Boulders Beach Pinguine tauchen: Wie du in Simon’s Town einen Tauchgang mit der Brillenpinguin-Kolonie an einem Tag verbindest. Mit Zeitplan und Tipps.
Boulders Beach Pinguine tauchen: An einem Tag möglich
Ja, das geht problemlos. Ich mache diese Kombination mit meinen Gruppen regelmäßig. Boulders Beach liegt nur drei bis vier Autominuten von Simon's Town und Long Beach entfernt, wo die meisten Shore-Dives in False Bay starten. Der übliche Ablauf: vormittags tauchen, über Mittag zu den Pinguinen, nachmittags optional noch ein zweiter Tauchgang oder ein entspannter Ausklang am Wasser.
Boulders Beach: die Brillenpinguin-Kolonie in Simon's Town
Boulders Beach ist Teil des Table Mountain National Park und beherbergt eine der wenigen landgestützten Kolonien afrikanischer Brillenpinguine (Spheniscus demersus) weltweit. Die Tiere haben sich hier Ende der 1980er-Jahre angesiedelt, mittlerweile leben mehrere Tausend von ihnen zwischen den namensgebenden Granitfelsen. Die Kolonie ist ganzjährig vor Ort. Anders als bei vielen Wildlife-Spots in Kapstadt brauchst du für diesen Teil des Tages also keine bestimmte Saison abzuwarten.
Anfahrt, Eintritt, Öffnungszeiten (SANParks)
Boulders Beach wird von SANParks verwaltet, der Eintritt kostet Stand 2026 für ausländische Erwachsene umgerechnet rund 12–14 Euro (ca. 245 ZAR), für südafrikanische Staatsbürger deutlich weniger. Die genauen Tarife ändern sich gelegentlich. Ich prüfe sie deshalb vor jeder Tour kurz auf der SANParks-Website, statt mich auf alte Zahlen zu verlassen. Geöffnet ist in der Regel von etwa 8 Uhr (Winter) bzw. 7 Uhr (Sommer) bis zum frühen Abend. Von Kapstadt aus sind es gut 40 Kilometer bzw. 45–50 Minuten Fahrzeit über die M3 und Kommetjie Road oder die malerischere Strandroute über Muizenberg und Fish Hoek. Es gibt zwei Zugänge: den Hauptzugang bei Foxy Beach mit Holzstegen über die Dünen und den weniger überlaufenen Zugang bei Seaforth, von dem aus du bis zum Strand mit Badeerlaubnis laufen kannst.
Beste Tageszeit für Fotos und wenig Trubel
Zwischen 10 und 15 Uhr ist Boulders Beach meist am vollsten. Reisebusse bringen dann Tagesgäste aus der Innenstadt. Ich schicke meine Taucher deshalb bewusst früh (kurz nach Öffnung) oder gegen 16–17 Uhr hin, wenn das Licht ohnehin weicher und fotogener ist und sich die Pinguine nach der Mittagshitze wieder mehr am Strand bewegen statt im Schatten der Felsen zu dösen.
Der ideale Tagesablauf: Tauchen und Pinguine kombinieren
So sieht ein typischer Tag aus, den ich mit Gästen plane, die beides wollen: Tauchgänge in False Bay und die Kolonie. Die kurzen Wege zwischen den Spots machen Simon's Town dafür zum praktischsten Ausgangspunkt an der ganzen Halbinsel.
Vormittags: Shore-Dive in Long Beach oder A-Frame/Windmill Beach
Ich starte fast immer vormittags, wenn die Sicht in False Bay noch am besten ist und der Wind (vor allem der Süd-Ost im Sommer) noch nicht aufgefrischt hat. Long Beach direkt in Simon's Town ist der Klassiker für Einsteiger und Checkout-Dives: sandiger Einstieg, Tiefen zwischen 5 und 8 Metern, ideal zum Eingewöhnen. Wer schon mehr Tauchgänge hat, fährt die wenigen Minuten weiter zu A-Frame oder Windmill Beach, wo es felsiger und reicher an Kelp wird. Die passende Tauchbasis für beide Spots findest du in meinem Beitrag zur Tauchbasis in Simon's Town.
Mittagspause sinnvoll nutzen: Boulders Beach statt Café
Nach dem ersten Tauchgang braucht dein Körper ohnehin eine Oberflächenpause, bevor der Tauchcomputer den zweiten freigibt, meist 60 bis 90 Minuten. Diese Zeit sitze ich nicht im Café ab, sondern fahre mit der Gruppe die drei, vier Minuten zu Boulders Beach. Das ist praktischer als es klingt: Du bist ohnehin noch im Neoprenanzug-Rhythmus und musst dich für den Pinguin-Besuch nicht extra umziehen. Rechne für die Kolonie realistisch 45 bis 60 Minuten ein, dann bleibt noch Puffer für die Fahrt zurück zum zweiten Boot oder Shore-Dive.
Nachmittags: zweiter Tauchgang oder entspannter Ausklang
Je nach Kondition und Wetterfenster hänge ich einen zweiten, meist etwas flacheren Tauchgang an. Oder wir lassen den Nachmittag ruhig ausklingen, zum Beispiel mit einem Spaziergang durch Simon's Town selbst, das mit seiner viktorianischen Hauptstraße und der Marinebasis einen eigenen Charme hat. Für alle, die nicht tauchen, lässt sich der Tag genauso gut umdrehen: erst Boulders Beach am Vormittag, dann ein Spaziergang am Hafen oder eine Bootstour, während die Taucher der Gruppe unter Wasser sind.
Welche Tiere siehst du über und unter Wasser in Simon's Town
Der Reiz dieser Ecke von False Bay ist, dass Land- und Unterwasser-Wildlife so nah beieinander liegen. Was an Land offensichtlich ist, lässt sich leicht fotografieren; was unter Wasser passiert, braucht etwas mehr Geduld.
Brillenpinguine, Kormorane, Austernfischer am Strand
Neben den Brillenpinguinen, die im Sand Mulden ausgraben und zwischen den Felsen brüten, siehst du an den Stegen regelmäßig Kapkormorane, die sich die Felsen mit den Pinguinen teilen, sowie afrikanische Austernfischer, die an der Wasserlinie nach Nahrung suchen. Dazu kommen gelegentlich Rotschnabel-Tropikvögel oder Graureiher. Für Nicht-Ornithologen reicht meist ein Fernglas oder ein ordentliches Zoom an der Kamera, mehr braucht es nicht.
Unter Wasser: Pinguine schwimmen manchmal mit (keine Garantie), Kelp, Katzenhaie
Dass ein Brillenpinguin während deines Tauchgangs an dir vorbeischießt, kommt vor. Ich hatte das selbst schon mehrfach bei Long Beach und in der Nähe von Froggy Pond, aber es ist kein Programmpunkt, den ich versprechen würde. Pinguine jagen meist in flacherem Wasser und sind erstaunlich schnell; wer Glück hat, sieht sie als dunkle Torpedos durchs Blickfeld schießen. Verlässlicher sind die anderen Bewohner von False Bay: dichte Kelpwälder, die sich im Sonnenlicht wiegen, Rotstumpfnasen-Katzenhaie (Pyjama Shark und Puffadder Shyshark), Oktopusse und je nach Spot auch Seepferdchen. Die Sicht liegt meist bei 3 bis 8 Metern, selten mehr. Wer aus dem Roten Meer oder von Koh Tao kommt, muss die Erwartung an die Sicht hier bewusst runterschrauben. Dafür ist die Artenvielfalt am Kelp eine ganz andere Welt.
Praktische Tipps: Verhalten, Sicherheit, Ausrüstung für den Kombi-Tag
Ein paar Dinge, die ich jedem sage, der diesen Tag zum ersten Mal plant.
Abstand zu den Pinguinen halten (Bissgefahr, Naturschutz-Regeln)
Brillenpinguine sehen niedlich aus, beißen aber überraschend kräftig zu, wenn man ihnen zu nahe kommt, vor allem während der Brutzeit, die praktisch das ganze Jahr über in irgendeiner Phase läuft. SANParks schreibt einen Mindestabstand von etwa drei Metern vor, der auf den Holzstegen ohnehin automatisch eingehalten wird. Am Strandabschnitt mit Badeerlaubnis bei Seaforth bitte nicht versuchen, ein Tier zu streicheln oder für ein Selfie heranzulocken. Das ist nicht nur verboten, sondern stresst die Kolonie unnötig.
Was du für den Tag mitnimmst: Kaltwasser-Gear für den Tauchgang, Kamera für Land
Für den Tauchgang in False Bay gilt bei mir das ganze Jahr die gleiche Regel: 7 mm Neopren, Haube und Handschuhe, keine Diskussion. Das Wasser liegt je nach Monat zwischen 14 und 20 °C, und selbst im Hochsommer wird dir nach 40 Minuten ohne ordentliche Isolierung kalt. Für die Hände empfehle ich die Waterproof G2 7mm Tauchhandschuhe, die auch bei längeren Einstellversuchen am Kelp warm halten und griffig genug sind, um die Kamera sicher zu bedienen. Für den Landteil des Tages, also Boulders Beach selbst, reicht normale Kleidung, aber ein Hut und reef-freundliche Sonnencreme sind sinnvoll, weil die Sonne am Kap auch im "Winter" blendet; ich nutze seit einiger Zeit die NEW LAYER LSF 50+ reef-friendly Sonnencreme, weil sie keine Rückstände im Wasser hinterlässt, wenn Gäste am Strand selbst noch schwimmen gehen.
Was du dafür brauchst
Weil dieser Tag zwischen Land und Wasser wechselt, lohnt sich eine Kamera, die beides mitmacht, statt zweimal umzupacken. Ich fotografiere Pinguine am Strand und Kelp unter Wasser mittlerweile mit der OM System Tough TG-7 in Kombination mit dem PT-059 Unterwassergehäuse. Die Kamera ist auch ohne Gehäuse bis 15 Meter wasserdicht und stoßfest genug für den Felsenweg zur Kolonie, mit Gehäuse geht sie bis in Tauchtiefe mit. Preislich liegt das Set bei rund 500–600 Euro, was für eine Kompaktkamera viel ist. Wer nur gelegentlich taucht, kommt mit einer günstigeren Actioncam und separatem Zoom für Land auch klar. Für den Tauchgang selbst sind Haube und Handschuhe in 7 mm die Stellen, an denen die meisten Gäste zuerst frieren; nachrüsten lohnt sich eher als Kälte wegzulächeln und den zweiten Tauchgang abzusagen.
Häufige Fragen zu Boulders Beach und Tauchen in Simon's Town
Darf man am Boulders Beach schwimmen, wo die Pinguine sind?
Ja, am Abschnitt bei Seaforth ist Schwimmen zwischen den Pinguinen offiziell erlaubt und das Wasser dort durch die Felsen geschützt und oft ruhiger als an offenen Strandabschnitten. Direkten Kontakt zu den Tieren solltest du trotzdem vermeiden, sie beißen bei zu großer Nähe. Am Hauptbereich bei Foxy Beach ist Schwimmen wegen der Stege nicht vorgesehen.
Wie weit ist Boulders Beach von Simon's Town bzw. Cape Town entfernt?
Von der Innenstadt Simon's Town sind es nur etwa drei bis vier Autominuten oder ein kurzer, machbarer Spaziergang. Von Kapstadt aus sind es rund 40 Kilometer bzw. 45 bis 50 Minuten Fahrzeit, je nachdem ob du über die M3 oder die Küstenstraße über Muizenberg fährst.
Sieht man beim Tauchen in False Bay auch Pinguine unter Wasser?
Gelegentlich ja, vor allem bei Long Beach und in der Nähe von Froggy Pond, aber es ist keine Garantie und eher ein glücklicher Zufall als ein planbares Highlight. Verlässlicher für Unterwasser-Begegnungen sind Katzenhaie, Oktopusse und die dichten Kelpwälder, die False Bay unabhängig von Pinguinsichtungen lohnenswert machen.
Wie viel Zeit sollte man für Boulders Beach einplanen?
Für einen entspannten Besuch reichen 45 bis 60 Minuten, inklusive Weg über die Holzstege und etwas Zeit zum Fotografieren. Wer auch im Wasser bei Seaforth schwimmen möchte, sollte eher 90 Minuten einplanen, besonders wenn es voll ist und die Parkplätze knapp werden.
Ist der Ausflug mit Kindern oder Nicht-Tauchern geeignet?
Absolut, Boulders Beach ist einer der familienfreundlichsten Ausflüge in ganz Kapstadt und erfordert keine Tauchausrüstung oder besondere Fitness. Die Holzstege sind barrierearm, und Kinder sind meist begeistert, Pinguine aus nächster Nähe watscheln zu sehen. Wer nicht taucht, kann den Tag einfach ohne den Wasseranteil planen und sich mehr Zeit an der Kolonie selbst nehmen.
Häufige Fragen
Darf man am Boulders Beach schwimmen, wo die Pinguine sind?+
Ja, am Abschnitt bei Seaforth ist Schwimmen zwischen den Pinguinen offiziell erlaubt und das Wasser dort durch die Felsen geschützt und oft ruhiger als an offenen Strandabschnitten. Direkten Kontakt zu den Tieren solltest du trotzdem vermeiden, sie beißen bei zu großer Nähe. Am Hauptbereich bei Foxy Beach ist Schwimmen wegen der Stege nicht vorgesehen.
Wie weit ist Boulders Beach von Simon’s Town bzw. Cape Town entfernt?+
Von der Innenstadt Simon’s Town sind es nur etwa drei bis vier Autominuten oder ein kurzer, machbarer Spaziergang. Von Kapstadt aus sind es rund 40 Kilometer bzw. 45 bis 50 Minuten Fahrzeit, je nachdem ob du über die M3 oder die Küstenstraße über Muizenberg fährst.
Sieht man beim Tauchen in False Bay auch Pinguine unter Wasser?+
Gelegentlich ja, vor allem bei Long Beach und in der Nähe von Froggy Pond, aber es ist keine Garantie und eher ein glücklicher Zufall als ein planbares Highlight. Verlässlicher für Unterwasser-Begegnungen sind Katzenhaie, Oktopusse und die dichten Kelpwälder, die False Bay unabhängig von Pinguinsichtungen lohnenswert machen.
Wie viel Zeit sollte man für Boulders Beach einplanen?+
Für einen entspannten Besuch reichen 45 bis 60 Minuten, inklusive Weg über die Holzstege und etwas Zeit zum Fotografieren. Wer auch im Wasser bei Seaforth schwimmen möchte, sollte eher 90 Minuten einplanen, besonders wenn es voll ist und die Parkplätze knapp werden.
Ist der Ausflug mit Kindern oder Nicht-Tauchern geeignet?+
Absolut, Boulders Beach ist einer der familienfreundlichsten Ausflüge in ganz Kapstadt und erfordert keine Tauchausrüstung oder besondere Fitness. Die Holzstege sind barrierearm, und Kinder sind meist begeistert, Pinguine aus nächster Nähe watscheln zu sehen. Wer nicht taucht, kann den Tag einfach ohne den Wasseranteil planen und sich mehr Zeit an der Kolonie selbst nehmen.




