Unterkunft für Taucher in Kapstadt: Simon's Town für False Bay, Hout Bay für den Atlantik. Marcs ehrlicher Vergleich zu Lage, Preis und Buchung.
Welche Unterkunft ist für Taucher in Kapstadt am besten?
Die beste Unterkunft für Taucher in Kapstadt richtet sich danach, auf welcher Seite der Kaphalbinsel ihr die meiste Zeit verbringt. Wer vor allem in der False Bay taucht, bucht in oder nah bei Simon's Town, ein paar Minuten vom Boat Launch am Hafen entfernt. Wer die Kelpwälder und Robbenkolonien der Atlantikseite bevorzugt, ist in Hout Bay richtig. Wer beides will oder nur wenige Tage hat, nimmt einen Kompromiss im Stadtzentrum oder in Camps Bay in Kauf und rechnet dafür mit 30 bis 45 Minuten mehr Fahrzeit pro Tag.
Simon's Town als Basis: Unterkünfte nah an Hafen & Long Beach
Ich schicke die meisten meiner Gäste, die eine komplette Woche False Bay vor sich haben, nach Simon's Town. Die kleine Marinestadt liegt direkt am Wasser, der Hafen mit den Tauchbooten ist zu Fuß erreichbar, und du bist in 10 bis 15 Minuten bei Boulders Beach, Seaforth oder dem Partridge Point. Das spart dir vor allem morgens Nerven, wenn der Skipper schon um 7 Uhr ablegt und du noch verschlafen die Flasche auf dem Boot verstauen musst. Die False Bay ist mit 14–20 °C zudem deutlich wärmer als die Atlantikseite, was Simon's Town gerade für den Einstieg ins Kaltwassertauchen angenehmer macht.
Vorteile
- Kurze Wege zum Hafen und zu den bekannten False-Bay-Spots, ohne Stau auf der M3 am frühen Morgen
- Pinguine direkt vor der Tür: Die Kolonie am Boulders Beach ist in Gehdistanz von fast jeder Unterkunft im Ort
- Mehr Infrastruktur für Taucher als in Hout Bay: Mehrere Tauchbasen, Füllstationen und Verleihshops liegen im selben Ort
- Gelegentliche Haisichtungen oder schlechte Sicht werfen Tauchgänge um – du bist nah genug am Hafen, um spontan auf den nächsten verfügbaren Slot umzubuchen
Unterkunfts-Typen & Preisniveau
In Simon's Town gibt es drei realistische Kategorien. Günstige Guesthouses und Backpacker-Zimmer liegen in der Nebensaison (Mai bis August) bei etwa 40 bis 70 Euro pro Nacht, in der Hochsaison um Weihnachten und Neujahr eher bei 90 bis 130 Euro. Self-Catering-Apartments mit eigener Küche kosten ähnlich, bieten dir aber einen Ort, an dem du nasses Equipment über Nacht aufhängen kannst. Dieses Detail ist in Buchungsportalen auf den Fotos selten zu sehen, für Taucher aber wichtiger als der Meerblick. Mittelklasse-Guesthouses mit Garten oder Terrasse Richtung False Bay liegen meist zwischen 80 und 150 Euro, je nach Saison. Mehr zur Tauchbasis selbst, den Spots und wie du den Hafen am effizientesten nutzt, findest du in meinem Artikel über Simon's Town als Tauchbasis in Kapstadt.
Hout Bay als Basis: Unterkünfte nah am Harbour für die Atlantikseite
Hout Bay ist die Basis, wenn Duiker Island, der Kelp Forest und die Robbenkolonie auf deiner Liste stehen. Der Fischereihafen liegt direkt am Ort, die Boote zu den Spots brauchen oft nur 10 bis 20 Minuten. Das Wasser hier ist deutlich kälter als in der False Bay. Rechne mit 8 bis 14 °C, selbst im Hochsommer. Ein 7-mm-Neoprenanzug mit Haube und Handschuhen ist hier keine Option, sondern Grundausstattung, dazu kommt meist noch eine Weste oder ein halbtrockener Anzug für längere Tauchgänge.
Vorteile
- Direkter Zugang zu Duiker Island und den Kelpwäldern, mit kurzer Bootsfahrt statt langer Anfahrt
- Robben, Delfine (u.a. Dusky Dolphins) und gelegentlich Haie vor der Haustür
- Ruhigere, kleinere Ortschaft als Camps Bay, trotzdem mit guten Restaurants am Hafen
- Gute Ausgangslage, wenn du nach dem Tauchen noch an die Atlantikküste zum Surfen oder Spazieren willst
Unterkunfts-Typen in Hout Bay/Llandudno
Im Ort selbst findest du Self-Catering-Apartments und kleinere Guesthouses ab etwa 50 Euro in der Nebensaison, in der Hochsaison 80 bis 140 Euro. Wer mehr Budget hat, bucht Richtung Llandudno, wo Villen mit Meerblick auf den Atlantik auch mal 150 bis 300 Euro pro Nacht kosten. Dafür wacht man dort mit Blick auf exakt das Wasser, in dem man später taucht. Welche Spots sich von hier aus am besten anfahren lassen, habe ich in meinem Überblick zu den Tauchspots rund um Hout Bay zusammengefasst. Wer gezielt mit den Robben tauchen will, findet Details zu Saison und Ablauf in meinem Beitrag über das Tauchen mit Robben vor Hout Bay.
Kapstadt-Zentrum oder Camps Bay: Der Kompromiss für beide Tauchseiten
Wenn du nur drei oder vier Tage hast und beide Seiten sehen willst, ist eine Unterkunft im Stadtzentrum oder in Camps Bay der pragmatischste Mittelweg. Du zahlst dafür mit täglicher Fahrzeit, bekommst aber die größte Auswahl an Unterkünften, Restaurants und Flughafen-Nähe. Für Taucher, die zusätzlich noch Tafelberg, Weinland oder die Waterfront sehen wollen, ist das oft die realistischere Lösung als ein Standortwechsel mitten in der Reise.
Realistische Fahrzeiten zu beiden Tauchbasen
Vom Stadtzentrum nach Simon's Town rechne mit 45 bis 55 Minuten über die M3 und M4, je nach Verkehr in Muizenberg und Fish Hoek auch länger. Nach Hout Bay sind es über die Victoria Road oder durch Constantia meist 25 bis 35 Minuten, deutlich entspannter. Von Camps Bay aus ist Hout Bay über die Victoria Road sogar nur 15 bis 20 Minuten entfernt, während Simon's Town bei 50 bis 60 Minuten liegt. Die direkte Verbindung zwischen Simon's Town und Hout Bay über Chapman's Peak Drive ist landschaftlich grandios, aber die Straße wird bei starkem Wind oder nach Regen regelmäßig gesperrt. Plant diese Route deshalb nie als einzige Option für einen Tauchtermin ein, sondern immer mit der M3 als Rückfallebene über Constantia.
Checkliste: Worauf Taucher bei der Buchung achten sollten
Ein hübsches Foto auf Booking.com sagt wenig darüber, ob eine Unterkunft für Taucher praktisch ist. Das hier prüfe ich vor jeder Buchung:
- Trockenplatz oder Garten für nasses Equipment: ein Balkon oder eine Terrasse, auf der ein kompletter Anzug, BCD und Flossen über Nacht abtropfen können, ohne das Zimmer zu durchnässen
- Parkplatz direkt am Haus: Mit vollem Kofferraum willst du nicht erst eine Parklücke zwei Straßen weiter suchen
- Falls Lastabschaltungen (Load Shedding) wieder eingeführt werden: Gerade in kleineren Guesthouses ist die Stromversorgung dann nicht immer durch einen Generator abgesichert. Frag vor der Buchung direkt nach
- Stornierbarkeit wegen Wind: Tauchgänge in der False Bay und bei Hout Bay fallen regelmäßig wegen Südost- oder Nordwestwind aus. Buche nach Möglichkeit kostenlos stornierbare Zimmer, falls sich dein Tauchplan verschiebt
Für den Transport zwischen Unterkunft und Tauchbasis hat sich bei mir ein wasserdichter Dry-Bag-Rucksack in 20–45 Liter bewährt. Der Vorteil gegenüber einer normalen Tauchtasche: Du kannst den nassen Anzug direkt nach dem Tauchgang hineinpacken, ohne dass Salzwasser ins Auto oder in den Guesthouse-Flur läuft. Für Simon's Town reicht meist die kleinere Größe um 20 Liter, wenn du nur Maske, Haube und Handschuhe transportierst; fährst du mit komplettem Set zwischen zwei Standorten um, lohnt sich die 40-Liter-Variante.
Viele Guesthouses in Simon's Town und Hout Bay haben keinen eigenen Trockenraum. Die Handtücher im Zimmer sind für den täglichen Gebrauch nach dem Tauchen oft zu dünn oder zu wenige. Ein schnelltrocknendes Mikrofaser-Handtuch nimmt im Gepäck kaum Platz weg und ist am nächsten Morgen wieder einsatzbereit, wenn du zwei Tauchgänge am Tag machst. Gerade bei den kühlen Wassertemperaturen der Atlantikseite merkst du den Unterschied zwischen einem klammen Baumwollhandtuch und einem Mikrofaser-Modell sofort.
Und weil Load-Shedding in Simon's Town und Hout Bay immer wieder vorkommt: Ein USB-C-Netzteil mit 100 Watt und drei Anschlüssen lädt Tauchcomputer, Kamera-Akku und Handy gleichzeitig, solange noch Strom da ist, und ist schnell genug, um in der Zeit zwischen zwei Abschaltblöcken alles wieder vollzuladen. Für eine mehrtägige Tauchreise ohne verlässliche Steckdose ist das aus meiner Sicht sinnvoller als mehrere einzelne Ladegeräte.
Budget & beste Buchungszeit
Die Preise für Unterkünfte rund um Simon's Town und Hout Bay schwanken stark mit der südafrikanischen Sommersaison. Dezember und Januar sind nicht nur bei den Wassertemperaturen, sondern auch bei den Zimmerpreisen Hochsaison. Rechne mit 30 bis 50 % Aufschlag gegenüber Mai bis August und buche mindestens zwei bis drei Monate im Voraus, wenn du in dieser Zeit anreist. Die False-Bay-Wintermonate Juni bis August bieten dagegen die beste Sicht zum günstigsten Zimmerpreis, ein Kompromiss, den ich den meisten erfahrenen Tauchern empfehle, die nicht zwingend an die Schulferien gebunden sind. Wer flexibel ist, bucht außerhalb der Schulferien in Südafrika (Mitte Dezember bis Mitte Januar sowie um Ostern) und bekommt in Simon's Town wie in Hout Bay deutlich mehr Auswahl zu fairen Preisen.
FAQ
Häufige Fragen
Simon's Town oder Hout Bay – was ist besser für Einsteiger?+
Für Einsteiger ist Simon's Town meist die entspanntere Basis, weil die False Bay wärmer ist (14–20 °C) und die Spots wie Long Beach oder Seaforth flacher und geschützter liegen. Hout Bay mit seinen 8–14 °C und stärkerer Strömung am Kelp Forest eignet sich besser, wenn schon ein paar Kaltwasser-Tauchgänge in den Logbüchern stehen.
Wie weit ist die Fahrt vom Stadtzentrum zu beiden Tauchbasen?+
Von Kapstadt-Zentrum nach Simon's Town sind es je nach Verkehr 45 bis 55 Minuten über die M3, nach Hout Bay über die Victoria Road meist nur 25 bis 35 Minuten. Simon's Town und Hout Bay direkt über Chapman's Peak Drive zu verbinden dauert etwa 45 bis 60 Minuten, die Strecke wird aber bei Wind oder Regen häufig gesperrt.
Was kostet eine Unterkunft für Taucher in Kapstadt pro Nacht?+
In der Nebensaison (Mai bis August) liegen einfache Guesthouses und Self-Catering-Zimmer in Simon's Town und Hout Bay bei etwa 40 bis 80 Euro pro Nacht. In der Hochsaison Dezember/Januar steigen die Preise auf 90 bis 150 Euro, exklusivere Lagen wie Llandudno können deutlich mehr kosten.
Lohnt sich ein Standortwechsel zwischen Simon's Town und Hout Bay während der Reise?+
Bei einer Reise von einer Woche oder mehr lohnt sich ein Wechsel, wenn du gezielt beide Tauchseiten mit möglichst kurzen Anfahrtswegen erleben willst. Bei kürzeren Aufenthalten oder wechselhaftem Wind, der Tauchtage ohnehin verschiebt, ist ein fester Standort im Zentrum oder in Camps Bay stressfreier, auch wenn die Fahrzeiten etwas länger sind.
Worauf sollten Taucher bei der Unterkunftsbuchung besonders achten?+
Wichtig sind ein Trockenplatz oder Garten für nasses Equipment, ein Parkplatz direkt am Haus und eine kostenlose Stornierungsmöglichkeit, falls Wind einen Tauchtag verschiebt. Außerdem lohnt es sich, vor der Buchung nach der Stromversorgung bei geplanten Load-Shedding-Abschaltungen zu fragen, besonders in kleineren Guesthouses.




