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Katzenhaie in Kapstadt: Pyjama-Hai, Shysharks & Co.
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Wildlife 17. Juli 2026 Marc 7 Min.

Katzenhaie in Kapstadt: Pyjama-Hai, Shysharks & Co.

Katzenhaie in Kapstadt: Pyjama-Hai, Shysharks und Gully Sharks im Kelp — welche Arten du siehst, wo du sie findest und wie du sie fotografierst.

Welche kleinen Haie sehe ich beim Tauchen in Kapstadt?

Katzenhaie in Kapstadt sind die Haie, die du wirklich zu Gesicht bekommst — bei fast jedem Kelp-Tauchgang, oft schon in drei Metern Tiefe. Die häufigsten Arten sind der Pyjama-Hai, der Leoparden-Katzenhai, der Puffadder- und der Dunkle Shyshark, dazu kommt der bis zu 1,7 Meter lange Spotted Gully Shark. Alle sind für Menschen völlig harmlos, und mehrere dieser Arten leben ausschließlich an der südafrikanischen Küste — nirgendwo sonst auf der Welt.

Katzenhaie in Kapstadt: die unterschätzten Stars im Kelp

Wenn Leute an "Haie in Südafrika" denken, haben sie den Weißen Hai im Kopf, der bei Gansbaai aus dem Wasser springt. Aber nach über 1.000 Tauchgängen in diesen Gewässern kann ich dir sagen: Für uns Taucher bestimmen ganz andere Haie den Alltag. Sie sind klein, wunderschön gemustert und überall. Wir nennen sie liebevoll "Shysharks" (Scheuhaie) oder eben Katzenhaie.

Das Besondere: Viele dieser Arten sind endemisch. Der Puffadder-Shyshark etwa existiert nur an der südafrikanischen Küste — wer ihn sehen will, muss hierher kommen. Ihr Zuhause ist der Kelp-Wald, dieses kühle, grün-goldene Labyrinth, das ich im Kelp-Forest-Guide ausführlich beschreibe. Zwischen den Stämmen des Riesentangs, in Spalten und unter Überhängen liegen die Katzenhaie tagsüber und warten auf die Nacht.

Ich sage meinen Gästen vor dem ersten Tauchgang immer: Vergiss die Suche nach dem großen Grauen. Schau nach unten, schau in die Löcher. Dort starren dich mehr Augen an, als dir lieb ist.

Kapstadts Katzenhaie im Porträt — Art für Art

Der Pyjama-Hai (Striped Catshark)

Wissenschaftlicher Name: Poroderma africanum
Erkennungsmerkmal: Dicke schwarze Längsstreifen vom Kopf bis zum Schwanz — wie ein Schlafanzug.
Größe: Bis zu 1 Meter.

Der Pyjama-Hai ist der Star unter Kapstadts Katzenhaien und international bekannt, seit er in "My Octopus Teacher" einen Oktopus gejagt hat. Tagsüber liegen Pyjama-Haie gerne zu mehreren übereinandergestapelt in Höhlen und unter Felsvorsprüngen. Am zuverlässigsten finde ich sie am Long Beach in Simon's Town und an der Windmill Beach — beides flache, entspannte Shore Dives, bei denen selbst Open-Water-Schüler regelmäßig ihren ersten Hai sehen. Pyjama-Haie sind neugierig: Manchmal schwimmt einer direkt auf deine Maske zu und dreht erst im letzten Moment ab.

Der Leoparden-Katzenhai (Leopard Catshark)

Wissenschaftlicher Name: Poroderma pantherinum
Erkennungsmerkmal: Statt Streifen ein stark variierendes Muster aus Ringen, Flecken und Linien.
Größe: Bis zu 85 cm.

Der elegantere, aber scheuere Cousin des Pyjama-Hais. Tagsüber steckt er tief in Spalten, nachts geht er aktiv auf die Jagd — bei Nachttauchgängen rund um Miller's Point sehe ich regelmäßig mehrere pro Tauchgang frei über das Riff schwimmen. Kein Muster gleicht dem anderen; manche Tiere sind fast schwarz gepunktet, andere tragen regelrechte Rosetten wie ein Leopard.

Der Puffadder-Shyshark

Wissenschaftlicher Name: Haploblepharus edwardsii
Erkennungsmerkmal: Braun-orange mit sattelartigem Muster, das an die Puffotter erinnert. Auffällig schöne, fast reptilienartige Augen.
Größe: Maximal 60 cm.

Der klassische Shyshark — und ein echter Endemit der südafrikanischen Küste. Fühlt er sich bedroht, rollt er sich zu einem Ring zusammen und bedeckt die Augen mit der Schwanzflosse. Daher der Name "Scheuhai". Du findest ihn in den flachen Kelp-Zonen, zum Beispiel am A-Frame, oft einfach offen auf dem Sand zwischen den Felsen liegend. Bitte provoziere das Einrollen niemals absichtlich — es ist purer Stress für das Tier, kein Fototrick.

Der Dunkle Shyshark (Dark Shyshark)

Wissenschaftlicher Name: Haploblepharus pictus
Erkennungsmerkmal: Dunkelbraun bis fast schwarz wirkend, Muster deutlich schwächer ausgeprägt.
Größe: 50–60 cm.

Ein Meister der Tarnung. Der Dunkle Shyshark lebt flacher als alle anderen Arten — oft schon in 2–3 Metern Tiefe direkt im Kelp, wo sein dunkler Körper zwischen den Tangwedeln praktisch unsichtbar wird. Meistens siehst du ihn erst, wenn du fast mit der Hand daneben liegst. Gerade Schnorchler treffen diese Art am häufigsten.

Der Spotted Gully Shark — der große Bruder

Wissenschaftlicher Name: Triakis megalopterus
Erkennungsmerkmal: Grauer, kräftiger Körper mit feinen schwarzen Punkten, auffallend große, runde Flossen.
Größe: Bis zu 1,7 Meter.

Streng genommen kein Katzenhai, sondern ein Glatthai — aber er gehört in jede Aufzählung der kleinen Haie Kapstadts. Der Spotted Gully Shark ist das Bindeglied zwischen den handzahmen Shysharks und den großen Räubern: bis zu 1,7 Meter lang, kräftig gebaut und trotzdem komplett harmlos. Das Beste: Er tritt in Gruppen auf. In den flachen Felsrinnen (Gullies) bei Castle Rocks patrouillieren im Winter manchmal fünf bis zehn Tiere gleichzeitig in zwei bis vier Metern Tiefe. Wenn du im Juli in so einer Rinne kniest und ein Dutzend graue Silhouetten um dich kreist, fühlt sich das nach großem Kino an — ganz ohne Käfig. Für mich eines der unterschätztesten Winter-Highlights der False Bay.

Wo und wann du sie am zuverlässigsten findest

Die kurze Antwort: False Bay im Winter. Zwischen Juni und August liefert die False Bay ihre beste Sicht — oft 10 bis 15 Meter — bei Wassertemperaturen von 14 bis 17°C. Ein 7mm-Neoprenanzug mit Haube ist dabei Standard, keine Option. Die Katzenhai-Klassiker liegen alle auf der False-Bay-Seite: Long Beach und Windmill Beach für Pyjama-Haie, A-Frame für Puffadder-Shysharks, Miller's Point und Castle Rocks für Leoparden-Katzenhaie und Gully Sharks. Auf der Atlantikseite (8–14°C, beste Bedingungen November bis März) findest du Dunkle Shysharks in den Kelp-Wäldern von Oudekraal.

Die wichtigste Technik: langsam tauchen und in die Spalten leuchten. Katzenhaie liegen tagsüber unter Überhängen, in Felsspalten und Höhleneingängen — ohne Licht schwimmst du an 80 Prozent von ihnen vorbei. Eine helle Lampe wie die Wurkkos DL10R ist deshalb auch tagsüber Pflichtausrüstung: 4500 Lumen holen die orange-schwarzen Muster aus dem dunkelsten Loch, und der enge Spot stresst die Tiere weniger als breites Flutlicht. Ich habe sie bei jedem Tauchgang dabei.

Warum diese Haie ökologisch so besonders sind

Kapstadts Katzenhaie sind ein Paradebeispiel für Endemismus: Puffadder-Shyshark, Dunkler Shyshark und Pyjama-Hai kommen ausschließlich an der südafrikanischen Küste vor. Wenn du sie hier siehst, siehst du Tiere, die es an keinem anderen Tauchplatz der Welt gibt. Das allein macht jeden Kelp-Tauchgang zu etwas Besonderem, selbst wenn sonst wenig los ist.

Ökologisch sind diese kleinen Räuber der Kitt des Kelp-Waldes. Sie kontrollieren die Bestände von Krebstieren, Tintenfischen und kleinen Fischen und halten so das Gleichgewicht am Riffgrund. Weil sie am Boden leben und nicht wie die pelagischen Haie über weite Strecken wandern, sind sie extrem standorttreu: Ein Puffadder-Shyshark, den du heute unter einem bestimmten Felsen findest, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit nächste Woche immer noch dort. Genau das macht bestimmte Spots über Jahre so verlässlich. Diese Katzenhaie sind übrigens nur das kleine Ende einer Nahrungskette, an deren oberem Ende der Siebenkiemerhai steht — die nächste Stufe im Kapstadt-Hai-Erlebnis beschreibe ich im Guide zum Cowshark-Tauchen.

Verhaltensregeln und Foto-Tipps

  • Nicht anfassen: Auch wenn sie niedlich aussehen und still liegen — es sind wilde Tiere. Berührung beschädigt die empfindliche Schleimhaut, die sie vor Infektionen schützt.
  • Einroll-Verhalten nicht provozieren: Treibst du einen Shyshark in die Enge, rollt er sich ein. Das ist ein Zeichen von Angst, kein Kunststück für deine Kamera. Halte respektvollen Abstand.
  • Tarierung ist alles: Da diese Haie am Boden leben, ist die größte Gefahr ein Taucher, der unkontrolliert auf den Riffgrund kracht. Tariere dich sauber aus, bevor du dich näherst.
  • Beim Gully Shark: ruhig werden: Leg dich flach auf den Grund und warte. Hektik vertreibt ihn, Geduld holt ihn heran.

Fürs Foto arbeite ich am liebsten mit dem Handy im DIVEVOLK Seatouch 4 Max Plus: Du bedienst den Touchscreen auch unter Wasser und löst im richtigen Moment aus, ohne blind nach Knöpfen zu tasten. Gerade bei einem Pyjama-Hai, der nur für Sekunden ruhig liegt, entscheidet das über das Bild. Zwei Faustregeln aus über 1.000 Tauchgängen: Geh mit dem Blickwinkel tief, dicht über den Boden, damit die Muster zur Geltung kommen — und halte die Lampe von der Seite, nicht frontal, damit die Streifen des Pyjama-Hais Kontrast bekommen.

Fazit

Kapstadts kleine Haie sind ein Schatz. Sie machen jeden Tauchgang spannend, auch wenn kein großer Räuber vorbeischwimmt. Nimm dir Zeit, in die Spalten zu schauen, leuchte in die Überhänge und leg dich beim Gully Shark einfach mal auf den Grund — du wirst überrascht sein, wie viele Augen dich zurückanstarren. Für mich sind diese endemischen Katzenhaie der eigentliche Grund, warum das Tauchen in Kapstadt so einzigartig ist.

Häufige Fragen

Sind Katzenhaie in Kapstadt gefährlich für Menschen?+

Überhaupt nicht. Ihre Zähne sind winzig und dafür gemacht, Krebstiere zu knacken, nicht um große Beute zu reißen. Sie haben kein Interesse an Menschen. Zwischenfälle passieren nur, wenn Taucher versuchen, sie zu fangen oder zu provozieren.

Wo sehe ich Katzenhaie in Kapstadt am besten?+

In den Kelpwäldern von False Bay und am Atlantik. Long Beach, Windmill Beach, A-Frame, Miller's Point und Castle Rocks sind voll von ihnen. Du musst nicht tief tauchen — oft sind sie in 2 bis 10 Metern Tiefe am häufigsten. Im False-Bay-Winter (Juni bis August) ist die Sicht am besten.

Kann ich Katzenhaie auch beim Schnorcheln sehen?+

Ja, absolut. Da sie oft im flachen Wasser leben, sieht man Pyjama-Haie und Shysharks regelmäßig beim Schnorcheln im Kelp, zum Beispiel in der Shark Alley bei Castle Rocks. Ein 7mm-Neopren ist aber auch beim Schnorcheln Pflicht — das Wasser ist mit 14 bis 20°C kalt.

Was ist der Unterschied zwischen Shyshark und Katzenhai?+

Shysharks sind eine Untergruppe der Katzenhaie. „Katzenhai“ ist der Oberbegriff für die kleinen, bodenlebenden Haie mit katzenartigen Augen. Die Shysharks (Gattung Haploblepharus) sind die kleineren Arten, die sich bei Bedrohung zu einem Ring einrollen. Pyjama- und Leoparden-Katzenhai (Gattung Poroderma) tun das nicht und werden größer.

Wie groß werden Gully Sharks und sind sie scheu?+

Spotted Gully Sharks (Triakis megalopterus) werden bis zu 1,7 Meter lang und sind damit deutlich größer als die Katzenhaie. Sie sind grundsätzlich scheu, aber neugierig: Wenn du ruhig am Boden liegst, kommen sie oft von selbst näher. Zuverlässig triffst du sie im Winter in den flachen Gullies bei Castle Rocks in False Bay.

Über den Autor

Marc – PADI Divemaster

Marc

PADI Divemaster · Cape Town

Ich zeige dir, wie du in Kapstadt sicher tauchst und die richtigen Spots für dein Level auswählst.

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