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Miller's Point und Castle Rocks tauchen
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Tauchspots 11. Juli 2026 Marc 9 Min.

Miller's Point und Castle Rocks tauchen

Miller's Point tauchen in Kapstadt: Kelp-Riffe, Cowshark-Boot und die Castle-Rocks-Schutzzone. Beste Sicht im Winter — meine ehrliche Spot-Einschätzung.

Kurzantwort: Miller's Point tauchen in Kapstadt

Miller's Point tauchen in Kapstadt heißt: zwei benachbarte False-Bay-Spots südlich von Simon's Town, per Shore- oder Boot-Entry, Tiefen von 5 bis 18 Metern in dichtem Kelp. Miller's Point ist der Boot-Hub für Cowshark-Touren, Castle Rocks daneben ist eine No-Take-Schutzzone im Table Mountain National Park. Beste Sicht: Winter, Juni bis August.

Warum Miller's Point und Castle Rocks zusammengehören

Ich tauche diese beiden Spots seit Jahren, und ich behandle sie fast immer als Paar — nicht weil sie identisch wären, sondern weil sie sich ergänzen. Miller's Point ist der praktische Startpunkt: eine Slipway, ein Gezeitenbecken, Bootsverkehr, Leben. Castle Rocks liegt nur ein paar hundert Meter weiter südlich, ist aber eine geschützte Zone mit ganz anderer Struktur und einer Ruhe, die man unter Wasser sofort spürt.

Für Einsteiger ist das eine der ehrlichsten Kombinationen, die False Bay zu bieten hat. Am flachen Gezeitenbecken von Miller's Point kannst du als frisch zertifizierter Open-Water-Taucher entspannt deine ersten Kaltwasser-Tauchgänge machen, und wenn du dich sicherer fühlst und ein Advanced-Brevet hast, wartet nebenan das tiefere Riff. Beide liegen an der Ostseite der Kap-Halbinsel, gute zehn Minuten Fahrt von Simon's Town Richtung Cape Point.

Wo liegen Miller's Point und Castle Rocks?

Von Simon's Town fährst du auf der M4 (Main Road) Richtung Süden, Cape Point entgegen. Nach etwa zehn Minuten kommt links die Abzweigung zu Miller's Point mit dem markanten Bootshafen und der Slipway. Wer mit dem Auto anreist: Parkplätze gibt es direkt am Slipway und beim Gezeitenbecken (Tidal Pool), aber am Wochenende und an Feiertagen wird es voll — dann bist du früh dran oder gar nicht.

Castle Rocks erreichst du, indem du dieselbe Straße noch ein kurzes Stück weiterfährst. Der Zugang ist unscheinbarer — ein Parkplatz am Straßenrand, dann ein kurzer Weg über die Felsen zum Wasser. Wichtig: Castle Rocks liegt bereits im Table Mountain National Park und ist eine ausgewiesene Meeresschutzzone. Dazu gleich mehr, denn das hat praktische Konsequenzen.

Miller's Point — der Boot-Hub der False Bay

Wenn du in False Bay ein Boot besteigst, stehen die Chancen gut, dass es an der Slipway von Miller's Point ins Wasser geht. Von hier starten die meisten Charter-Touren zu den ikonischen Spots der Bucht: die Cowshark-Reviere mit den Breitnasen-Siebenkiemern (Notorynchus cepedianus), die Wrackgruppe in der Smitswinkel Bay, Partridge Point mit seiner Robbenkolonie.

Shore-Entry am Gezeitenbecken

Für Ufertauchgänge nutzt du das Gezeitenbecken und den Bereich rund um die Slipway. Der Einstieg ist flach und geschützt, die Tiefen bewegen sich zwischen 5 und 12 Metern. Das klingt unspektakulär, ist aber genau das Richtige für alle, die sich an Kaltwasser und die 7-mm-Ausrüstung gewöhnen wollen. Der Untergrund ist Granit, überzogen mit Ecklonia-maxima-Kelp — dem Sea Bamboo, das den ganzen Charakter des kapstädter Tauchens ausmacht.

Und das Kleine ist hier das Große. Ich habe an Miller's Point stundenlange Tauchgänge gemacht, ohne über zwölf Meter zu kommen, und war restlos zufrieden: Pyjama-Katzenhaie (Pyjama Sharks), die zusammengerollt unter Felsvorsprüngen liegen, verschiedene Shysharks, gelegentlich ein Kraken (Common Octopus), der sich in einer Spalte versteckt. Und die Nacktschnecken — False Bay ist ein Nudibranchia-Paradies. Wer den Blick schult, findet an einem einzigen Felsen ein halbes Dutzend Arten in Farben, die man in dieser Tiefe nicht erwartet.

Der Bootsverkehr — und warum die Boje Pflicht ist

Das Gegenstück zur Lebendigkeit an der Slipway: Es ist voll über Wasser. Charterboote, Angelkähne, Schlauchboote — an einem guten Tag herrscht Betrieb. Für dich als Taucher heißt das eine Sache ganz konkret: Ohne Signalboje solltest du hier nicht auftauchen. Ich taste mich nie ohne meine Namvo SMB Signalboje nach oben — sie zeigt Bootsführern, wo du bist, bevor du an der Oberfläche bist, und das ist an einer aktiven Slipway kein optionales Extra, sondern Grundausstattung. Schieß sie schon in fünf Metern Tiefe hoch und folge der Leine nach oben.

Castle Rocks — Marine Protected Area mit Struktur

Castle Rocks ist der ruhigere, strukturreichere Zwilling. Als No-Take-Zone im Table Mountain National Park ist hier jede Form der Entnahme verboten — kein Angeln, kein Sammeln, kein Fang. Das merkt man unter Wasser sofort: Die Fische sind größer, zutraulicher, zahlreicher. Wo geschützt wird, kehrt das Leben zurück, und Castle Rocks ist ein Lehrstück dafür.

Wichtig und oft übersehen: Für das Tauchen im Table Mountain National Park brauchst du eine gültige SANParks-Genehmigung (Activity Permit). Die bekommst du bei den SANParks-Büros oder online — die meisten Kapstädter Tauchoperatoren regeln das für ihre Gäste mit, aber wenn du auf eigene Faust ans Wasser gehst, kläre das vorher. Ohne Permit im Nationalpark zu tauchen ist kein Kavaliersdelikt.

Die Topografie ist der eigentliche Reiz. Castle Rocks bietet Gullies — schmale Granitkanäle —, Swim-Throughs und Kelp-Tunnel, die bis auf etwa 18 Meter hinabführen. Du gleitest durch Kanäle aus Sea Bamboo, über dir schließt sich der Kelp-Baldachin, und plötzlich öffnet sich eine Felsspalte. An diesen tieferen Riffen triffst du Roman (Roman Seabream, Chrysoblephus laticeps) in seinem satten Orange, Hottentot (Hottentot Seabream) in Schwärmen und Fransen — den kapstädter Klippfisch, der sich zwischen den Algen tarnt.

Warum eine Lampe hier entscheidend ist

In den Gullies und unter dem Kelp-Baldachin wird es dunkel, selbst wenn die Sicht an der Oberfläche gut ist. Das Sea Bamboo schluckt Licht wie ein Wald, und die Farben — das Orange der Roman, das Violett der Nacktschnecken — verschwinden ohne Lampe im Blaugrau. Ich habe immer eine Wurkkos DL10R Tauchlampe dabei, um in die Spalten und unter die Vorsprünge zu leuchten. Erst mit Licht siehst du, was Castle Rocks wirklich zu bieten hat.

Beste Bedingungen — wann Miller's Point und Castle Rocks taucht

Hier bin ich unbequem ehrlich, weil es zu viele Reiseblogs anders behaupten: Die beste Zeit für Miller's Point und Castle Rocks ist der Winter, Juni bis August. Ja, es ist die kalte Jahreszeit in Südafrika. Aber genau dann bringt das Nordwest-Wetter die Bedingungen, die False Bay klar werden lassen. Die Sicht kann auf 10 bis 15 Meter steigen, manchmal mehr.

Der Feind heißt Südost. Der berüchtigte "Cape Doctor", der kapstädter Südostwind, drückt im Sommer warmes, planktontrübes Wasser in die Bucht und lässt die Sicht auf wenige Meter kollabieren. Wenn im Wetterbericht anhaltender Südost steht, verschiebe deinen Tauchtag. Nach dem Durchzug einer Kaltfront (Nordwest) warte ein bis zwei Tage, bis sich das aufgewühlte Wasser gesetzt hat — dann sind oft die besten Fenster.

Zur Wassertemperatur: In False Bay bewegst du dich das ganze Jahr zwischen 14 und 20°C. Im Winter geht es Richtung 14 bis 16°C — kälter, aber klarer. Im Sommer klettert es bis etwa 20°C, dafür wird das Wasser trüber und das Red-Tide-Risiko (Algenblüte) steigt. Kälter und klar schlägt warm und trüb, jedes Mal. Eine ausführlichere Monatsübersicht findest du in meiner Übersicht der besten Shore-Diving-Spots in Kapstadt.

Surge — die unterschätzte Größe

Ein Wort zur Dünung. Beide Spots liegen relativ exponiert, und bei Wellengang aus dem Süden entsteht Surge — dieses Hin-und-Her-Schaukeln, das dich in Ufernähe gegen die Felsen drücken kann. Im flachen Bereich von Miller's Point ist das an rauen Tagen spürbar, in den Gullies von Castle Rocks kann es unangenehm werden. Check die Dünungsvorhersage, nicht nur den Wind. Ein ruhiger Windtag mit drei Meter Südwestdünung ist trotzdem kein guter Tauchtag hier.

Ausrüstung und Sicherheit

Kapstadt ist Kaltwassertauchen, und das gilt auch für die "wärmere" False Bay. Bei 14 bis 20°C und einstündigen Tauchgängen ist ein 7mm Neoprenanzug keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Dazu Haube und Handschuhe — ohne sie kühlst du über Kopf und Hände schneller aus, als dir lieb ist. Ich sehe jede Saison Gäste, die im 5-mm-Anzug ankommen und nach 25 Minuten fröstelnd auftauchen. Zieh dich lieber eine Nummer wärmer an.

Zur Sicherheitsausrüstung gehört an Miller's Point wegen des Bootsverkehrs zwingend die Signalboje — das habe ich oben schon betont, und ich wiederhole es bewusst. Für Castle Rocks brauchst du zusätzlich die SANParks-Genehmigung. Und eine Backup-Lampe ist bei den lichtschluckenden Kelp-Passagen kein Luxus.

Welches Level brauchst du?

  • Open Water Diver: Der flache Bereich am Gezeitenbecken von Miller's Point (5–12 m) ist ideal für frische OW-Taucher — geschützter Einstieg, überschaubare Tiefe, viel zu sehen. Ein guter Ort für erste Kaltwasser-Erfahrung.
  • Advanced Open Water: Für die tieferen Riffe und Gullies von Castle Rocks (bis ~18 m) mit Swim-Throughs und Surge solltest du ein AOWD-Brevet und ein paar Kaltwasser-Tauchgänge in den Beinen haben.
  • Alle Level: Geh die Spots das erste Mal mit einem lokalen Guide oder Buddy, der sie kennt. Ein- und Ausstiege über die Felsen und die Surge-Dynamik lernt man am besten von jemandem, der sie schon oft gemacht hat.

Wenn du unsicher bist, ob False Bay überhaupt das Richtige für deinen Einstieg ist, lies meinen Einsteiger-Guide für False Bay — dort ordne ich die Spots nach Schwierigkeit und Sichtsaison.

Häufige Fragen

Kann man an Miller's Point vom Ufer aus tauchen?+

Ja. Am Gezeitenbecken und rund um die Slipway von Miller's Point gibt es einen geschützten Shore-Entry mit Tiefen von 5 bis 12 Metern. Der flache, granitige Kelp-Grund ist gut für Open-Water-Taucher und erste Kaltwasser-Tauchgänge geeignet. Wegen des regen Bootsverkehrs ist eine Signalboje beim Auftauchen aber Pflicht.

Braucht man für Castle Rocks eine Genehmigung?+

Ja. Castle Rocks liegt im Table Mountain National Park und ist eine No-Take-Meeresschutzzone. Zum Tauchen brauchst du eine gültige SANParks-Activity-Permit. Die meisten Kapstädter Tauchoperatoren organisieren das für ihre Gäste; wer auf eigene Faust taucht, muss die Genehmigung vorab bei SANParks besorgen.

Wann ist die beste Zeit zum Tauchen an Miller's Point?+

Der Winter von Juni bis August bietet die beste Sicht, weil das Nordwest-Wetter False Bay klaren lässt (10–15 m sind dann möglich). Der Südostwind im Sommer trübt das Wasser und sollte gemieden werden. Nach einer Kaltfront ein bis zwei Tage warten, bis sich das Wasser gesetzt hat.

Sieht man an Miller's Point Cowsharks?+

Cowsharks (Breitnasen-Siebenkiemer) begegnest du zuverlässig auf Boot-Touren, die ab der Slipway von Miller's Point zu den Kelp-Revieren in der Nähe starten — nicht direkt beim Ufertauchgang. Am Shore-Spot selbst siehst du eher Pyjama-Haie, Shysharks, Kraken und viele Nacktschnecken.

Wie kalt ist das Wasser an Miller's Point und Castle Rocks?+

Als Teil von False Bay liegt die Wassertemperatur ganzjährig zwischen 14 und 20°C. Im Winter Richtung 14–16°C (kälter, aber klarer), im Sommer bis etwa 20°C (wärmer, aber trüber). Ein 7-mm-Neoprenanzug samt Haube und Handschuhen ist deshalb das ganze Jahr über Voraussetzung.

Über den Autor

Marc – PADI Divemaster

Marc

PADI Divemaster · Cape Town

Ich zeige dir, wie du in Kapstadt sicher tauchst und die richtigen Spots für dein Level auswählst.

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Meine Ausrüstung

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