 Metern Tiefe nutzen. Unter 8 Metern hilft nur künstliches Licht mit einem Weißlicht-Strobe oder Videoscheinwerfer.

Welche Jahreszeit ist für Unterwasserfotografie in Kapstadt die beste?+

April bis Mai: beste Kombination aus guter Sicht in False Bay (Algenblüte vorbei), aktiven Cowsharks, spielenden Robben-Jungtieren und dramatischem Kelp-Licht. Oktober und November sind ebenfalls exzellent — dann beginnt die Nudibranchen-Hauptsaison in Smitswinkel Bay.

Kann ich mein Kameragehäuse in Kapstadt mieten?+

Ja, einige Tauchladen in Simon's Town und Hout Bay vermieten einfache Unterwassergehäuse für GoPros und Kompaktkameras. Für professionelle Nauticam- oder Ikelite-Gehäuse musst du dein eigenes mitbringen — Miete ist hier nicht üblich. Tipp: Gehäuse schon zu Hause gründlich testen (Drucktest mit leerer Kamera), nicht erst in Kapstadt.

Über den Autor

Marc – PADI Divemaster

Marc

PADI Divemaster · Cape Town

Ich zeige dir, wie du in Kapstadt sicher tauchst und die richtigen Spots für dein Level auswählst.

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Meine Ausrüstung

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