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Siebenkiemer-Hai in Kapstadt: Spots und Nachttauchen
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Wildlife 27. August 2026 Marc 8 Min.

Siebenkiemer-Hai in Kapstadt: Spots und Nachttauchen

Kapstadts häufigster Großhai ist bei Abendtauchgängen an Miller's Point zuverlässig zu treffen. Saison April–September, Tiefe 10–25 m.

Kurzantwort: Wo und wann sehe ich den Siebenkiemer in der False Bay?

Der Breitnasen-Siebenkiemer (Notorynchus cepedianus) ist die häufigste Großhai-Art der False Bay. Die besten Begegnungschancen hast du bei Abendtauchgängen ab 16:30 Uhr an Miller's Point und Castle Rocks auf 10 bis 25 Metern — von April bis September, wenn das Kaltwasser-Upwelling Sicht und Nährstoffkette auf dem Jahreshöhepunkt bringt. An guten Tagen begleiten dich drei oder vier Exemplare auf einem einzigen Tauchgang. Als PADI-Instructor mit über 1.000 Tauchgängen in diesen Gewässern sage ich direkt: Wer nach einem echten Raubtier-Erlebnis sucht, ohne das Theater eines Käfig-Dives, ist hier richtig.

Der Breitnasen-Siebenkiemer: Eine lebende Urzeitform

Der Siebenkiemer gehört zur Ordnung der Kiemenschlitzhaie (Hexanchiformes) — einer der evolutionär ältesten Hai-Linien der Welt. Während die meisten modernen Haiarten fünf Kiemenspalten haben, trägt Notorynchus cepedianus sieben davon sichtbar an beiden Seiten des Kopfes. Diese Anatomie hat sich seit dem Jura kaum verändert. Was mir daran fasziniert: Wenn du dem Tier auf 15 Metern Tiefe in die Augen schaust, blickst du auf ein Design zurück, das die Kreidezeit überlebt hat — und das erzeugt eine ganz andere Qualität als das Haie-im-Käfig-Spektakel.

Körperbau und Größe

Ausgewachsene Weibchen erreichen in der False Bay Längen von 2,5 bis 3 Metern, die Männchen bleiben etwas kleiner. Der Körper ist massiv und stämmig, die Schnauze abgerundet und breiter als bei den meisten Kapstadt-Haiarten. Die Haut hat eine blaugraue Grundfärbung mit unregelmäßigen dunklen Flecken auf Rücken und Flanken — ein Muster, das im Kelp-Licht perfekt als Tarnung funktioniert. Das unterständige Maul ist mit mehrreihigen kammartigen Zähnen bewehrt: oben spitz und scharf, unten breiter mit Sägezähnen. Evolutionär ist das auf generalistisches Raubtier-Verhalten ausgelegt — der Siebenkiemer ist kein Spezialist, er ist ein Opportunist.

Ökologische Rolle in der False Bay

Die Siebenkiemer-Population der False Bay gilt als genetisch eigenständig und ökologisch bedeutsam. Seit dem Rückgang der Weißen Haie im Revier — Orcas haben die lokale Population nach 2017 faktisch verdrängt — haben Cowsharks die Rolle des Apex-Raubtiers in den flacheren Riff-Zonen übernommen. Ich beobachte das seit Jahren: In den letzten Wintersaisonen sind die Begegnungen mit Siebenkiemern deutlich häufiger geworden. An guten August-Tagen zähle ich 6 bis 8 Individuen auf einem einzigen Tauchgang — Zahlen, die ich in meiner frühen Zeit als Dive-Guide in dieser Region nicht kannte. Wer mehr über die ökologische Geschichte und andere Haiarten der False Bay erfahren will, findet in meinem ausführlichen Cowshark-Guide alle Hintergründe.

Verhalten: Wie der Siebenkiemer jagt und wie er auf Taucher reagiert

Der Breitnasen-Siebenkiemer ist ein opportunistischer Generalist. Beutetiere umfassen Fische, Rochen, kleinere Haie, Tintenfische und gelegentlich tote Meeressäuger. Er jagt hauptsächlich mit niedrigen Geschwindigkeiten — durch langsames Kreisen und plötzliche Beschleunigung beim Angriff. Dieses Jagdverhalten ist dämmerungs- und nachtaktiv, weshalb Abendtauchgänge die Siebenkiemer in ihrer aktivsten Phase erwischen.

Nachtaktivität und Dämmerungsrhythmus

Tagsüber treffe ich die Tiere häufig in einer Art Ruhezustand an — langsam zwischen Kelp-Stämmen treibend oder in Felsspalten der Castle Rocks liegend. Gegen 16 bis 17 Uhr ändert sich das Verhalten deutlich: Die Haie werden lebhafter, das Schwimmmuster direktionaler, die Tiere beginnen das Riff systematisch zu patrouillieren. Das ist der optimale Tauchzeitpunkt. Nachttauchgänge ab 20 Uhr zeigen nochmals aktivere Tiere, setzen aber solide Taucherfahrung und eine zuverlässige Beleuchtung voraus.

Verhalten gegenüber Tauchern

Siebenkiemer sind neugierig, aber selten aggressiv. Die Reaktion ist stark individuell: Manche Tiere kommen auf weniger als einen Meter heran und drehen dann ab, andere halten konstant größeren Abstand. Was ich meinen Kursteilnehmern immer erkläre: Ruhig bleiben, kontrolliert atmen, keine hektischen Bewegungen. Der Hai registriert Bewegung und Druckwellen — plötzliche Fluchtbewegungen können Neugier in etwas Unangenehmes verwandeln. Tauche in der Gruppe, verhalte dich wie ein ruhiger Beobachter, und die Begegnung gehört zu den beeindruckendsten Erlebnissen, die Kapstadt bietet.

Die besten Spots für Siebenkiemer-Begegnungen

Die Siebenkiemer der False Bay konzentrieren sich auf wenige Hot-Spots. Diese sind bekannt — und genau deshalb lohnt es sich, die richtigen Rahmenbedingungen zu kennen.

Miller's Point: Der zuverlässigste Spot in der Region

Miller's Point liegt zwischen Simon's Town und Cape Point — ein Fels-Riff-System aus großen Granitblöcken, das bis auf 25 Meter abfällt und von dichtem Kelp umgeben ist. Shore-Entry von der dedizierten Treppenanlage, Parkplatz direkt am Wasser. Tagsüber findest du hier Pyjama-Haie und gelegentlich träge Siebenkiemer im Kelp. Beim Abendtauchgang sieht das anders aus: Mehrere Exemplare patrouillieren dann aktiv am Riff-Rand zwischen 10 und 22 Metern. Die beste Sicht hast du von Juni bis August — dann ist das Upwelling am stärksten, die Sicht erreicht 10 bis 15 Meter. Alle Details zu Einstieg, Parken und Windrichtungen beschreibe ich im Miller's Point und Castle Rocks Spot-Guide.

Castle Rocks als Alternative mit anderer Topographie

Castle Rocks liegt unmittelbar nördlich von Miller's Point, ebenfalls Shore-Entry möglich. Das Riff hat eine andere Topographie: mehr zerklüftete Felsstrukturen, weniger Kelp. Das bedeutet weniger Versteckplätze für die Tiere, dafür häufigere Freiwasser-Begegnungen im Freien. Siebenkiemer, die ich hier treffe, sind oft großformatiger — vermutlich dieselbe Population, aber in einem anderen Verhaltensmodus. Castle Rocks ist teilweise als Marine Protected Area ausgewiesen; das Nicht-Anfassen-Gebot gilt hier noch strenger als anderswo.

Ausrüstung für Siebenkiemer-Tauchgänge

Der Siebenkiemer-Tauchgang stellt keine extremen technischen Anforderungen, aber Kapstadts Kaltwasser verlangt die richtige Grundausrüstung — wer daran spart, bereut es auf dem Riff.

Thermoschutz: 7mm ist kein Luxus

Die False Bay hat im Winterhalbjahr (April–September) Wassertemperaturen zwischen 12 und 17°C. Auf einem 60-minütigen Abendtauchgang ist das intensiv — besonders weil Siebenkiemer-Begegnungen dazu verleiten, länger als geplant zu bleiben. Ich tauche selbst in einem 7mm Neoprenanzug von Cressi. Er liefert ausreichend Wärme ohne übermäßige Auftriebsprobleme und hat meine komplette Kapstadt-Saison überlebt. Wer mit 5mm einreist, sieht den Siebenkiemer vielleicht — steigt aber nach 30 Minuten frierend auf, bevor das Tier verschwindet.

Beleuchtung: Tauchlampe für die Dämmerungsphase

Für Abendtauchgänge bei Miller's Point ist eine starke Tauchlampe keine Option — sie ist Pflicht. Nicht weil es stockdunkel ist, sondern weil das Licht dir erlaubt, in Felsspalten und Kelp-Dichten hineinzuleuchten, wo Siebenkiemer ruhen. Außerdem macht Licht dich für den Hai sichtbar — ein Siebenkiemer, der dich klar wahrnimmt, verhält sich berechenbarer als eines, der dich erst beim Schulterkontakt bemerkt. Ich nutze die Wurkkos DL10R mit 4.500 Lumen als Primärlampe: leicht, mit Magnetladung und breitem Lichtkegel für Kelp-Navigation. Für echte Nachttauchgänge ergänze ich eine Backup-Lampe mit Rotlicht-Modus, der die Tiere weniger stört.

Zum Flosse: Bei Miller's Point und Castle Rocks liegt der Einstieg über Granit, und die Strömung zieht unregelmäßig. Ich empfehle eine kräftige offene Fersenflossen, die mit 5mm-Neoprenboots passt. Die Cressi Reaction EBS hat ein elastisches Schnallensystem, das den Schuh sicher hält — auch wenn ein Siebenkiemer vorbeizieht und du unbewusst mit den Beinen arbeitest.

Planung und Logistik

Siebenkiemer-Begegnungen sind in der False Bay von April bis September am zuverlässigsten. August ist mein Lieblingsmonat: Die Sicht liegt auf dem Jahreshöchstpunkt, die Hai-Aktivität ist hoch, und Temperaturen von 13 bis 15°C sind mit 7mm Neopren gut handhabbar. Für die Anreise nach Miller's Point nimmst du die M4 von Simon's Town Richtung Süden — Google Maps führt direkt zum Parkplatz. Frühstart lohnt: Ankunft gegen 15 Uhr, Ausrüstung checken, dann ab 16:30 Uhr ins Wasser. Übernachten in Simon's Town ist angenehm und deutlich günstiger als in der Kapstadt-Innenstadt.

Häufige Fragen

Ist der Siebenkiemer-Hai gefährlich für Taucher?+

Der Breitnasen-Siebenkiemer gilt als grundsätzlich nicht aggressiv gegenüber Tauchern, ist aber ein starkes Raubtier, das respektiert werden will. Weltweit gibt es vereinzelte Vorfälle, meist provoziert oder in Verbindung mit Fütterungsaktivitäten. In der False Bay habe ich in über 1.000 Tauchgängen nie ein aggressives Verhalten erlebt — ruhiges Tauchen, keine hektischen Bewegungen und Gruppenformation sind die entscheidenden Faktoren.

Wann ist die beste Zeit für Siebenkiemer-Tauchgänge in Kapstadt?+

April bis September ist die Hochsaison — das Kaltwasser-Upwelling sorgt für bessere Sicht und erhöhte Aktivität der Hai-Population. August bietet oft die beste Kombination aus Sichtweite (10–15 Meter) und zuverlässigen Begegnungen. Abendtauchgänge ab 16:30 Uhr erhöhen die Chancen deutlich, da die Tiere dann aktiv zu patrouillieren beginnen.

Wie tief schwimmen Siebenkiemer in der False Bay?+

In der Regel auf 10 bis 25 Metern, mit Hauptaktivität zwischen 12 und 20 Metern an den Riff-Kanten von Miller's Point und Castle Rocks. Einzelne Exemplare werden auch flacher gesehen, besonders nachts. Für den klassischen Shore-Dive reicht ein Open Water Diver Zertifikat aus — du brauchst kein Spezialkurs oder Tieftauchzertifikat.

Kann ich den Siebenkiemer auch ohne Nachttauchgang sehen?+

Ja, tagsüber sind Siebenkiemer in der False Bay ebenfalls anzutreffen, besonders von Juni bis August bei guter Sicht. Sie sind dann eher ruhig und langsam — du siehst sie im Kelp treiben oder in Felsspalten ruhen. Die Begegnungschancen sind tagsüber aber deutlich geringer als bei Abendtauchgängen. An top Tagen mit guter Sicht und viel Hai-Aktivität spielt die Tageszeit eine weniger große Rolle.

Brauche ich ein Spezialkurs für Cowshark Night Dives an Miller's Point?+

Einen spezifischen Siebenkiemer-Kurs gibt es nicht. Für Abendtauchgänge empfehle ich das PADI Night Diver Specialty oder zumindest geführte Nachttauchgänge mit einer lokalen Basis, bis du mit Lampenführung und Orientierung im Kelp vertraut bist. Als Open Water Diver kannst du die Abenddämmerungs-Tauchgänge (ab 16:30 Uhr) problemlos mit einem erfahrenen Guide angehen.

Über den Autor

Marc – PADI Divemaster

Marc

PADI Divemaster · Cape Town

Ich zeige dir, wie du in Kapstadt sicher tauchst und die richtigen Spots für dein Level auswählst.

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