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Oktopus, Sepien & Kalmare in Kapstadt
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Wildlife 05. August 2026 Marc 9 Min.

Oktopus, Sepien & Kalmare in Kapstadt

Oktopus tauchen Kapstadt: Wo du Common Octopus, Sepien und Kalmare findest — Saison, Spots und Ausrüstung aus Marcs Praxis.

Gibt es Oktopusse, Sepien und Kalmare beim Tauchen in Kapstadt?

Ja — und in einer Dichte, die selbst erfahrene Taucher überrascht. Der Common Octopus (Octopus vulgaris) ist in Kapstadts Kelp-Wäldern ganzjährig präsent. Sepien tauchen besonders von Oktober bis Januar in den Seegraswiesen der False Bay auf, wenn sie zur Balz kommen. Kalmare halten sich meist in der offenen Wassersäule auf und sind am ehesten auf Nacht-Tauchgängen oder in tieferen Schichten zu finden. Wer weiß, wo er suchen muss, macht bei fast jedem Tauchgang eine Begegnung.

Der Common Octopus im Kelp-Wald

Kapstadts Kelp-Wälder an der Atlantikseite — Sea Point, Hout Bay, Camps Bay — liegen in 8 bis 14 °C kaltem Wasser. Für viele Warmwasser-Taucher klingt das abschreckend, aber genau diese Kälte schafft ein ökologisch reiches System: dichter Kelp, üppige Wirbellose, und mittendrin der Common Octopus. Er ist hier nicht die Ausnahme — er ist Dauergast.

Tarnung, Verhalten, Intelligenz

Was den Common Octopus von allem anderen unterscheidet, das du unter Wasser siehst, ist seine chromatische Kontrolle. Er kann seine Hautfarbe und -textur in Sekundenbruchteilen ändern — nicht nur zur Tarnung, sondern auch zur Kommunikation. Eine aufgeregte Haut mit dunklen Flecken und aufgestellten Papillen bedeutet: Geh weg. Eine gleichmäßig helle, glatte Haut bedeutet: Ich bin entspannt. Das sind keine Vermutungen — das ist dokumentiertes Signalverhalten, das Craig Foster in seiner Oscar-prämierten Doku My Octopus Teacher jahrelang beobachtet hat, genau in diesen Gewässern, in diesem Kelp.

Der Oktopus ist dabei nicht nur ein passiver Tarnkünstler. Ich habe auf Tauchgängen in Millers Point beobachtet, wie ein Tier Muschelschalen systematisch vor seinem Loch zu einem Wall aufgeschichtet hatte — Werkzeuggebrauch, das bei Cephalopoden seit Jahren dokumentiert ist. Er erinnert sich an Strukturen, er lernt, er probiert. Für ein Tier ohne Skelett und mit einer Lebenserwartung von zwei Jahren ist das bemerkenswert.

So findest du Oktopusse — wo sie sich verstecken

Die meisten Taucher schwimmen direkt über einem Oktopus hinweg, ohne es zu merken. Das liegt an der simplen Tatsache: Er will nicht gesehen werden. Die Methode, die ich nach hunderten von Kelp-Tauchgängen entwickelt habe, ist diese: Nicht den Oktopus suchen, sondern seine Spuren. Direkt vor einem Felsspalt oder einem Loch unter einem Stein liegen oft Muschelschalen, Krabbenreste, manchmal Flaschenscherben — alles, was ein Oktopus als Unterschlupf nutzt und was er nach einer Mahlzeit vor die Tür schiebt. Dieses kleine Abfalldepot nennen Biologen "Oktopus-Garten". Wer dieses Muster einmal erkannt hat, findet plötzlich überall Oktopusse.

Für die dunklen Felsspalten ist eine gute Lampe unverzichtbar — ich empfehle die Wurkkos DL10R Tauchlampe, die genug Licht für auch tief eingeschnittene Höhlen liefert und dabei kompakt genug ist, um sie beim Fotografieren in der Hand zu halten. Ein Oktopus, der tief in einem Spalt sitzt, ist ohne direktes Licht nicht erkennbar — und das Tier bleibt entspannter, wenn du kurz hineinleuchtest, statt mit dem Körper in die Öffnung zu tauchen.

Ein guter Startpunkt für Kelp-Tauchgänge mit Cephalopoden-Fokus ist der Kelp-Wald Guide für Kapstadt, der die besten Zugänge und Tiefen beschreibt.

Sepien am Kap: Die chromatischen Tarnkünstler

Sepien — auf Englisch Cuttlefish — sind die unterschätzten Künstler unter den Kapstadter Cephalopoden. Im Vergleich zum Oktopus sind sie weniger scheu, bleiben oft an Ort und Stelle wenn man sich langsam annähert, und zeigen ihre Farb- und Musterwechsel fast performativ. Im richtigen Moment sieht eine Sepie aus wie ein lebendiges Kaleidoskop: Wellen aus Braun, Weiß und Orange laufen in Sekunden über den Körper.

In der False Bay — 14 bis 20 °C, deutlich wärmer als die Atlantikseite — sind Sepien von Oktober bis Januar am häufigsten. Das ist ihre Balzzeit. Männchen konkurrieren dabei mit visuellen Signalen: Sie zeigen einer Seite ein Werbeauftritt in leuchtenden Mustern, während sie der anderen Seite gleichzeitig ein neutrales Tarnmuster zeigen, um Rivalen zu täuschen. Ich habe dieses Verhalten an Seegraswiesen in der Nähe von Simons Town mehrfach beobachtet — drei Männchen um ein Weibchen, und jedes zeigte buchstäblich eine andere Seite seines Körpers mit unterschiedlichen Mustern. Evolutionär genial, für den Taucher spektakulär.

Außerhalb der Balzzeit sind Sepien weniger auffällig — aber immer noch vorhanden. Sie jagen im Kelp und auf Sandflächen, oft mit dem gleichen "Warte-und-schlage-zu"-Stil, für den Cephalopoden bekannt sind: reglos auf ein Krebstier fokussiert, Tentakel blitzartig ausgeschossen, fertig.

Kalmare — die schnellen Jäger der offenen Wassersäule

Kalmare sind die härteste Kategorie für Cephalopoden-Begeisterte in Kapstadt. Sie leben nicht im Kelp, nicht am Riff, sondern im blauen Wasser — in der offenen Wassersäule, oft in tieferen Schichten ab 15 Metern. Wer sie sehen will, braucht entweder Glück oder einen Nacht-Tauchgang.

Nacht-Tauchgänge sind das, was ich empfehle. Kalmare reagieren auf Licht — sie jagen beleuchtet von Laternen und Mondlicht, weil Licht kleine Fische und Krebstiere anzieht, die wiederum Kalmare anziehen. An der False Bay-Seite, besonders rund um Simon's Town und Millers Point, habe ich auf Nacht-Tauchgängen regelmäßig Schwärme von zwanzig bis dreißig Tieren gesehen, die im Lichtkegel meiner Lampe jagten — schnell, koordiniert, fast schon mechanisch präzise. Für einen Taucher, der sonst eher langsame Riff-Bewohner sieht, ist das ein visueller Schock.

Tagsüber sind Kalmare seltener zu sehen, aber nicht unmöglich. In Strömungskanälen zwischen Rifffelsen, wo Wasser und Fische konzentriert werden, tauchen manchmal kleinere Tintenfisch-Gruppen auf. In False Bay habe ich das vereinzelt auch auf flacheren Tauchgängen erlebt — aber verlässlich ist es nicht. Für Kalmar-Fokus: Nacht, Licht, blaues Wasser.

Verhaltenscode — Cephalopoden begegnen ohne zu stören

Oktopusse, Sepien und Kalmare haben alle eine Verteidigungsstrategie, die ich als Taucher tunlichst nicht provozieren will: Tinte. Der Tintenausstoß ist für das Tier ein Stress-Reflex — er vernebelt das Wasser, desorientiert Angreifer und lässt dem Tier eine Chance zur Flucht. Als Taucher bedeutet das: Wenn du Tinte siehst, hast du das Tier bereits unter erheblichen Stress gesetzt. Das ist kein schöner Anblick, weder für dich noch für das Tier.

Meine Regeln für Cephalopoden-Begegnungen:

  • Langsam annähern, niemals von oben. Cephalopoden nehmen Schatten von oben als Raubtiersignal wahr. Seitlich auf Augenhöhe ist besser.
  • Mindestabstand 50 Zentimeter zum Oktopus. Nah genug zum Sehen, weit genug um sein Revier nicht zu verletzen.
  • Kein Blitz beim Fotografieren. Direktblitz löst Fluchtreflexe aus. Ambientlicht oder gedämmte Hilfslicht-Quellen sind besser.
  • Bei Nacht: Rotlicht bevorzugen. Viele Cephalopoden sind weniger empfindlich auf rotes Licht als auf weißes. Wenn deine Lampe einen Rotlicht-Modus hat, nutze ihn.
  • Nie berühren, nie aus einem Loch herauslocken.

Das sind keine sonderbaren Naturschutz-Mantras — das ist schlicht die Logik, nach der man mehr sieht. Ein entspannter Oktopus bleibt sichtbar. Ein gestresster schießt Tinte und verschwindet. Du entscheidest, welche Begegnung du willst.

Was du für diese Begegnungen brauchst

Kapstadt ist Kaltwasser — das ist nicht verhandelbar. Auf der Atlantikseite (8 bis 14 °C) ist ein Cressi 7mm Neoprenanzug kein optionales Extra, sondern Grundvoraussetzung. Wer im Kelp nach Oktopussen sucht, ist schnell eine Stunde unter Wasser — in 10 °C ohne ausreichenden Kälteschutz ist das keine gute Idee. In der False Bay (14 bis 20 °C) kommt man je nach Jahreszeit mit 5mm aus, aber ich tauche dort selbst im Sommer mit 7mm, weil Suchlauchgänge länger dauern und ich lieber zu warm als zu kalt bin.

Für die Dokumentation empfehle ich die GoPro HERO13 Black. Sie ist bis 10 Meter ohne Gehäuse wasserdicht, filmt in 5.3K, und vor allem: Sie ist einhändig bedienbar. Wenn du mit einer Hand eine Lampe hältst und in einen Felsspalt leuchtest, willst du die Kamera mit der anderen Hand drücken können — nicht umständlich eingestellt werden.

Wen das Thema als Einsteiger interessiert, findet im False-Bay-Einsteiger-Guide den richtigen Einstieg — Spots, Tiefen, was zu erwarten ist.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit, um Oktopusse beim Tauchen in Kapstadt zu sehen?+

Der Common Octopus ist in Kapstadts Kelp-Wäldern ganzjährig aktiv — es gibt keine schlechte Jahreszeit. Im Winter (Juni bis August) ist die Sicht auf der Atlantikseite oft am besten, was Begegnungen erleichtert. Auf der wärmeren False Bay-Seite (14 bis 20 °C) sind Sepien von Oktober bis Januar am häufigsten, wenn sie zur Balzzeit aktiv und dadurch sichtbarer sind.

Kann man in Kapstadt auch Kalmare beim Tauchen sehen?+

Ja, aber Kalmare sind die unzuverlässigste der drei Cephalopoden-Arten. Sie leben in der offenen Wassersäule, oft in tieferen Schichten. Am verlässlichsten sind Nacht-Tauchgänge rund um Simon's Town oder Millers Point in der False Bay, wo Kalmar-Schwärme im Lichtkegel der Lampe jagen. Tagsüber sind Einzelbegegnungen möglich, aber nicht planbar.

Wie erkenne ich einen Oktopus unter Wasser in Kapstadt?+

Suche nicht den Oktopus selbst, sondern seinen 'Garten': einen kleinen Haufen Muschelschalen, Krabbenreste oder anderer Überreste direkt vor einem Felsspalt oder Loch. Das ist der Abfallplatz des Tieres und ein zuverlässiger Hinweis auf einen besetzten Unterschlupf. Mit einer guten Lampe in den Spalt leuchten — häufig sieht man dort die charakteristischen Augen.

Ist es gefährlich, Oktopusse oder Sepien beim Tauchen in Kapstadt zu berühren?+

Der Common Octopus kann beißen und seine Speicheldrüsen produzieren ein leichtes Gift — für Menschen in der Regel harmlos, aber unangenehm. Wichtiger: Das Tier zu berühren löst Stress aus und führt oft zur Flucht via Tinte. Kein Taucher gewinnt dadurch etwas. Die einzige richtige Begegnung ist aus Abstand, langsam und ohne Kontakt.

Welche Wassertemperatur herrscht in Kapstadt beim Oktopus-Tauchen?+

Das hängt von der Seite der Halbinsel ab. Die Atlantikseite (Hout Bay, Sea Point) hat 8 bis 14 °C — Kelp-Wald-Bedingungen, für die ein 7mm Neoprenanzug Pflicht ist. Die False Bay (Simon's Town, Millers Point) ist wärmer mit 14 bis 20 °C, je nach Jahreszeit. Oktopusse kommen auf beiden Seiten vor, Sepien sind häufiger in der wärmeren False Bay.

Über den Autor

Marc – PADI Divemaster

Marc

PADI Divemaster · Cape Town

Ich zeige dir, wie du in Kapstadt sicher tauchst und die richtigen Spots für dein Level auswählst.

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Meine Ausrüstung

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