Simon's Town tauchen: Warum der False-Bay-Hafenort die ideale Tauchbasis Kapstadts ist — Spots, Boat Dives, Unterkünfte und Pinguine im Guide.
Kurzantwort: Ist Simon's Town eine gute Tauchbasis?
Wer in Kapstadt Simon's Town tauchen als Ausgangspunkt wählt, sitzt am besten aufgestellten Tauchhub der Kap-Halbinsel: Der historische Marinehafen liegt mitten an der False-Bay-Seite, hat einen eigenen Bootshafen für Boat Dives, mit Long Beach den beliebtesten Einsteiger-Shore-Dive fußläufig vor der Tür und Klassiker wie Miller's Point, Castle Rocks und die Smitswinkel-Wracks in 10 bis 20 Fahrminuten. Dazu kommen Tauchbasen, Unterkünfte und — als Bonus über Wasser — die Pinguinkolonie am Boulders Beach. Getaucht wird ganzjährig, die beste Sicht gibt es im False-Bay-Winter von Juni bis August. Wassertemperatur 14 bis 20 °C, also gehört ein 7mm-Neoprenanzug dazu.
Warum Simon's Town die ideale Tauchbasis für Kapstadt ist
Ich habe Gäste in Kapstadt schon von allen möglichen Standorten aus zum Tauchen gebracht — aus dem City Bowl, aus Muizenberg, aus Hout Bay. Und wenn mich jemand fragt, wo er sich für eine reine Tauchwoche einquartieren soll, ist die Antwort fast immer dieselbe: Simon's Town. Nicht weil es der schickste Ort ist, sondern weil du hier die kürzesten Wege zu den meisten guten Spots hast — und in Kapstadt ist die Anfahrt oft der Faktor, der über einen gelungenen oder vergeigten Tauchtag entscheidet.
Die Lage: mitten in der besten False-Bay-Ecke
Simon's Town — oft auch ohne Apostroph als Simons Town geschrieben — liegt an der Westküste der False Bay, etwa 45 bis 60 Fahrminuten südlich vom Kapstädter Zentrum über die M3 und die Küstenstraße M4. Der entscheidende Punkt: Der geschützte Nordwestteil der False Bay — Long Beach, Miller's Point, Castle Rocks, die Smitswinkel Bay — liegt praktisch alles im Umkreis von 20 Autominuten. Wer stattdessen in der Innenstadt wohnt, fährt jeden Tauchtag diese Strecke zusätzlich hin und zurück. Über eine ganze Woche summiert sich das auf Stunden, die du lieber unter Wasser verbringst. Einen kompletten Überblick, was diese Bucht für Taucher bietet, findest du in meinem False-Bay-Einsteiger-Guide.
Der Hafen: Boat Dives direkt vor Ort
Simon's Town hat etwas, das den meisten Kapstädter Tauchorten fehlt: einen richtigen Bootshafen. Von hier starten die Tauchboote zu den Spots, die man vom Ufer nicht erreicht — allen voran die fünf Wracks der Smitswinkel Bay und die tieferen Riffe. Kurze Bootsfahrten von 10 bis 30 Minuten bedeuten weniger Seekrankheit, mehr Zeit im Wasser und die Möglichkeit, bei einem kurzfristigen Wetterfenster spontan rauszufahren. Für eine Tauchbasis ist ein eigener Hafen ein enormer logistischer Vorteil.
Die Tauchspots vor der Haustür
Der eigentliche Grund, warum Simon's Town als Basis funktioniert, sind die Spots im direkten Umfeld. Hier ist die Bandbreite von Anfänger bis Fortgeschritten, von Shore Dive bis Tieftauchgang — alles innerhalb weniger Kilometer.
Long Beach: der Einsteiger-Klassiker zu Fuß
Direkt am Nordrand von Simon's Town, neben der Marina, liegt Long Beach — der beliebteste Ausbildungs- und Einsteiger-Shore-Dive Kapstadts. Flach (maximal 6 bis 8 Meter), geschützt, mit bequemem Sandeinstieg und kaum Strömung. Unter Wasser triffst du Pyjama-Haie, Oktopusse und alte Wrackreste. Von vielen Unterkünften in Simon's Town läufst du in wenigen Minuten hin. Alle Details zu diesem Spot habe ich im Long-Beach-Guide zusammengeschrieben — für die ersten Tauchgänge einer Kapstadt-Woche ist er ideal.
Miller's Point und Castle Rocks: Kelp und Cowsharks
Rund zehn Autominuten südlich liegen Miller's Point und Castle Rocks. Miller's Point ist Shore- und Boot-Einstieg zugleich und liegt nahe dem Spot, an dem sich die berühmten Breitnasen-Siebenkiemerhaie (Cowsharks) im Kelp aufhalten. Castle Rocks ist als Marine Protected Area besonders fischreich und einer der schönsten Kelp-Tauchgänge der Halbinsel. Wer den Cowsharks begegnen will, findet die Details in meinem Cowshark-Guide. Beide Spots liegen so nah an Simon's Town, dass du sie an einem Vormittag abtauchen und mittags zurück auf der Terrasse sitzen kannst.
Die Smitswinkel-Wracks und weitere Boat Dives
Ab dem Hafen erreichst du per Boot die Smitswinkel Bay mit ihren fünf Wracks — darunter die SAS Pietermaritzburg und die SAS Transvaal — auf 22 bis 36 Metern Tiefe. Das ist Fortgeschrittenen-Terrain (Advanced Open Water), aber es ist genau die Art von Tauchgang, für die sich der Hafen von Simon's Town anbietet. Dazu kommen Roman Rock, Photographer's Reef und weitere Riffe, die je nach Bedingungen angefahren werden. Eine breitere Übersicht zu den betauchbaren Wracks findest du in meinem Beitrag zum Wracktauchen in Cape Town.
Unterkünfte und Tauchbasen in Simon's Town
Simon's Town ist überschaubar, aber gut ausgestattet. Entlang der St George's Street — der Hauptstraße direkt am Wasser — reihen sich Guesthouses, B&Bs und ein paar Selbstversorger-Apartments. Die Preisspanne ist moderat, deutlich günstiger als in Camps Bay oder dem V&A Waterfront, und du wohnst mit Blick auf den Hafen statt im Stadttrubel.
Mehrere Tauchbasen sitzen direkt im Ort oder in den Nachbarorten Fish Hoek und Kalk Bay. Sie bieten Ausrüstungsverleih, Fülldienste (Luft und Nitrox), geführte Shore- und Boat-Dives sowie PADI-Kurse an. Für eine Tauchwoche heißt das: Du kannst Tank und Blei vor Ort leihen und musst nur deine persönliche Ausrüstung mitbringen. Wie du eine seriöse Basis auswählst und was die Tauchgänge kosten, steht in meinem Kostenüberblick zum Tauchen in Kapstadt.
Über Wasser: Pinguine, Cape Point und gutes Essen
Ein Tauchurlaub ist selten nur Tauchen — und hier spielt Simon's Town seinen zweiten Trumpf aus. Nur wenige Minuten südlich liegt Boulders Beach mit seiner berühmten Kolonie afrikanischer Pinguine. Für Mitreisende, die nicht tauchen, ist das ein Höhepunkt, und auch als Taucher steht man staunend davor. Noch etwas weiter südlich beginnt der Cape Point Nature Reserve mit dem Kap der Guten Hoffnung — ein perfekter Ausflug für einen wind- oder wellenbedingten Nicht-Tauchtag.
Im Ort selbst gibt es Cafés, Fish-and-Chips-Läden und Restaurants am Hafen. Nach zwei Kaltwassertauchgängen ist ein warmes Essen mit Blick aufs Wasser genau das Richtige. Diese Mischung aus kurzen Tauchwegen und intakter Infrastruktur macht Simon's Town zu mehr als nur einem Übernachtungsort — es ist eine echte Basis.
Beste Zeit und Bedingungen ab Simon's Town
Weil Simon's Town auf der False-Bay-Seite liegt, gelten hier die False-Bay-Regeln — und die sind das Gegenteil der Atlantikseite. Die beste Sicht gibt es im Winter von Juni bis August, wenn sich das Wasser regelmäßig auf 8 bis 15 Meter aufklärt. Im Sommer (November bis März) trübt saisonale Algenblüte die Sicht oft auf 2 bis 5 Meter — dann ist die Atlantikseite die bessere Wahl, aber die liegt eben nicht vor Simon's Towns Haustür.
Der berüchtigte Südostwind, der "Cape Doctor", macht im Sommer viele Spots unbrauchbar — doch die geschützte Lage der Nordwest-Ecke der False Bay sorgt dafür, dass rund um Simon's Town oft noch getaucht werden kann, wenn anderswo alles bläst. Die Wassertemperatur liegt ganzjährig zwischen etwa 14 und 20 °C, im Winter näher an 14 bis 16 °C. Das ist Kaltwasser, und es fühlt sich nach 40 Minuten auch so an.
Ausrüstung für eine Woche ab Simon's Town
Eine Tauchbasis bedeutet mehrere Tauchgänge über mehrere Tage — und da rächt sich schlechte Ausrüstung doppelt. Was ich für eine Simon's-Town-Woche für unverzichtbar halte:
7mm Neopren und Haube
Bei 14 bis 20 °C und mehreren Tauchgängen pro Tag ist ein 7mm-Neoprenanzug Pflicht, kein Extra. Ein 5mm kühlt dich über eine Woche zuverlässig aus. Dazu gehört eine 3mm-Neoprenhaube, denn über den Kopf verlierst du im Kaltwasser am meisten Wärme. Wer warm bleibt, taucht länger und lernt besser — gerade wenn du in Kapstadt einen Kurs machst. Mehr dazu in meinem Guide zur Kaltwasser-Ausrüstung.
SMB-Signalboje
False Bay hat realen Bootsverkehr, und Simon's Town ist ein aktiver Hafen. Eine SMB-Signalboje gehört bei Shore- wie Boat-Dives zur Grundausstattung — sie macht dich für Boote sichtbar und markiert beim Auftauchen deine Position.
Trockener Transport für die Ausrüstung
Nasse Neoprenausrüstung, Salzwasser und mehrere Spots pro Tag — da lohnt sich ein wasserdichter Dry-Bag-Rucksack, in dem nasses und trockenes Gepäck getrennt bleibt und der die Fahrten zwischen den Spots übersteht. Für eine Basis, von der aus du täglich zu wechselnden Einstiegen fährst, ist das praktischer, als man denkt.
Häufige Fragen
Warum ist Simon's Town eine gute Tauchbasis für Kapstadt?+
Simon's Town liegt mitten in der besten Ecke der False Bay: Long Beach ist fußläufig, Miller's Point, Castle Rocks und die Smitswinkel-Wracks liegen 10 bis 20 Fahrminuten entfernt, und der Ort hat einen eigenen Bootshafen für Boat Dives. Kurze Wege zu vielen Spots, Tauchbasen und Unterkünfte vor Ort machen ihn zum praktischsten Hub der Kap-Halbinsel.
Welche Tauchspots erreicht man von Simon's Town aus?+
Fußläufig Long Beach (Einsteiger-Shore-Dive), per Auto in 10 bis 20 Minuten Miller's Point und Castle Rocks (Kelp und Cowsharks) sowie per Boot ab dem Hafen die fünf Wracks der Smitswinkel Bay (22 bis 36 Meter, Advanced-Niveau) und weitere Riffe wie Roman Rock.
Wann ist die beste Zeit zum Tauchen in Simon's Town?+
Die beste Sicht (8 bis 15 Meter) gibt es im False-Bay-Winter von Juni bis August. Im Sommer trübt Algenblüte die Sicht oft auf 2 bis 5 Meter — dann ist die Atlantikseite besser. Die geschützte Lage sorgt dafür, dass rund um Simon's Town oft noch getaucht werden kann, wenn der Südostwind andere Spots unbrauchbar macht.
Wie kalt ist das Wasser beim Tauchen in Simon's Town?+
Das Wasser der False Bay liegt bei Simon's Town ganzjährig zwischen etwa 14 und 20 °C, im Winter näher an 14 bis 16 °C. Das ist Kaltwasser — ein 7mm-Neoprenanzug mit Haube ist Pflicht, besonders bei mehreren Tauchgängen pro Tag.
Kann man in Simon's Town auch Pinguine sehen?+
Ja, nur wenige Minuten südlich liegt Boulders Beach mit einer bekannten Kolonie afrikanischer Pinguine. Zusammen mit dem nahen Cape Point Nature Reserve macht das Simon's Town auch für nicht tauchende Mitreisende oder wetterbedingte Nicht-Tauchtage attraktiv.




