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Tauchen in Kapstadt im September: Frühling unter und über Wasser
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Planung 22. März 2026 Marc 8 Min.

Tauchen in Kapstadt im September: Frühling unter und über Wasser

September bringt Wildblumen an Land und bunte Nacktschnecken unter Wasser. Cowsharks werden aktiv, Stürme seltener — Kapstadts Frühling beginnt.

Warum ist September eine gute Zeit zum Tauchen in Kapstadt?

September markiert den Beginn des Frühlings in Südafrika — und das spürst du über und unter Wasser. Die Winterstürme werden seltener, die Sonne gewinnt an Kraft, und an der Westküste explodieren die Wildblumenfelder in Orange, Gelb und Weiß. Unter Wasser passiert etwas Ähnliches: Die Nacktschnecken-Saison beginnt in False Bay, Cowsharks kehren zuverlässig an die flachen Riffe zurück, und die Kelpwälder stehen noch in voller Winterpracht. September ist für mich einer der drei besten Tauchmonate in Kapstadt.

Bedingungen im September: Die Zahlen

  • Atlantik: 11–14°C Wassertemperatur, Sicht 8–20 Meter
  • False Bay: 14–17°C Wassertemperatur, Sicht 6–15 Meter
  • Luft: 12–20°C, zunehmend sonnig
  • Stürme: Noch möglich, aber seltener und kürzer als im Hochwinter

Im Vergleich zu August stabilisieren sich die Bedingungen deutlich. Ich hatte im September ganze Wochen ohne nennenswerten Sturm — das ist im Juli oder August fast unmöglich. Die Sicht in False Bay ist oft ausgezeichnet, weil die Wintermischung das Wasser durchsichtig gehalten hat und die sommerliche Algenblüte noch Monate entfernt ist.

Nacktschnecken: Die bunten Stars von False Bay

Wenn du dich für Makro-Fotografie interessierst oder einfach gern kleine, absurde Wesen bewunderst: September ist der Beginn der Nudibranch-Saison in False Bay. Hunderte Arten in den unwahrscheinlichsten Farben und Formen bevölkern die Riffe bei Miller's Point, Long Beach und in der Smitswinkel Bay.

Die Vielfalt ist beeindruckend. Gasflame Nudibranchs (Bonisa nakaza) in Orange und Weiß, Fiery Nudibranchs (Okenia amoenula) in leuchtendem Rot, und die winzigen, kaum fingernagel-großen Arten, die man nur mit einer Lupe — oder einer guten Kamera — richtig sieht. Pro Tauchgang bei Miller's Point habe ich im September regelmäßig 15 bis 20 verschiedene Arten gezählt.

Für Unterwasserfotografie brauchst du dafür ein Makro-Setup. Aber auch mit einer GoPro Hero 13 im Nahaufnahme-Modus bekommst du brauchbare Bilder — der Trick ist, dich langsam über das Riff zu bewegen und wirklich genau hinzuschauen. Die meisten Taucher schwimmen direkt über die Nacktschnecken hinweg, ohne sie zu bemerken.

Cowsharks: Die Saison beginnt richtig

September ist der Monat, in dem die Cowshark-Saison an Miller's Point offiziell Fahrt aufnimmt. Die Breitnasen-Siebensiemer sind jetzt regelmäßig an den flachen Riffen und Abbruchkanten präsent. Sichtungsraten liegen bei 70–80% — nicht ganz auf dem Niveau von Oktober/November, aber nah dran.

Was mir an September-Cowsharks auffällt: Die Tiere sind nach dem Winter oft besonders neugierig. Vielleicht liegt es daran, dass sie monatelang wenig Taucher gesehen haben. Mehrmals hatte ich im September Cowsharks, die auf drei bis vier Meter herankamen und mich regelrecht inspizierten — langsam, ruhig, mit diesem typischen seitlichen Kopfdrehen, das zeigt, dass der Hai dich mit seinem seitlichen Auge mustert. Das ist ein Moment, der nie langweilig wird, egal wie oft man ihn erlebt. Meinen ausführlichen Cowshark-Guide findest du hier.

Wildblumen: Die Westküste leuchtet

September ist Wildblumen-Saison an der Westküste Südafrikas. Die Namaqualand-Blüte erstreckt sich von Clanwilliam bis hinunter nach Darling, nur eine Autostunde nördlich von Kapstadt. Ganze Hänge in leuchtendem Orange, Gelb und Weiß — ein Naturschauspiel, das es nur hier gibt.

Für Tauchreisende ist das die perfekte Kombination: Morgens tauchen in False Bay, nachmittags einen Ausflug zur West Coast machen und durch Wildblumenfelder wandern. Oder plane einen ganzen Tag ein und fahre bis nach Langebaan, wo das West Coast National Park die dichtesten Blumenfelder hat. September macht Kapstadt zu einem der wenigen Orte der Welt, wo du Frühling gleichzeitig über und unter Wasser erleben kannst.

Ausrüstung im September

Das Wasser wird wärmer, aber wir reden immer noch von 11–17°C. Ein 7mm Neoprenanzug bleibt Pflicht, ebenso Haube und Handschuhe. Für False Bay bei 16–17°C kannst du vielleicht auf die Handschuhe verzichten, wenn du nicht kälteempfindlich bist — aber ich rate davon ab. Lieber zu warm als zu kalt.

Wichtig im September: Die Tage werden länger, das Licht wird besser, aber die Kelpwälder sind noch dicht. Eine gute Tauchlampe bleibt essentiell, besonders bei Makro-Tauchgängen. Die Farben der Nacktschnecken kommen erst unter Kunstlicht zur Geltung — ohne Lampe sieht alles grau-grün aus. Eine Tauchlampe ist die beste Investition, die du für Kapstadt-Tauchen machen kannst.

Walbeobachtung: Immer noch erstklassig

Die Südlichen Glattwale sind im September weiterhin in großer Zahl präsent. Walker Bay und Hermanus sind nach wie vor Top-Spots. Zusätzlich beginnen jetzt die ersten Buckelwale, entlang der Küste nordwärts zu ziehen — ein Bonus, den du im August noch nicht hattest.

Kosten und Buchung im September

September ist noch Nebensaison, aber der Übergang zur Hauptsaison beginnt. Die Preise für Unterkünfte und Flüge sind noch moderat — 20–30% günstiger als im Dezember. Tauchoperatoren sind nicht ausgebucht, aber es lohnt sich, ein bis zwei Wochen vorher zu reservieren. Mehr zu Kosten und Budget findest du in meinem Kapstadt-Tauchkosten-Guide.

Meine Empfehlung für September

September ist einer meiner persönlichen Lieblingsmonate in Kapstadt. Du bekommst die Kombination aus guter Sicht, aktiven Cowsharks, bunten Nacktschnecken, Walen und Wildblumen — und das alles zu Nebensaison-Preisen mit wenig Touristen. Wenn du eine Woche Urlaub hast und das Maximum an Erlebnissen willst, ist September schwer zu schlagen. Plan mindestens sieben Tage ein — bei stabilem Wetter bekommst du fünf bis sechs Tauchtage hin.

Häufige Fragen

Ist September gut zum Tauchen in Kapstadt?+

September ist einer der besten Monate. Die Winterstürme werden seltener, Cowsharks sind aktiv, die Nacktschnecken-Saison beginnt, und die Sicht ist oft exzellent. Dazu kommen Wale und Wildblumen — eine einzigartige Kombination.

Wie warm ist das Wasser im September?+

Der Atlantik liegt bei 11–14°C, False Bay bei 14–17°C. Ein 7mm Neoprenanzug mit Haube ist Pflicht. In False Bay kannst du an warmen Tagen eventuell auf Handschuhe verzichten.

Wann ist die Nudibranch-Saison in Kapstadt?+

Die Nudibranch-Saison beginnt im September und läuft bis etwa Januar. Die größte Artenvielfalt gibt es an den Riffen bei Miller's Point und Long Beach in False Bay. Für gute Fotos brauchst du eine Tauchlampe und idealerweise ein Makro-Setup.

Sind im September noch Wale in Kapstadt?+

Ja, September ist immer noch hervorragend für Walbeobachtung. Südliche Glattwale sind in großer Zahl in Walker Bay und False Bay. Zusätzlich beginnen die ersten Buckelwale ihre Nordwanderung entlang der Küste.

Kann man die Wildblumen und Tauchen kombinieren?+

Perfekt sogar. Morgens tauchen in False Bay, nachmittags zur Westküste fahren (Darling, Langebaan, West Coast National Park). Die Blüte dauert von Mitte August bis Mitte Oktober — September ist der Höhepunkt.

Über den Autor

Marc – PADI Divemaster

Marc

PADI Divemaster · Cape Town

Ich zeige dir, wie du in Kapstadt sicher tauchst und die richtigen Spots für dein Level auswählst.

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Meine Ausrüstung

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