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Fotospots unter Wasser in Kapstadt: Kelp, Haie & Robben
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Tauchspots 17. Oktober 2026 Marc 9 Min.

Fotospots unter Wasser in Kapstadt: Kelp, Haie & Robben

Die besten Fotospots unter Wasser in Kapstadt: Kelp-Lichtspiele, Cowsharks, Pyjama-Haie, Robben und Oktopusse, mit Spot, Tiefe und Lichtverhältnissen.

Die 5 besten Fotospots unter Wasser in Kapstadt auf einen Blick

Die besten Fotospots unter Wasser in Kapstadt sind Kelp-Lichtspiele in Windmill Beach, Cowsharks in Shark Alley, Pyjama-Haie in Long Beach, Robben in Partridge Point und Oktopusse in den Kelp-Wäldern bei A-Frame. Jeder Spot verlangt ein anderes Licht, eine andere Tiefe und eine andere Tageszeit. Wer das ignoriert, kommt mit grauen, flachen Bildern zurück.

MotivSpotTiefeLicht
Kelp-LichtspieleWindmill Beach / A-Frame3–8 m10–13 Uhr, Backlight durch Blätter
CowsharksShark Alley, Miller's Point8–12 mFrühmorgens, Silhouette gegen die Oberfläche
Pyjama-HaieLong Beach, Simon's Town3–6 mNachttauchgang / Dämmerung, Kunstlicht
Kap-PelzrobbenPartridge Point5–10 mMittags, klares Wasser
OktopusseKelp-Wälder A-Frame / Oudekraal6–12 mDiffuses Schattenlicht, Spotlicht für Farbwechsel

Ich fotografiere seit über zehn Jahren in diesen Gewässern, und das Erste, was ich jedem neuen Foto-Taucher sage: Kapstadt ist kein Ort, an dem man „einfach mal schaut, was kommt". Hier entscheidet die Tageszeit über das Bild, nicht die Kamera.

Kelp-Lichtspiele in Windmill Beach und A-Frame

Für Lichtstrahlen durch Kelp-Blätter gehst du nach Windmill Beach oder A-Frame an der Atlantikküste, idealerweise zwischen 10 und 13 Uhr bei hoch stehender Sonne. Die Blätter des Riesenkelps filtern das Licht zu goldgrünen Vorhängen, die in 3 bis 8 Metern Tiefe am dichtesten wirken.

Oudekraal ist für diese Aufnahme bewusst nicht meine erste Wahl: zu viel Durchgangsverkehr, zu viele Taucher, die die Sicht aufwirbeln. Windmill Beach und A-Frame sind ruhiger, und der Kelp steht dort dichter am Einstieg, sodass du nicht erst zehn Minuten schwimmen musst, bis das Motiv beginnt. Wie du Gegenlicht einfängst, ohne dass die Linse ausbrennt, habe ich ausführlich in meinem Grundlagenartikel zur Unterwasserfotografie in Kapstadt beschrieben, dort auch Blende und ISO für genau diese Situation.

Was in der Praxis oft fehlt, ist Zusatzlicht für den Vordergrund. Die Sonne von oben erzeugt die Strahlen, aber dein Motiv im Vordergrund (ein Taucher, ein Felsvorsprung, ein Mitmodel) wird davon noch zur Silhouette. Ich arbeite hier mit einem SeaLife Sea Dragon 2000F UW-Videolicht (ca. 477 €), das mit 2000 Lumen genug Füllicht liefert, um den Vordergrund aufzuhellen, ohne die Kelp-Strahlen im Hintergrund zu überstrahlen. Für dieses eine Motiv ist es die sinnvollste Investition, die ich kenne. Bei allen anderen Spots auf dieser Liste würde ich es nicht zwingend mitnehmen. Mehr zu den passenden Kamera-Settings für diese Lichtsituation findest du unter Kelp-Unterwasserfotografie: die richtigen Einstellungen.

Wassertemperatur an der Atlantikseite: 8–14 °C, auch im Hochsommer. Ohne 7-mm-Neopren, Haube und Handschuhe hältst du die 40 bis 50 Minuten, die so eine Lichtsession braucht, nicht durch, und genau die Ruhe, die ein gutes Bild verlangt, fehlt dann als Erstes.

Cowsharks fotografieren in Shark Alley und den Pinnacles

Shark Alley und The Pinnacles bei Miller's Point in der False Bay sind die verlässlichsten Spots für breitnasige Siebenkiemerhaie (Cowsharks), in 8 bis 12 Metern Tiefe. Statt der üblichen Frontalaufnahme lohnt sich hier die Silhouetten-Technik: früh morgens von unten gegen die helle Wasseroberfläche fotografieren, sodass der Hai als klare schwarze Kontur erscheint.

Das ist eine bewusst andere Bildidee als die Standardaufnahme, die die meisten mitbringen: Cowshark im Mittelgrund, flach ausgeleuchtet. Die Silhouette funktioniert nur, wenn du tief genug unter dem Tier bleibst und die Oberfläche als Lichtquelle nutzt statt als Störfaktor. Miller's Point ist dafür besser geeignet als die offenere Smitswinkel Bay, weil die Felsformationen der Pinnacles den Tieren Struktur geben, an der sie sich orientieren, und sie entsprechend ruhiger und vorhersagbarer schwimmen.

Die Cowsharks sind territorial und meist in kleinen Gruppen zu sehen, nicht in den großen Aggregationen, die man aus anderen Destinationen kennt. Geduld zahlt sich hier mehr aus als Ausrüstung. False Bay liegt bei 14–20 °C, deutlich wärmer als die Atlantikseite. Ein 7-mm-Anzug bleibt trotzdem Pflicht, wenn du lange genug stillhalten willst, um die Silhouette richtig zu timen.

Pyjama-Haie in Long Beach bei Nacht

Pyjama-Haie liegen tagsüber meist versteckt in Felsspalten und werden erst in der Dämmerung oder bei Nacht aktiv. Long Beach in Simon's Town ist dafür der zuverlässigste Spot, in 3 bis 6 Metern Tiefe. Für Fotos brauchst du entweder einen Nachttauchgang oder gehst kurz vor Sonnenuntergang rein, wenn die Tiere gerade aus ihren Verstecken kommen.

Long Beach ist flach und sandig, geschützt genug, um ohne viel Strömung in Ruhe an einer Felsspalte zu warten, bis sich ein Pyjama-Hai zeigt. Die charakteristische gestreifte Zeichnung kommt nur mit eigenem Licht wirklich zur Geltung, denn in den Spalten, in denen sich die Tiere aufhalten, kommt kaum Umgebungslicht an.

Für genau diesen Zweck reicht eine kompakte, helle Handlampe völlig aus. Ich nutze dafür die Wurkkos DL20R mit 3200 Lumen, günstig im Bereich 40–50 €, klein genug für die enge Felsspalte und hell genug, um Farben statt nur Grauwerte einzufangen. Ein teures Videolicht wäre hier überdimensioniert: du willst gezielt in eine 20 cm breite Spalte leuchten, nicht die ganze Szene ausleuchten.

Nachttauchgänge in Simon's Town sind kälter, als man denkt, selbst in der False Bay. Nach Sonnenuntergang fällt die gefühlte Temperatur schnell. 7-mm-Neopren, Haube und Handschuhe sind hier keine Option, sondern Voraussetzung, sonst zittern deine Hände, bevor der Hai überhaupt aus der Spalte kommt.

Kap-Pelzrobben in Partridge Point

Partridge Point in der False Bay ist mein bevorzugter Spot für Robbenfotos, nicht Hout Bay oder Duiker Island, wo der Bootsverkehr hoch und die Tiere entsprechend scheuer sind. In 5 bis 10 Metern Tiefe gibt es hier Felsformationen mit Swim-Throughs, durch die junge Kap-Pelzrobben neugierig und verspielt schwimmen.

Die beste Zeit ist mittags, wenn das Licht senkrecht steht und am wenigsten Grünstich ins Wasser bringt. Robben sind hier Tiere, die dich fotografieren, nicht umgekehrt. Sie kommen von hinten, drehen vor der Linse ab, kommen wieder. Wer zu aktiv hinterherschwimmt, verschreckt sie; wer ruhig an einem Swim-Through wartet, bekommt die Tiere nah und entspannt vor die Kamera.

Wann die Robben verspielt sind und wann du besser Abstand hältst, habe ich in Kap-Pelzrobben: Verhalten beim Tauchen verstehen zusammengefasst. Das hilft beim Timing der Aufnahme mehr als jede Kameraeinstellung. False Bay ist mit 14–20 °C der wärmere Teil der Kapstadt-Gewässer, aber bei den oft 40 bis 60 Minuten, die man an so einem Spot verbringt, würde ich nie unter 7 mm Neopren gehen.

Oktopusse in den Kelp-Wäldern der Atlantikküste

Kap-Oktopusse findest du zuverlässig in den Kelp-Wäldern entlang der Atlantikküste, besonders rund um A-Frame und Oudekraal, in 6 bis 12 Metern Tiefe. Das ist reine Makro-Suche: Spalten, Felsunterseiten und leere Muschelhaufen vor dem Bau absuchen, denn die Tiere selbst sind Meister der Tarnung und fast nie auf den ersten Blick zu erkennen.

Das Licht im Kelp-Wald ist diffus und schattig, gut für die Grundstimmung, aber zu schwach, um den eigentlichen Trick eines Oktopus einzufangen: den Farbwechsel. Ein gezieltes Spotlicht aus der Nähe, kurz angesetzt, provoziert oft eine Reaktion, ohne das Tier zu stressen, wenn man es nicht dauerhaft blendet. Genau hier zahlt sich dasselbe Videolicht aus, das schon bei den Kelp-Lichtspielen half, nur auf kurze Distanz statt für Hintergrundaufhellung eingesetzt.

Geduld ist bei diesem Motiv die wichtigste Ausrüstung. Ich rechne für eine gute Oktopus-Session mit 30 bis 45 Minuten reinem Suchen, bevor überhaupt ein Foto entsteht. Die Atlantikseite bleibt dabei konstant kalt, 8–14 °C, was bei der nötigen Ruhe und den langen Stillstandsphasen vor einer Spalte besonders an die Hände geht. Handschuhe sind hier kein Komfort, sondern Bedingung dafür, dass du überhaupt lange genug durchhältst.

Was du für diese Motive an Ausrüstung brauchst

Für alle fünf Spots gilt dasselbe Kaltwasser-Minimum: 7-mm-Neopren, Handschuhe und eine gute Haube. Kamera-Settings, Blende, ISO und Weißabgleich für jede dieser Situationen habe ich bewusst nicht noch einmal hier ausgebreitet, das steht ausführlich in meinem Grundlagenartikel zur Unterwasserfotografie in Kapstadt. An dieser Stelle geht es nur um das, was zwischen dir und der Kälte sitzt, denn ohne das hältst du an keinem der fünf Spots lange genug durch, um das Bild überhaupt zu bekommen.

Bei der Haube würde ich nicht sparen: ein schlecht sitzendes Modell drückt genau dann, wenn du für ein Foto den Kopf in eine ungewohnte Position drehst. Ich tauche selbst seit Jahren mit der Cressi Draget Plus Neoprenhaube 5mm (ca. 38 €), weil die Gesichtsdichtung eng sitzt, ohne zu würgen, und ich sie auch nach 90 Minuten in 10 °C kaltem Atlantikwasser nicht mehr spüre. Genau die Konzentration, die ein ruhiges Foto braucht, geht sonst als Erstes verloren.

Häufige Fragen

Welcher Spot in Kapstadt eignet sich am besten für Kelp-Lichtstrahlen?+

Windmill Beach und A-Frame an der Atlantikküste liefern die zuverlässigsten Kelp-Lichtspiele, am besten zwischen 10 und 13 Uhr bei hoch stehender Sonne in 3 bis 8 Metern Tiefe. Oudekraal funktioniert ebenfalls, ist aber durch mehr Tauchverkehr oft trüber.

Muss ich für Hai-Fotos in Kapstadt einen Nachttauchgang machen?+

Für Cowsharks nicht. Die sieht man tagsüber in Shark Alley und bei den Pinnacles am besten früh morgens. Für Pyjama-Haie in Long Beach dagegen schon, da sie tagsüber in Felsspalten verschwinden und erst in der Dämmerung oder nachts aktiv werden.

Wo sieht man am zuverlässigsten Robben beim Tauchen in Kapstadt?+

Partridge Point in der False Bay bietet ruhigere und weniger scheue Robben als die bekannteren Spots bei Hout Bay oder Duiker Island, weil dort weniger Bootsverkehr herrscht. Mittags bei senkrechtem Licht und in 5 bis 10 Metern Tiefe sind die Chancen auf entspannte Begegnungen an den Swim-Throughs am größten.

Welche Ausrüstung brauche ich für Unterwasserfotos in Kapstadts kaltem Wasser?+

Mindestens 7-mm-Neopren, eine gut sitzende Haube und Handschuhe, da die Atlantikseite nur 8–14 °C und die False Bay 14–20 °C hat. Für Lichtmotive im Kelp oder bei Oktopussen hilft zusätzlich ein kompaktes UW-Videolicht, für Spalten-Suche bei Nacht reicht eine kleine, helle Tauchlampe.

Wie lange dauert es, bis man einen Kap-Oktopus vor die Linse bekommt?+

Realistisch solltest du mit 30 bis 45 Minuten reinem Absuchen von Spalten und Felsunterseiten rechnen, bevor du überhaupt ein Tier findest. Die Kelp-Wälder rund um A-Frame und Oudekraal in 6 bis 12 Metern Tiefe sind dafür die verlässlichsten Bereiche.

Über den Autor

Marc – PADI Divemaster

Marc

PADI Divemaster · Cape Town

Ich zeige dir, wie du in Kapstadt sicher tauchst und die richtigen Spots für dein Level auswählst.

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