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Puffotter-Katzenhai beim Tauchen in Kapstadt erkennen
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Wildlife 01. November 2026 Marc 9 Min.

Puffotter-Katzenhai beim Tauchen in Kapstadt erkennen

Puffotter-Katzenhai tauchen Kapstadt: Erkennungsmerkmale, Verhalten und wie du ihn von Dark Shyshark und Pyjama-Hai unterscheidest.

Was ist ein Puffotter-Katzenhai beim Tauchen in Kapstadt?

Der Puffotter-Katzenhai (Haploblepharus edwardsii, englisch "Puffadder shyshark", von Guides oft liebevoll "Happy Eddie" genannt) ist eine knapp 60 cm lange, endemische Haiart vor der südafrikanischen Küste. Du findest ihn beim Tauchen in Kapstadt regelmäßig in Felsspalten und unter Überhängen, vor allem an Spots wie dem A-Frame auf der Atlantikseite. Er trägt sattelartige braun-orange Flecken, die an die Musterung der Puffotter-Schlange erinnern, daher der Name.

Ich tauche seit über zehn Jahren in diesen Gewässern, und der Puffotter-Katzenhai gehört zu den Tieren, die ich am liebsten Einsteigern zeige. Er bewegt sich nicht, er flieht nicht, er liegt einfach da. Perfekt für alle, die zum ersten Mal versuchen, mit der Kamera ruhig zu bleiben, ohne gleichzeitig die Trimmung zu verlieren. Er ist aber auch eines der am häufigsten falsch benannten Tiere in meinem Logbuch: Kaum ein anderer Kaltwasserhai wird so oft mit seinen Verwandten verwechselt, und kaum eine andere Art ist so dankbar für eine saubere Unterscheidung, weil gleich drei ähnliche Arten am selben Riff vorkommen.

Aussehen & Erkennungsmerkmale

Der Puffotter-Katzenhai hat einen schlanken, walzenförmigen Körper mit deutlich abgesetzten, sattelartigen Flecken in Braun- und Orangetönen, die sich über den Rücken ziehen. Am auffälligsten sind seine großen, fast reptilienartigen Augen. Das Merkmal unterscheidet ihn von fast jedem anderen Kleinhai in False Bay und am Atlantik, und man erkennt es auch im Lampenlicht sofort, noch bevor man die Fleckenzeichnung richtig sieht. Erwachsene Tiere werden selten länger als 60 cm, viele sind kleiner, und die beiden Rückenflossen sitzen weit hinten am Körper, fast schon in Richtung Schwanz.

Die Zeichnung variiert von Tier zu Tier etwas in der Intensität der Farbe, das Grundmuster bleibt aber immer erkennbar: klar abgegrenzte, dunkel umrandete Sättel, keine durchgehenden Streifen, keine Rosetten. Genau diese drei Begriffe (Sättel, Streifen, Rosetten) sind der Schlüssel zur Artbestimmung bei den Kleinhaien Kapstadts. Dazu komme ich im Abschnitt zur Verwechslungsgefahr genauer. Wer öfter taucht, entwickelt dafür nach ein paar Begegnungen ein Auge, das schneller ist als jedes Nachschlagen im Logbuch.

Verhalten: nachtaktiv, standorttreu, die Einroll-Reaktion

Tagsüber liegt der Puffotter-Katzenhai bewegungslos in Felsspalten oder unter Steinüberhängen, oft so tief hineingequetscht, dass nur der Schwanz oder ein Teil des Kopfes sichtbar ist. Aktiv wird er erst nachts, wenn er auf Jagd nach kleinen Krebsen, Würmern, Schnecken und kleinen Fischen geht. Für mich als Guide macht ihn vor allem eines besonders: Er ist extrem standorttreu. Ich kenne Felsspalten am A-Frame, in denen ich über Jahre hinweg immer wieder dasselbe Tier anhand seiner individuellen Fleckenzeichnung wiedererkannt habe. Bei Shysharks ist das Muster so individuell wie ein Fingerabdruck, wenn man genau hinschaut.

Diese Standorttreue macht ihn auch zu einem guten Übungsobjekt für Unterwasserfotografie: Wer am Vormittag eine schöne Spalte mit einem Tier findet, kann am Nachmittag noch einmal mit besserem Licht oder einem anderen Winkel zurückkommen, ohne lange suchen zu müssen. Bei den meisten anderen Kaltwasserhaien in Kapstadt funktioniert das nicht annähernd so zuverlässig.

Warum er sich einrollt

Wird ein Puffotter-Katzenhai bedroht oder aus seinem Versteck gezogen, rollt er sich komplett zu einer Kugel ein und bedeckt mit dem Schwanz seine Augen. Dieses Verhalten hat der ganzen Familie der "Shysharks" (Scheue Haie) ihren Namen gegeben. Das ist eine reine Schutzreaktion gegen Fressfeinde wie größere Fische oder Kap-Pelzrobben, die versuchen, den Hai von vorne am Kopf zu packen. Eingerollt präsentiert er stattdessen nur noch die raue, mit Hautzähnchen besetzte Außenseite, die für einen Angreifer deutlich unattraktiver ist als ein weicher Bauch.

Für uns Taucher heißt das vor allem eines: Finger weg. Ein Tier aus der Spalte zu ziehen, nur um ein Foto von der Einroll-Reaktion zu bekommen, ist unnötiger Stress für ein Tier, das ohnehin schon als Near Threatened eingestuft ist. Die Art steht noch nicht so dringend im Fokus wie die großen Haiarten vor Kapstadt, aber "near threatened" heißt auch: kein Freibrief, mit ihr nach Belieben umzugehen. Beobachten, fotografieren, in Ruhe lassen: Das ist die Regel, mit der ich auch meine Gäste jedes Mal briefe.

Verwechslungsgefahr: Unterscheidung von Dark Shyshark, Pyjama-Hai und Leoparden-Katzenhai

In unserem Artenüberblick zu den kleinen Haien Kapstadts taucht dieselbe Art unter dem Namen "Puffadder-Shyshark" auf. Wissenschaftlich ist das identisch mit dem Puffotter-Katzenhai, nur die deutsche Übersetzung unterscheidet sich. Das ist kein Widerspruch, sondern schlicht uneinheitliche Eindeutschung eines englischen Trivialnamens. Wichtiger als der deutsche Name ist, ihn von drei anderen Arten zu unterscheiden, die am selben Riff vorkommen können.

Der Pyjama-Hai (Poroderma africanum) trägt durchgehende, dunkle Längsstreifen statt Flecken und wird mit bis zu einem Meter deutlich größer. Der Leoparden-Katzenhai (Poroderma pantherinum) hat ein Rosettenmuster wie ein Leopard, ist ebenfalls größer und bewegt sich mehr als der standorttreue Puffotter-Katzenhai. An Spots wie Miller's Point und Castle Rocks in False Bay ist er die häufigere Begegnung, nicht der Puffotter-Katzenhai. Beide Poroderma-Arten haben außerdem ein entscheidend anderes Verhalten: Sie rollen sich bei Bedrohung nicht ein, sondern verstecken sich eher in der Spalte oder schwimmen weg. Das allein reicht oft schon, um die Gattung zu bestimmen, noch bevor man die Zeichnung im Detail vergleicht.

Puffotter-Katzenhai vs. Dark Shyshark (die zwei schwierigsten Fälle)

Die wirklich knifflige Unterscheidung ist die zum Dark Shyshark (Haploblepharus pictus, auch „Pretty Shyshark" oder „Dunkler Shyshark" genannt). Beide Arten sind ähnlich groß, beide rollen sich ein, beide verstecken sich tagsüber in Spalten, und beide kommen an denselben Riffen vor. Der Unterschied liegt im Detail der Zeichnung: Der Dark Shyshark ist insgesamt dunkler und seine Sattelflecken sind feiner und weniger kontrastreich abgesetzt als beim Puffotter-Katzenhai, bei dem die Sättel klarer umrissen und wärmer in Braun-Orange gehalten sind. Zusätzlich wirkt die Unterseite des Dark Shyshark oft etwas fleckiger, während der Puffotter-Katzenhai eine vergleichsweise helle, einfarbige Unterseite hat.

Ehrlich gesagt: Im trüben Wasser der Atlantikseite bei schlechter Sicht gelingt mir die sichere Unterscheidung manchmal erst auf dem Foto danach, nicht während des Tauchgangs selbst. Eine gute Lampe mit neutralem Weißlicht hilft hier enorm, weil Dämmerlicht und Grünstich im Wasser Farbtöne verfälschen und aus einem warmen Braun-Orange schnell ein unklares Dunkelbraun machen. Wenn du dir unsicher bist, ist das aber kein Problem. Beide Arten sind spannend genug, dass die genaue Artbestimmung zur Nebensache wird und man einfach die Begegnung genießt.

Wo du ihn in Kapstadt findest: Spots & Tauchtiefe

Der verlässlichste Spot für den Puffotter-Katzenhai ist der A-Frame auf der Atlantikseite, meist in Tiefen zwischen 5 und 15 Metern, direkt in den Felsspalten und unter den Kelp-bewachsenen Überhängen. Generell gilt: Überall, wo es auf der Atlantikseite enge Felsspalten mit Überhang gibt, lohnt sich ein genauer Blick mit der Lampe, auch an weniger bekannten Riffen, die kein Guide extra ansteuert. Auch am BOS 400 Wrack nutzen Katzenhaie die Hohlräume der Wrackstruktur als Unterschlupf. Ein Grund mehr, bei einem Wracktauchgang nicht nur nach oben auf die Struktur, sondern auch in die Spalten und Hohlräume zu schauen.

Weil der Puffotter-Katzenhai tagsüber tief in dunklen Spalten liegt, ist eine eigene Lampe praktisch Pflicht, auch bei Tageslicht-Tauchgängen. Ohne sie siehst du höchstens den Schwanz, der aus der Spalte ragt. Für genau diesen Zweck nutze ich die Wurkkos DL20R mit 3200 Lumen als Zweitlampe im BCD-Pocket: kompakt, mit USB-C-Ladeanschluss, bis 100 m wasserdicht und mit vier Helligkeitsstufen, sodass du das Tier nicht sofort grell anstrahlst, sondern erst auf niedriger Stufe antestest und dann nachregelst. Für knapp 45 Euro ist sie kein Ersatz für eine große Primärlampe am Wrack, aber genau richtig, um gezielt in eine einzelne Spalte zu leuchten, ohne das ganze Riff zu fluten und jedes Tier in der Umgebung aufzuschrecken.

Da der Puffotter-Katzenhai standorttreu ist und ganzjährig vorkommt, ist er kein Saisontier wie der Hai-Nachwuchs im Frühsommer oder die Sardine Run im Winter. Du findest ihn im November genauso wie im Juli. Was im November aber dazukommt: Die Sicht auf der Atlantikseite verbessert sich zum Frühsommer hin, und das macht genau jetzt die beste Zeit für ruhige Makro- und Nachttauchgänge, bei denen du Zeit hast, die Zeichnung in Ruhe zu studieren statt nur einen Schatten in der Spalte zu sehen. Denk an dein Kaltwasser-Setup: Die Atlantikseite liegt bei 8–14 °C, ein 7mm-Neoprenanzug mit Haube und Handschuhen ist hier keine Option, sondern Voraussetzung, besonders bei den längeren, ruhigen Tauchgängen, die man für diese Art einplant, wenn man an einer Spalte nach dem passenden Tier und dem passenden Licht sucht.

FAQ

Häufige Fragen

Ist der Puffotter-Katzenhai gefährlich?+

Nein. Der Puffotter-Katzenhai ist mit rund 60 cm Länge völlig harmlos für Taucher und ernährt sich von kleinen Krebsen, Würmern und Fischen. Er flieht bei Störung nicht, sondern rollt sich zu einer Kugel ein. Zieh ihn deshalb nicht aus seiner Felsspalte.

Wie unterscheide ich den Puffotter-Katzenhai vom Pyjama-Hai?+

Der Pyjama-Hai (Poroderma africanum) trägt durchgehende dunkle Längsstreifen statt der sattelartigen Flecken des Puffotter-Katzenhais und wird mit bis zu einem Meter deutlich größer. Zusätzlich rollt sich der Pyjama-Hai bei Bedrohung nicht ein, der Puffotter-Katzenhai tut das.

Wo in Kapstadt sieht man den Puffotter-Katzenhai am häufigsten?+

Der zuverlässigste Spot ist der A-Frame auf der Atlantikseite in 5 bis 15 Metern Tiefe, in Felsspalten und unter Kelp-bewachsenen Überhängen. In False Bay, etwa an Miller's Point, triffst du eher den Leoparden-Katzenhai als den Puffotter-Katzenhai an.

Wann ist die beste Zeit, um den Puffotter-Katzenhai zu sehen?+

Er ist ganzjährig anzutreffen, da er extrem standorttreu ist und sich über Jahre in derselben Felsspalte aufhalten kann. November bis März bietet auf der Atlantikseite die beste Sicht und eignet sich daher besonders gut für ruhige Makro-Tauchgänge.

Heißt der Puffotter-Katzenhai auch Puffadder-Shyshark?+

Ja, beide Namen bezeichnen dieselbe Art, Haploblepharus edwardsii. "Puffadder-Shyshark" ist die direktere Eindeutschung des englischen Trivialnamens, "Puffotter-Katzenhai" übersetzt zusätzlich die Familienbezeichnung Shyshark als Katzenhai.

Über den Autor

Marc – PADI Divemaster

Marc

PADI Divemaster · Cape Town

Ich zeige dir, wie du in Kapstadt sicher tauchst und die richtigen Spots für dein Level auswählst.

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