🌊
TauchenInKapstadt
Partridge Point: Robben und Swim-Throughs in False Bay
Zurück zur Übersicht
Tauchspots 13. August 2026 Marc 7 Min.

Partridge Point: Robben und Swim-Throughs in False Bay

Partridge Point: Bootsspot in False Bay mit Robbenkolonie, Granit-Swim-Throughs und reicher Unterwasserwelt. Wann, wie und mit welcher Ausrüstung tauchen.

Partridge Point kurz erklärt: Bootsspot für Robben, Swim-Throughs und False-Bay-Klassiker

Partridge Point ist ein Bootstauchespot in False Bay, rund 15–20 Minuten vom Hafen Simon's Town oder Miller's Point entfernt. Der Spot kombiniert drei Highlights auf einem einzigen Tauchgang: eine ganzjährig aktive Kap-Pelzrobben-Kolonie direkt am Fels, natürliche Granit-Swim-Throughs und ein reich besetztes Riff auf 5 bis 18 Meter Tiefe. Anders als die Robbenspots in Hout Bay benötigt man hier kein großes Charter-Schiff — kleinere Festrumpfschlauchboote der Simon's-Town-Basen reichen völlig aus. Voraussetzung: OWD-Zertifizierung, Buchung bei einer lokalen Tauchbasis in Simon's Town.

Was Partridge Point besonders macht

Die Kap-Pelzrobben: Spielpartner auf Abruf

An Seal Rock — einem markanten Granitfels direkt am Spot — lebt ganzjährig eine Kolonie Kap-Pelzrobben (Arctocephalus pusillus). Auf dem Fels sonnen sich die Tiere, unter Wasser werden sie zu den spielfreudigsten Geschöpfen, die einem in Kapstadts Gewässern begegnen. Sie schnellen auf dich zu, bremsen im letzten Moment ab, pusten Luftblasen ins Gesicht und drehen Pirouetten um die Taucher herum. Kein Anfassen, keine Fütterung — das ist hier selbstverständlich. Aber wenn eine Robbe freiwillig ihren Bauch vor deine Linse dreht, weißt du, warum du hierher gefahren bist.

Im Winter (Juni–August) sind die Jungrobben besonders neugierig, aber auch weniger einschätzbar als Erwachsene. Ich erinnere mich an einen Tauchgang im Juli, als ein Jungtier auf mich zukam, mir direkt ins Auge schaute — und dann abrupt wendete, als hätte es entschieden, dass ich zwar interessant, aber nicht interessant genug sei. Das ist die Dynamik an Partridge Point: Du bist Gast in ihrer Welt, und die Bedingungen für die Begegnung setzt die Robbe. Halte mindestens einen Meter Abstand und komme nie zwischen Robbe und Fels — Weibchen verteidigen ihren Platz konsequent.

Swim-Throughs: Granit-Bögen im Kelp

Das Unterwassergelände ist typisch für die False-Bay-Südküste: Von Strömung und Seegang geglättete Granitblöcke bilden natürliche Bögen und kurze Tunnel — die Swim-Throughs. Sie sind keine engen Caves, kein Overhead-Environment im technischen Sinne; wer gut austariert ist, passiert sie bequem. Aber saubere Tarierung ist Pflicht: Wer auf den Grund kippt, verwirlt Sediment und trübt die Sicht für alle nachfolgenden Taucher. In den Bögen sitzen Scheibenanemonen, Federkorallen und Nacktschnecken (Nudibranchia), die in der Dunkelheit der Überhänge bessere Farben zeigen als im Freilicht.

Für Swim-Throughs empfehle ich unbedingt eine eigene Tauchlampe mitzubringen. Im Inneren der Bögen ist es auch mittags deutlich dunkler als außen, und erst mit Licht erschließt sich die Farbpracht der Invertebratenfauna. Die Wurkkos DL10R mit 4.500 Lumen ist hier meine persönliche Wahl: kompakt genug, um in einem engen Swim-Through nicht zu stören, stark genug, um auch bei gedämpftem Umgebungslicht das gesamte Bild auszuleuchten.

Tauchbedingungen und beste Jahreszeit

Sichtweite und Wassertemperatur in False Bay

False Bay ist Kapstadts wärmere und ruhigere Seite — Wassertemperaturen zwischen 14°C und 20°C, Sichtweiten typischerweise zwischen 5 und 15 Meter. Die besten Sichtbedingungen entstehen 24–48 Stunden nach einem Sturmdurchzug: Wenn der Südostwind nachlässt und die aufgewühlte Wassersäule sich setzt, ist die Sicht in False Bay oft außergewöhnlich klar. Im August liegt die Wassertemperatur typischerweise bei 14–17°C.

Das klingt kalt, aber False Bay ist merklich wärmer als die Atlantikseite (8–14°C). Trotzdem ist ein 7mm Neoprenanzug absolut Pflicht — kein Kompromiss. Wer im 5mm-Suit taucht, ist nach 40 Minuten zitternd zurück auf dem Boot und hat den Tauchgang abgebrochen, bevor das Beste beginnt. Alles Weitere zur richtigen Ausrüstung für Kapstadts Kaltwasser findest du in unserem ausführlichen Kaltwasser-Ausrüstungsguide für Kapstadt.

Bootslogistik: Wie du nach Partridge Point kommst

Partridge Point ist ausschließlich per Boot erreichbar. Es gibt keinen vernünftigen Landzugang, und der exponierte Fels lässt keinen sicheren Ufereinstieg zu. Alle größeren Tauchbasen in Simon's Town und Miller's Point kennen den Spot — frag bei der Buchung explizit danach. Bootsdauer: 15–25 Minuten je nach Startpunkt und Bootstyp. Das Boot liegt entweder an einem Aufstellerknochen oder fährt frei — bei leichter Strömung oft mit einer Leine am Fels gesichert.

Einstieg erfolgt per Backroll oder Stride Entry von der Gummiplatform. Der Ausstieg per Leiter kann bei Surge anspruchsvoller sein — lass dir vom Divemaster den richtigen Moment zeigen. In False Bay kommt die Surge oft ohne große Ankündigung. Wer noch keine Erfahrung mit Bootstauchen in bewegtem Wasser hat, sollte sich die Grundprinzipien beim Aus- und Einsteigen bei einer lokalen Basis erklären lassen; in unserem Guide zu Kapstadts besten Shore-Dive-Spots findest du auch allgemeine Tipps zu Einstiegstechniken in der Region.

Das Riff-Inventar: Was du siehst

Partridge Point ist kein Spot für große Pelagische — der Reiz liegt im Detail und in der Dichte des Riff-Lebens. Ein typischer Tauchgang zeigt:

  • Fische: Strepies (Sarpa salpa) in dichten Schwärmen, Roman (Chrysoblephus laticeps), Hottentot (Pachymetopon blochii), Cape Knifejaw (Oplegnathus conwayi), Klipfische in Felsspalten
  • Haie: Pyjama-Haie (Poroderma africanum) ruhen tagsüber unter Überhängen, Shysharks huddeln in typischen Abwehrgruppen — beide vollkommen harmlos und hervorragend zu fotografieren
  • Oktopusse: Common Octopus (Octopus vulgaris), oft am Eingang von Felsritzen, manchmal mit einem charakteristischen Steinwall aus Muschelschalen als Erkennungszeichen
  • Nacktschnecken: Diverse Phyllidia- und Chromodoris-Arten auf Schwämmen in den Swim-Throughs und unter Überhängen
  • Wirbellose: Scheibenanemonen, Stachelhäuter, Porzellankrabben unter Steinen, Federwürmer in Felsspalten

Für die Unterwasserfotografie — vor allem die schnellen Robben-Interaktionen — ist eine kompakte Actionkamera ideal. Robben sind unberechenbar und schnell; kurze Reaktionszeit zählt mehr als Bildqualität. Die GoPro HERO13 Black ist hier eine starke Wahl: wasserdicht bis 10 Meter ohne Gehäuse, 5,3K-Video, und man verliert keine Zeit beim Setup. Für Makro-Motive wie Nacktschnecken oder Porzellankrabben wäre ein optisches Rig mit Nahlinse besser — aber als Allround-Dokumentation eines Robben-Tauchgangs reicht die GoPro vollkommen aus.

Partridge Point vs. andere Robbenspots in Kapstadt

Kapstadt hat mehrere Spots, an denen man Kap-Pelzrobben unter Wasser begegnet. Der bekannteste ist Duiker Rock in Hout Bay — größere Kolonien, intensivere Interaktionen, aber längerer Boot-Transfer und windexponierter. Partridge Point ist kompakter, von Simon's Town schnell erreichbar und kombiniert die Robben-Begegnung mit Swim-Throughs und Riff-Biodiversität, die Hout Bay in dieser Kombination nicht bietet. Meine Empfehlung: Hout Bay für die reine Robben-Intensität, Partridge Point für das komplettere Taucherlebnis mit mehr Abwechslung auf einem Tauchgang.

Praktische Checkliste für Partridge Point

  • Level: OWD+ ausreichend; AOWD oder gute Tarierungserfahrung empfohlen für die Swim-Throughs
  • Buchung: Über Tauchbasen in Simon's Town; mindestens 2 Taucher, besser 4–6 für faire Kostenverteilung
  • Beste Jahreszeit: Juni–September (False-Bay-Saison), aktive Robbenkolonie, gute Sicht
  • Bestes Wetterfenster: 24–48 Stunden nach Sturmdurchzug, wenn SE-Wind nachlässt
  • Ausrüstung: 7mm Neopren, Haube, Handschuhe — kein Kompromiss
  • Tauchlampe: Eigene mitbringen — in den Swim-Throughs unverzichtbar
  • Kamera: Unbedingt mitbringen — die Robben-Interaktionen sind bilderstark

Häufige Fragen

Wie komme ich nach Partridge Point in False Bay?+

Ausschließlich per Boot — es gibt keinen Shore-Einstieg. Tauchbasen in Simon's Town und Miller's Point bieten Bootsplätze an; Fahrtzeit je nach Startpunkt 15–25 Minuten.

Welche Zertifizierung brauche ich für Partridge Point?+

OWD (Open Water Diver) reicht aus — der Spot erreicht maximal 18 Meter Tiefe. Für die Swim-Throughs ist AOWD oder solide Tarierungserfahrung empfehlenswert, damit kein Sediment aufgewirbelt wird.

Wann sind die besten Bedingungen an Partridge Point?+

Juni bis September (False-Bay-Saison) mit typischerweise guten Sichtweiten. Optimal: 24–48 Stunden nach einem Sturmdurchzug, wenn der Südostwind nachlässt und die Sicht auf 10–15 Meter ansteigt.

Begegne ich an Partridge Point garantiert Robben?+

Fast garantiert. Eine ganzjährig ansässige Kap-Pelzrobben-Kolonie lebt an Seal Rock direkt am Spot. Im Winter (Juni–August) sind die Jungtiere besonders aktiv und zeigen die spielfreudigsten Interaktionen.

Ist ein 5mm Neoprenanzug an Partridge Point ausreichend?+

Nein. Die Wassertemperatur in False Bay liegt im Winter bei 14–17°C — ein 7mm Neoprenanzug plus Haube und Handschuhe sind Pflicht. Ein 5mm-Suit führt nach 40 Minuten zu Wärmeverlust und vorzeitigem Tauchgangangbruch.

Über den Autor

Marc – PADI Divemaster

Marc

PADI Divemaster · Cape Town

Ich zeige dir, wie du in Kapstadt sicher tauchst und die richtigen Spots für dein Level auswählst.

Mehr über Marc →

Meine Ausrüstung

Passend zum Artikel:

SMB-Set: Signalboje 1,5m + 30m Alu-Spule mit Karabiner

Komplettes SMB-Set mit 1,5m orangefarbener Signalboje und 30m Aluminium-Fingerspule mit Doppelkarabiner — für den Ernstfall beim Shore-Diving in Kapstadt unverzichtbar. Die Aluminium-Spule verrostet nicht im Salzwasser der Atlantikseite. Boje aus hochfestem Nylon, reflektierender Streifen für Sichtbarkeit auch bei schlechtem Wetter. Passt in jeden BCD-Pocket.

ca. 32,00 €Auf Amazon →