Long Beach Simon's Town tauchen: Kapstadts bester Einsteiger-Shore-Dive. Flach, geschützt, ganzjährig — alles zu Anfahrt, Sicht und Ausrüstung.
Kurzantwort: Ist Long Beach Simon's Town zum Tauchen gut?
Wer Long Beach in Simon's Town tauchen will, findet hier den beliebtesten Einsteiger- und Ausbildungs-Shore-Dive Kapstadts: eine geschützte, flache Bucht auf der False-Bay-Seite mit maximal 6 bis 8 Metern Tiefe, bequemem Sandeinstieg direkt vom Strand und kaum Strömung. Unter Wasser triffst du Pyjama-Haie, Oktopusse und alte Wrackreste. Getaucht wird ganzjährig — im Winter von Juni bis August ist die Sicht am besten, das Wasser liegt bei 12 bis 17 °C, also gehört ein 7mm-Neoprenanzug zwingend dazu.
Warum Long Beach der ideale erste Kaltwasser-Tauchgang ist
Ich habe an Long Beach mehr Open-Water-Schüler durch ihre ersten echten Tauchgänge geführt, als ich zählen kann. Und ich sage das mit voller Überzeugung: Wenn du zum ersten Mal in Kapstadts kaltes Wasser willst, gibt es keinen besseren Ort. Nicht wegen spektakulärer Großfische — die gibt es hier nicht — sondern weil dieser Spot dir erlaubt, dich in Ruhe an alles zu gewöhnen, was Kaltwassertauchen anders macht.
Geschützte Bucht, kaum Strömung, flach
Long Beach liegt im Nordwesten der False Bay, direkt neben dem Yachthafen von Simon's Town. Die Bucht ist nach Osten offen, aber durch die Marina-Mole und die geografische Lage weitgehend vor Wellengang geschützt. Strömung ist hier praktisch kein Thema — an einem normalen Tag stehst du am Grund und wirst nirgendwohin gezogen. Die maximale Tiefe liegt bei 6 bis 8 Metern, und den Großteil des Tauchgangs verbringst du zwischen 3 und 5 Metern. Für Einsteiger heißt das: kein Deko-Stress, viel Grundzeit, und im Notfall bist du in Sekunden an der Oberfläche.
Sandeinstieg direkt vom Strand
Der größte Vorteil gegenüber vielen anderen Kapstädter Spots: Du steigst über weichen Sand ins Wasser, nicht über glitschige Felsen bei Brandung. Du gehst vom Parkplatz die paar Meter zum Strand, watest bis hüfttief hinein, tauchst ab und bist unten. Kein Klettern, kein Timing mit den Wellen, kein Risiko, dir am Einstieg das Knie aufzuschlagen. Genau deshalb ist Long Beach der Standard-Trainingsspot der ganzen Halbinsel.
Der klassische Ausbildungsspot
Fast jede Tauchschule zwischen Kapstadt und Cape Point bringt ihre Anfänger hierher. Die flache, ruhige Umgebung ist ideal, um Skills wie Maske ausblasen, Tarierung oder Wechselatmung zu üben, ohne dass Tiefe oder Strömung zusätzlichen Druck aufbauen. Wenn du deinen Open Water Diver in Kapstadt machst, wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit an Long Beach abtauchen. Eine breitere Übersicht, was False Bay für Einsteiger sonst noch bietet, findest du in meinem False-Bay-Einsteiger-Guide.
Der Tauchgang: Was dich unter Wasser erwartet
Erwarte keinen Korallengarten. Long Beach ist ein sandiger Kaltwasserspot, und sein Reiz liegt im Detail — in den kleinen, oft übersehenen Lebewesen, die genau hier zuverlässig zu finden sind.
Marine Life: Pyjama-Haie, Oktopusse und mehr
Der Star von Long Beach ist der Pyjama-Hai (Pyjama Catshark) — ein harmloser, gestreifter Bodenhai, der tagsüber oft zusammengerollt zwischen den kleinen Riffstrukturen liegt. Dazu kommt der Puffadder-Shyshark, der sich bei Störung zu einer Kugel einrollt und die Augen mit dem Schwanz bedeckt. Beide sind absolut ungefährlich und für viele Gäste das Highlight des Tauchgangs.
Der Common Octopus ist hier ebenfalls regelmäßig zu Hause — such nach Löchern im Sand mit Muschelschalen davor, das ist meist der Eingang zu seinem Bau. Wer die Augen offen hält, findet außerdem eine erstaunliche Vielfalt an Nacktschnecken (Nudibranchs) in allen Farben, gelegentlich Seepferdchen und Seenadeln im Seegras, sowie Klippfische, Rochen im Sand und die typischen kaltwasser-bunten Anemonen. Long Beach ist ein Muck-Diving-Paradies — wer langsam taucht und genau hinschaut, wird belohnt.
Wrackreste und der alte Steg als Orientierung
Verstreut über den Grund liegen die Reste alter Boote und Strukturen — kein spektakuläres Schiffswrack, sondern verrostete Metallteile und Holzreste, die von der Marine-Geschichte Simon's Towns erzählen. Diese Wrackreste und die Pfeiler eines alten Stegs dienen als natürliche Orientierungspunkte und als Sammelstellen für Fische und Wirbellose. Für die Navigation sind sie Gold wert: Du folgst einer Struktur hinaus und findest über dieselbe Linie zuverlässig zurück.
Sandgrund und kleine Riffstrukturen
Der Grund ist überwiegend Sand, durchsetzt mit einzelnen Felsblöcken und niedrigen Riffkanten. An diesen kleinen Strukturen konzentriert sich das Leben — genau dort suchst du nach Oktopussen, Haien und Nacktschnecken. Der offene Sand dazwischen ist ideal, um Tarierung zu üben, ohne empfindliches Riff zu berühren. Ein weiterer Grund, warum der Spot didaktisch so gut funktioniert.
Praktische Planung: Anfahrt, Einstieg, Parken
Anfahrt ab Kapstadt und Simon's Town
Von Kapstadt-Zentrum fährst du etwa 45 bis 60 Minuten über die M3 und dann die malerische Küstenstraße M4 durch Muizenberg, Fish Hoek und weiter nach Simon's Town. Long Beach liegt am nördlichen Ortsrand, direkt an der Hauptstraße gegenüber dem Bahnhof und neben der Marina. Denk dran: In Südafrika ist Linksverkehr. Wenn du das nicht gewohnt bist, plane die erste Fahrt entspannt und meide die Rushhour auf der M3.
Parken und Sicherheit
Direkt am Strand gibt es einen Parkplatz. Wie überall in Südafrika gilt: Lass nichts Sichtbares im Auto liegen. Kein Portemonnaie auf dem Sitz, keine Kamera, kein Rucksack. An belebten Tagen sind oft informelle Parkwächter ("car guards") vor Ort — ein kleines Trinkgeld von 5 bis 10 Rand beim Verlassen ist üblich. Tauche nach Möglichkeit nicht allein, und lass jemanden wissen, wo du bist.
Einstieg, Ausstieg und Navigationslinie
Der Einstieg erfolgt über den Sandstrand: bis hüfttief hineinwaten, Flossen anziehen, abtauchen. Eine bewährte Route führt vom Strand aus grob nach Nordosten Richtung Marina-Mole, entlang der kleinen Riffkanten und Wrackreste. Merk dir eine Kompasspeilung beim Abtauchen — dann findest du selbst bei mäßiger Sicht zurück. Der Ausstieg erfolgt am selben Strand. Weil alles flach ist, kannst du jederzeit auftauchen und dich an Land orientieren. Wer die anderen Shore-Dives der Halbinsel vergleichen will, findet sie in meinem Überblick der besten Shore-Diving-Spots in Kapstadt.
Bedingungen und beste Zeit: Wind, Sicht, Temperatur
Warum der Südostwind Long Beach kaum stört
Der berüchtigte Südostwind — der "Cape Doctor" — macht im Sommer viele Spots unbrauchbar. Long Beach profitiert hier von seiner Lage: Weil die Bucht durch Simon's Town und die umliegende Topografie geschützt ist, bleibt das Wasser bei Südost oft ruhig, während anderswo Wind und Welle das Tauchen verhindern. Das macht Long Beach zu einem der zuverlässigsten Spots, wenn der Wind sonst überall bläst. Bei starkem Nordwestwind im Winter kann es an manchen Tagen kabbeliger werden — aber das ist die Ausnahme.
Sicht: Winter gegen Sommer
Die beste Sicht in der ganzen False Bay gibt es im Winter, Juni bis August. Dann klärt sich das Wasser regelmäßig auf 8 bis 15 Meter auf. Verwechsle das nicht mit der Atlantikseite — dort ist der Sommer (November bis März) die gute Saison, aber das hat mit Long Beach nichts zu tun. Im False-Bay-Sommer trübt saisonale Algenblüte die Sicht oft auf 2 bis 5 Meter ein. Weil Long Beach so flach ist, kannst du trotzdem tauchen — perfekt für Ausbildung — aber für die schönsten Bedingungen kommst du im Winter.
Wassertemperatur ganzjährig 12 bis 17 °C
Das Wasser an Long Beach liegt das ganze Jahr über zwischen 12 und 17 °C. Im Winter näher an 14 bis 17 °C, im Sommer kann es durch Auftrieb sogar mal kühler werden. Das ist kaltes Wasser, und es fühlt sich nach 40 Minuten auch so an — selbst wenn die Sonne scheint. Wer glaubt, "Südafrika, das ist doch warm", unterschätzt False Bay gründlich. Mehr zu den Temperaturprofilen beider Küsten steht in meinem Guide zur Kaltwasser-Ausrüstung für Kapstadt.
Ausrüstung für Long Beach
Long Beach ist einsteigerfreundlich, aber die Wassertemperatur verzeiht keine Nachlässigkeit bei der Ausrüstung. Hier ist, was ich für diesen Spot für unverzichtbar halte.
7mm Neopren und Haube
Bei 12 bis 17 °C ist ein 7mm-Neoprenanzug kein optionales Extra, sondern Voraussetzung. Ein 5mm reicht hier nicht — spätestens im zweiten Tauchgang frierst du dich durch, und ein frierender Anfänger lernt schlecht. Dazu gehört zwingend eine 3mm-Neoprenhaube, denn über den ungeschützten Kopf verlierst du im Kaltwasser massiv Wärme. Mit dieser Kombination hältst du auch zwei entspannte Tauchgänge an Long Beach gut durch.
SMB / Signalboje
False Bay hat realen Bootsverkehr, und Long Beach liegt direkt neben der Marina. Eine SMB-Signalboje gehört deshalb zur Grundausstattung — sie macht dich für Boote sichtbar und markiert beim Auftauchen deine Position. Gerade beim Shore-Diving ohne Bootscrew ist das ein Sicherheitsfaktor, den man nicht ignorieren sollte.
Tauchlampe
Auch wenn Long Beach flach ist: Eine kompakte Tauchlampe holt die Farben zurück und leuchtet in die Löcher, in denen sich Oktopusse und Pyjama-Haie verstecken. Viele der interessantesten Bewohner sitzen im Schatten unter Felskanten — ohne Licht siehst du sie schlicht nicht. Für Muck-Diving an einem Spot wie diesem ist eine Lampe fast so wertvoll wie an einem Wrack.
Häufige Fragen
Ist Long Beach in Simon's Town für Anfänger geeignet?+
Ja, Long Beach ist der beliebteste Einsteiger- und Ausbildungsspot Kapstadts. Die Bucht ist geschützt, flach (max. 6 bis 8 Meter) und hat kaum Strömung, dazu einen bequemen Sandeinstieg direkt vom Strand. Fast jede Tauchschule der Kap-Halbinsel bringt ihre Open-Water-Schüler hierher.
Wie kalt ist das Wasser beim Tauchen an Long Beach?+
Das Wasser an Long Beach liegt ganzjährig zwischen 12 und 17 °C, da der Spot auf der False-Bay-Seite liegt. Im Winter (Juni bis August) ist es mit 14 bis 17 °C tendenziell etwas wärmer. Ein 7mm-Neoprenanzug plus 3mm-Haube ist deshalb Pflicht.
Was kann man an Long Beach unter Wasser sehen?+
Long Beach ist ein Muck-Diving-Spot: Highlights sind Pyjama-Haie, Puffadder-Shysharks, der Common Octopus, viele bunte Nacktschnecken, gelegentlich Seepferdchen und Seenadeln sowie alte Wrackreste am Sandgrund. Spektakuläre Großfische gibt es hier nicht — der Reiz liegt in den kleinen Lebewesen.
Kann man an Long Beach ohne Boot vom Strand tauchen?+
Ja, Long Beach ist ein reiner Shore-Dive. Du steigst über den weichen Sandstrand ins Wasser, watest hüfttief hinein und tauchst ab — kein Boot nötig. Wegen des Bootsverkehrs in der nahen Marina solltest du aber immer eine SMB-Signalboje mitführen.
Wann ist die beste Zeit zum Tauchen an Long Beach?+
Die beste Sicht (8 bis 15 Meter) gibt es im Winter von Juni bis August, wenn sich das False-Bay-Wasser aufklärt. Im Sommer trübt saisonale Algenblüte die Sicht oft auf 2 bis 5 Meter — wegen der geringen Tiefe bleibt Long Beach dann trotzdem ganzjährig tauchbar, ideal für Ausbildung.




